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Britischer Diplomat rettet Chinesin vor dem Ertrinken

Mit Hilfe eines Rettungsrings brachte der 61 Jahre alte Generalkonsul die Studentin ans Ufer.

Mit Hilfe eines Rettungsrings brachte der 61 Jahre alte Generalkonsul die Studentin ans Ufer.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Peking/London.  Ein britischer Diplomat hat eine chinesische Studentin vor dem Ertrinken in einem Fluss gerettet. Der Retter wird als Held gefeiert.

Ein hochrangiger britischer Diplomat wird in China als Held gefeiert. Der Grund dieser seltenen Nachricht: Der Generalkonsul Stephen Ellison hat im Ausflugsort Zhongshan nahe der Metropole Chongqing, in der der Brite arbeitet, eine junge Frau vor dem Ertrinken gerettet .

Ein Video des Ereignisses verbreitet sich derzeit in sozialen Netzwerken. Es zeigt, wie Ellison in einen Fluss springt, zu der mit dem Kopf nach unten im Wasser treibende Studentin schwimmt, sie umdreht und an Land bringt. Zahlreiche Menschen beobachteten die heldenhafte Aktion vom Ufer aus, sie warfen dem Diplomaten einen Rettungsring an einer Leine zu, mit dem er die Studentin ans Ufer ziehen konnte.

„Gerade als wir an den Rand kamen, begann sie, wieder zu atmen, was eine große Erleichterung war“, sagte Ellison in einem Interview des britischen Rundfunksenders BBC . Ein paar Stunden später habe sich die Studentin erholt, und beide hätten zusammen etwas getrunken und ein paar Fotos miteinander gemacht.

„Daumen hoch“ vom chinesischen Außenamtssprecher

Das Video von der Rettungsaktion wurde in China bereits mehr als 170 Millionen Mal angeklickt – und blieb auch der chinesischen Regierung in Peking nicht verborgen: „Ich finde, er sollte für seine mutige Tat gelobt werden“, sagte der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian. „Ich möchte ihm ein großes, großes Daumenhoch geben.“

Auch der britische Außenminister Dominic Raab lobte Ellisons Einsatz. „Sein Mut und sein Einsatz zeigen das Beste der britischen Diplomaten in aller Welt“, schrieb Ellisons oberster Chef.

Allerdings gab es im Netz neben viel Lob für den Retter auch Kritik an den überwiegend untätigen Beobachtern: „So viele Schaulustige, aber nur ein Ausländer macht sich auf, um Menschenleben zu retten“, hieß es in einem Kommentar. Doch wie die Studentin, die am Ufer abgerutscht und ins Wasser gefallen war, hat die Mehrheit der Chinesen nie schwimmen gelernt. Lesen Sie hier : Vater ertrinkt bei Rettung seiner neunjährigen Tochter

Diplomat ist trainierter Triathlet

Ellison, ein 61 Jahre alter früherer Ingenieur, war erst vor Kurzem zum Generalkonsul von Chongqing ernannt worden. Davor hatte er jahrelang an der britischen Botschaft in Peking gearbeitet. Örtlichen Medien zufolge ist der Diplomat ein guter Triathlet.

Ellisons Heldentat ereignete sich in einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen London und Peking belastet sind. Die britische Regierung hat immer wieder Menschenrechtsverstöße der chinesischen Behörden in der früheren britischen Kronkolonie Hongkong sowie in der mehrheitlich von muslimischen Uiguren bewohnten Region Xinjiang kritisiert. Außerdem schloss sie den chinesischen Technologiekonzern Huawei vom Aufbau seines 5G-Mobilfunknetzes aus.

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(afp/dpa/yah)

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