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Corona-News vom 11. April: RKI meldet niedrigere Inzidenz

| Lesedauer: 38 Minuten
Weiter hohe Todeszahlen: Diese Menschen sterben an Corona

Weiter hohe Todeszahlen: Diese Menschen sterben an Corona

Täglich sterben viele Menschen an oder mit Corona. Welche Menschen die höchste Gefahr haben, an der Krankheit zu versterben, zeigt das Video.

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Das RKI meldet rund 30.000 Infektionen und eine weiter sinkende Inzidenz. Intensivmediziner fordern neue Corona-Regeln. Mehr im Blog.

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  • Millionen Dosen Impfstoff drohen in Deutschland zu verfallen
  • Das RKI meldet weiter deutlich sinkende Corona-Zahlen
  • Die Corona-Inzidenz fällt bundesweit auf 1080
  • Experten drängen trotzdem auf ein Beibehalten des Masketragens
  • Bundesgesundheitsminister Lauterbach verliert nach dem Scheitern der Impfpflicht an Zustimmung

Berlin. Die jüngste Corona-Welle flacht weiter ab, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz geht immer stärker zurück. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen mitteilte, liegt der Wert nun bei 1080,0. Am Vortag hatte er 1097,9 betragen, vor einer Woche lag er noch bei 1424,6.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 30.789 – nach 55.471 am Vortag. Doch Experten geben noch keine Entwarnung in der Pandemie. Weil die Gesundheitsämter nicht alle Fälle registrieren, dürften die tatsächlichen Ansteckungen deutlich höher liegen. Fachleute rechnen spätestens im Herbst mit der Notwendigkeit neuer Corona-Regeln - insbesondere, da die Impfpflicht im Bundestag gescheitert ist.

Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

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Corona-News von Montag, 11. April – Bundesregierung: Covax nimmt zurzeit keine Impfstoffspenden an

14.04 Uhr: Überschüssige Corona-Impfstoffdosen drohen in Deutschland zu verfallen, anstatt an ärmere Länder abgegeben zu werden. Die Initiative Covax nehme zurzeit keine Spenden mehr an, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin. Die Impfstoffe seien schwierig im Transport und in der Handhabung. Über die internationale Pandemiebekämpfungs-Initiative ACT-Accelerator werde versucht, Ländern zu helfen, die entsprechende Logistik aufzubauen.

Allerdings müsse auch die Nachfrage da sein, sagte der Ministeriumssprecher. Die sei "dann doch deutlich geringer, als es gut wäre". Nach seinen Worten gibt es in Deutschland überschüssige Corona-Impfstoffdosen. Wie vielen der Verfall und damit die Entsorgung droht, konnte er nicht genau beziffern. Eine aktuell gute Nachricht sei, dass der Impfstoff von Biontech länger gelagert werden könne als zunächst angenommen, erklärte der Sprecher. Damit reduziere sich die Zahl der Biontech-Dosen, denen ein Verfall Ende Juni droht, von zehn auf drei Millionen.

Folgen der Corona-Pandemie treffen Geringverdiener besonders hart

13.27 Uhr: Die Folgen der Corona-Pandemie treffen laut Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag insbesondere Beschäftigte in prekären Arbeitsverhältnissen. Bei Minijobbern, Leiharbeitern oder befristet Beschäftigten fiel der Erwerbsrückgang demnach mit minus 5,2 Prozent mehr als drei mal höher aus als bei Normalbeschäftigten, wie die "Rheinische Post" am Montag aus der Antwort zitierte. Besonders betroffen waren demnach Minijobber, die keinen Anspruch auf hatten.

Laut Angaben der Regierung fiel der Erwerbsrückgang in bestimmten Bereichen noch deutlich höher aus, im Gastgewerbe etwa um 27 Prozent. Zwar hätten Menschen mit befristeten Arbeitsverhältnissen oder in Zeitarbeit Anspruch auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld. Da die Löhne in diesen prekären Beschäftigungsverhältnissen jedoch häufig deutlich niedriger seien, fielen auch die Ansprüche geringer aus als bei regulär Beschäftigten.

Anzahl der Unternehmensgründungen 2021 wieder auf Vorkrisenniveau

12.55 Uhr: Im vergangenen Jahr haben laut der Förderbank KfW wieder mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. "Die Corona-Pandemie hatte 2020 massive Auswirkungen auf die Gründungstätigkeit in Deutschland", erklärte die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib am Montag. Viele Menschen hatten ihre Gründungspläne demnach jedoch "coronabedingt nur auf Eis gelegt" und im vergangenen Jahr dann doch umgesetzt. So wurden im Vorjahresvergleich 13 Prozent mehr Unternehmen gegründet.

Das Gründungsgeschehen konnte laut Köhler-Geib 2021 somit "den Corona-Knick hinter sich lassen". Insgesamt 607.000 Neugründungen gab es im vergangenen Jahr, das waren rund 70.000 mehr als im Vorjahr 2020.

Queen war offenbar schlimmer krank

11.20 Uhr: Die britische Königin Elizabeth II. hat sich während ihrer Covid-Erkrankung im Februar offenbar schlechter gefühlt als damals vom Palast dargestellt. "Das macht einen sehr müde und erschöpft, stimmt's?", sagte die Queen in einem am Sonntag veröffentlichten Video eines Gesprächs mit einem ehemaligen Corona-Patienten in einer nach ihr benannten Station eines Londoner Krankenhauses. Im Februar hatte der Palast dagegen angegeben, die Königin leide lediglich unter “milden erkältungsartigen Symptomen".

Die Station im Royal London Hospital war innerhalb weniger Wochen errichtet worden, um die steigende Zahl von Covid-Patienten bewältigen zu können. Dem Bautrupp der Station sagte die Queen, es sei schon "sehr interessant“, wie alle zusammenarbeiteten, "wenn es um eine lebenswichtige Sache geht“. "Ist das nicht wunderbar?“

Börsen in China und Hongkong gehen abwärts

10.22 Uhr: Vor dem Hintergrund neuer Unsicherheiten sind die Börsen in China und Hongkong am Montag deutlich gefallen. Der Hongkonger Hang Seng Index fiel um 3,15 Prozent auf 21 183 Punkte. In China ging der Shanghai Composite Index um 2,61 Prozent auf 3167 Punkte zurück, während der Shenzhen Component Index um 3,67 Prozent auf 11 520 Punkte fiel.

Analysten wiesen als mögliche Gründe auf Sorgen über die schlimmste Corona-Welle in China seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren, höher als erwartete Erzeugerpreise in China und neue Vorschriften für die Regulierung von chinesischen Internet-Plattformen.

Wohl mehr als 600 Verfahren wegen Corona-Testbetrug bundesweit

8.14 Uhr: Bundesweit haben Behörden einem Medienbericht zufolge mindestens 642 Verfahren wegen Abrechnungsbetrugs bei Corona-Testzentren eingeleitet. Das ergab eine bundesweite Umfrage des "Handelsblatts" unter Staatsanwaltschaften und Landeskriminalämtern. Vielfach stehen die Ermittlungen demnach noch ganz am Anfang, weshalb sich auch der Gesamtschaden durch Testbetrug noch nicht beziffern lässt. Doch allein in fünf Verfahren in Bochum, Offenburg, Freiburg und Mannheim beträgt der mutmaßliche Schaden dem Bericht zufolge 49,5 Millionen Euro.

Mehr als die Hälfte der Fälle kommen aus Berlin, wo das Landeskriminalamt (LKA) 347 Verfahren einleitete. In Baden-Württemberg ist die Fallzahl laut LKA dreistellig. Das Stuttgarter Gesundheitsministerium zeigte sich demnach besorgt, dass "halbseidene Betreiber bis hinein ins kriminelle Milieu" Teststellen betrieben und rechnet mit einer hohen Dunkelziffer in Großstädten.

Bayern kündigt Milde bei Verstößen gegen Pflege-Impfpflicht an

7.46 Uhr: Nach dem Scheitern der allgemeinen Corona-Impfpflicht will die bayerische Staatsregierung Verstöße gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht nur bedingt bestrafen. "Wir werden in Bayern in Bezug auf Sanktionen großzügig verfahren und prüfen, den bundesrechtlichen Bußgeldrahmen nicht auszuschöpfen, sondern nur deutlich reduziert anzuwenden", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Der Freistaat werde dazu alle Spielräume ausnutzen, die das Gesetz hergebe, erläuterte der Minister.

Seit dem 15. März gilt die einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht in Krankenhäusern und in der Pflege. Damit müssen Beschäftigte ihrem Arbeitgeber eine Corona-Impfung oder -Genesung oder eine Kontra-Indikation nachweisen.

Deutlich mehr Existenzgründungen – Corona-Knick wettgemacht

6.30 Uhr: Viele Menschen in Deutschland haben ihre in der Corona-Krise auf Eis gelegten Pläne für eine berufliche Selbstständigkeit im vergangenen Jahr umgesetzt. Nach Daten der staatlichen Förderbank KfW realisierten 607.000 Menschen ihre Ideen zur Existenzgründung. Das waren 70.000 oder 13 Prozent mehr als im Krisenjahr 2020. Damit habe das Gründungsgeschehen den Corona-Knick hinter sich gelassen und in etwa das Vorkrisen-Niveau des Jahres 2019 erreicht, berichtete KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Gründerinnen und Gründer wagten im vergangenen Jahr häufiger den Sprung in die Selbstständigkeit, um eine sich bietende Geschäftsgelegenheit wahrzunehmen. Der Anteil der sogenannten Chancengründungen stieg der KfW zufolge auf 82 Prozent (2020: 80 Prozent).

Mehr Magersucht seit Corona – auch Jüngere betroffen

6.17 Uhr: Die Zahl der an Magersucht erkrankten Kinder und Jugendlichen ist Fachleuten zufolge während der Corona-Krise gestiegen. "Dadurch, dass die Zahlen so zugenommen haben, fehlen Therapieplätze", sagt der Vorsitzende Andreas Schnebel vom Bundesfachverband Essstörungen. "Auch in den stationären Einrichtungen wird es eng." Und er sieht noch eine andere besorgniserregende Entwicklung: Die Patientinnen werden jünger.

Magersucht betrifft vor allem Mädchen in der Pubertät. In der Münchner Beratungsstelle, die Schnebel leitet, tauchen seinen Angaben nach seit einigen Jahren aber auch immer jüngere Mädchen auf, teilweise schon 8- oder 9-Jährige. "Das hängt damit zusammen, dass heute alles früher anfängt, wie die Pubertät und der Zugang zu sozialen Medien", sagt der Fachmann.

Verschiedene Studien stützten diese Vermutungen, sagt Silja Vocks, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Osnabrück. Die früher einsetzende Pubertät könne dazu führen, dass die körperliche Reife möglicherweise nicht kompatibel mit der psychischen Reife sei. Gleichzeitig seien Kinder und Jugendliche immer früher in den sozialen Medien unterwegs, wo sie permanent mit geschönten Bildern konfrontiert würden. "Je fragiler das Körperbild, desto offener ist man für diesen Einfluss."

Virologe drängt auf Beibehalten der Maske

6.01 Uhr: Der Virologe Helmut Fickenscher rät zur Abwehr des Coronavirus weiterhin zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Offenkundig lege die weit überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger weiterhin Wert darauf, sich mit Masken zu schützen, sagte der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin der Universität Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Auch ohne Maskenpflicht gebe es keinen Grund dafür, das Verhalten zu ändern. "Sollte aber die Disziplin nachlassen, wäre wieder mit einem raschen Ansteigen der Fallzahlen nicht nur bei Covid-19, sondern auch bei der Grippe zu rechnen."

Nach dem starken Anstieg der Fallzahlen infolge der Omikron-Varianten BA.1 und BA.2 im Dezember und Januar habe es in Schleswig-Holstein besonders lang gedauert, bis nun ein deutlicher Rückgang zu beobachten sei. Im Laufe des Frühlings und Sommers sei eher mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.

Corona-News von Sonntag, 10. April: Nach Dinner verbreitet sich Corona bei Polit-Prominenz in Washington

22.45 Uhr: Nach einer hochrangig besetzten Abendveranstaltung in Washington breiten sich Corona-Fälle unter der Polit-Prominenz in der US-Hauptstadt aus. Nach dem traditionellen Dinner des Gridiron-Clubs, einer prestigereichen Journalisten-Vereinigung, am ersten April-Wochenende wurden mehrere Kabinettsmitglieder, Kongressabgeordnete und Regierungsmitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.

Mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post", berichteten am Sonntag unter Berufung auf die Veranstalter, mindestens 67 der rund 630 Gäste hätten sich seit dem festlichen Abendessen vor einer Woche mit dem Virus infiziert.

Wegen Corona-Lockdown: Franzosen in Shanghai können nicht wählen

18.48 Uhr: Exil-Franzosen in der chinesischen Metropole Shanghai können wegen des strikten Corona-Lockdowns dort nicht an der Wahl des nächsten französischen Präsidenten teilnehmen. Die dortigen Wahllokale wurden am Sonntag auf Geheiß der chinesischen Behörden nicht geöffnet, wie die französische Botschaft in Peking mitteilte. Man setze alles daran, den Franzosen in Shanghai eine Abstimmung beim zweiten Wahlgang am 24. April zu ermöglichen.

Betroffen sind laut der Zeitung "Le Monde" mehr als 4500 Menschen, die ihr Wahlrecht in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl nicht ausüben können.

Ministerium: Impfstoff wird "in nicht wenigen Fällen" vernichtet

17.32 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass Corona-Impfstoff "in nicht wenigen Fällen" vernichtet wird. Das Ministerium begründete das gegenüber der "Welt" damit, dass die Impfstoffe weiterhin nur in Mehrdosenbehältnissen verfügbar sind, die bei Anbruch gemäß Zulassung nur wenige Stunden haltbar seien.

"Bei der derzeitigen Geschwindigkeit der Impfkampagne ist nicht davon auszugehen, dass sich vor Ort in jedem Fall eine hinreichende Anzahl zu impfender Personen findet, um die in einem Mehrdosenbehältnis verfügbaren Impfdosen in Gänze aufzubrauchen", teilte das Ministerium mit. Weiter hieß es: "Ein Verwurf von Impfstoff dürfte in diesem Fall derzeit in nicht wenigen Fällen erfolgen."

Corona-Experte fordert neues Infektionsschutzgesetz nach Aus für die Impfpflicht

16.07 Uhr: Nach dem Scheitern des Gesetzentwurfs zur Impfpflicht im Bundestag werden Forderungen nach einer neuerlichen Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes laut. "Wenn wir ohne Schutzmaßnahmen in den Herbst und den Winter gehen, droht eine ziemliche Überlastung des Gesundheitswesens", sagte der Intensivmediziner Christian Karagiannidis der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe).

"Ich befürchte, dass wir dieses Jahr viele Infektionskrankheiten parallel haben werden", sagte der Leiter des Intensivpatienten-Registers der Notfallmedizinervereinigung Divi. Auch für die Intensivstationen würde das eine starke Belastung bedeuten. Er finde es schwierig, "dass das Infektionsschutzgesetz so zusammengestrichen worden ist", fügte d