Havarie

Frachter gesunken: Frankreichs Küste droht schwere Ölpest

Frankreich kämpft gegen drohende Ölpest

330 Kilometer vor der französischen Küste ist ein Containerschiff mit Gefahrgut und mehr als 2000 Tonnen Schweröl an Bord gesunken.

330 Kilometer vor der französischen Küste ist ein Containerschiff mit Gefahrgut und mehr als 2000 Tonnen Schweröl an Bord gesunken.

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Berlin  Am Dienstag sank ein Containerschiff in der Atlantik-Bucht Biskaya. Jetzt drohen zwei Ölteppiche die Küste Frankreichs zu erreichen.

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Nach dem Untergang des Containerschiffs „Grande America“ droht Frankreichs Westküste eine Ölpest: Am Dienstag sank der unter italienischer Flagge fahrende Frachter in der Biskaya. Dort treiben mittlerweile zwei kilometerlange Ölteppiche auf die französische Küste zu.

Die Ölmassen könnten am Sonntag oder am Montag auf das französische Festland treffen. Bedroht wären dann die Hafenstadt La Rochelle, Bordeaux oder die Surfer-Hochburg Biarritz. Französische Behörden schlossen nicht aus, dass auch der spanischen Küste eine Ölpest droht.

Ölteppiche nach Havarie der „Grande America“ sind mehrere Kilometer lang

Wie die zuständige Meerespräfektur der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Brest mitteilte, sind sechs Schiffe an Ort und Stelle. Auch ein Flugzeug sei im Einsatz. Noch könne das Abpumpen des Öls nicht beginnen – die Wetterverhältnisse lassen dies nicht zu.

Die erste verunreinigte Zone ist offiziellen Angaben nach etwa 13 Kilometer lang und 7 Kilometer breit. Der zweite Teppich sei rund 9 Kilometer lang, ebenfalls 7 Kilometer breit und weniger kompakt als der erste. Das Öl stammt demnach aus den Treibstofftanks des Frachters. Die Ölteppiche trieben mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Tag in Richtung Osten, sagte Stéphane Doll, Leiter der auf Wasserverschmutzung spezialisierten Einrichtung Cedre.

Um die Schäden gering zu halten, sollen vier Schiffe eingesetzt werden, um das aus dem Frachter ausgelaufene Schweröl abzupumpen, sagte Umweltminister François de Rugy am Donnerstag in Brest.

„Wir sind mit einer Ölverschmutzung konfrontiert, die früher oder später unsere Küsten erreichen wird“, sagte De Rugy zuvor dem Sender Public Sénat. Er rechne damit, dass das Öl schon am Sonntag oder Montag bis zur französischen Küste gelangen könnte.

Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere konnten gerettet werden

Die „Grande America“ sank nach Angaben der zuständigen Meerespräfektur 333 Kilometer westlich der französischen Küste. Alle 26 Besatzungsmitglieder und ein Passagier, die sich an Bord befanden, konnten gerettet werden. Das britische Kriegsschiff „HMS Argyll“ nahm die Schiffbrüchigen auf.

Das 214 Meter lange Containerschiff war der Meerespräfektur zufolge unterwegs von Hamburg nach Casablanca, als am Sonntag ein Feuer an Bord ausbrach. In der Folgezeit neigte es sich immer steiler auf die rechte Seite. Schließlich sank es am Dienstag um 15.26 Uhr.

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Das gesunkene Containerschiff hatte neben rund 2200 Tonnen Schweröl auch 45 Container mit Gefahrgut geladen. Auch rund 2000 Fahrzeuge sollen an Bord gewesen sein.

(tki/mbr/dpa)

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