Kritik am Königshaus

Proclaimers-Song von Playlist für Charles' Krönung geworfen

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Erste Proben vor Krönung von Charles III. in London

Erste Proben vor Krönung von Charles III. in London

Auf den leeren Straßen im nächtlichen London finden derzeit die ersten Proben zur Krönung von Charles III. statt. Anstatt der royalen Familienangehörigen nehmen Militärangehörige deren Rollen ein. Die Krönung findet am 6. Mai statt, die gesamten Feierlichkeiten ziehen sich über drei Tage hin.

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Berlin  Das britische Kulturministerium hat online eine Playlist für die Krönung erstellt. Warum der Proclaimers-Song nicht mehr dabei ist.

Großbritannien ist aus dem Häuschen. Am 6. Mai bekommt das Land nun auch ganz offiziell einen neuen König – und eine Königin. Charles und Camilla werden in der Westminster Abbey zum neuen Herrscherpaar gekrönt. Tausende Gäste werden der Zeremonie beiwohnen.

Für Misstöne sorgt diesmal aber nicht Charles' Zweitgeborener Prinz Harry, sondern die schottische Band Proclaimers, die aus den eineiigen Zwillingen Charlie und Craig Reid besteht. Ihr auch in Deutschland recht bekannter Hit "I'm gonna be (500 Miles)" wurde von der britischen Kulturbehörde von der offiziellen Spotify-Playlist entfernt. Der Grund: Bandmitglied Charlie soll sich mehrfach negativ über die britische Monarchie geäußert haben. Zuvor hatte es in den sozialen Medien massive Kritik daran gegeben, den Song überhaupt auf die Liste zu nehmen. Die politische Einstellung der Zwillinge ist auf der Insel kein Geheimnis.

Proclaimers machten keinen Hehl aus Antipathie gegen das Königshaus

In der Tat haben Charlie und Craig Reid in der Vergangenheit keinen Hehl aus ihrer Antipathie gegen das Königshaus gemacht. Schon 2007 verkündeten sie öffentlich, sie seien überzeugte Republikaner und gegen die Monarchie. Im vergangenen September sagte Charlie Reid in einem Interview, er habe Queen Elizabeth zwar respektiert, die königliche Familie aber nie unterstützt. Charles habe das Amt von seiner Mutter einfach übernommen. Er sei genauso wenig demokratisch legitimiert wie seine verstorbene Mutter.

Der Kulturbehörde war das offenbar zu viel. Gegenüber dem "Guardian" erklärte ein Sprecher, die Playlist solle "britische und Commonwealth-Künstler zelebrieren". Monarchieskeptische Musiker gehören offenbar nicht dazu – Meinungsfreiheit hin oder her. Dennoch wird es am 6. Mai in London nicht an kritischen Stimmen fehlen. Monarchiegegner haben anlässlich der Krönung zu einem Protestzug aufgerufen. (tok)

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