Pandemie

Corona: Lauterbach rechnet mit Omikron-Impfstoff im Herbst

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Studenten in Peking protestieren gegen strikte Corona-Maßnahmen

Studenten in Peking protestieren gegen strikte Corona-Maßnahmen

Hunderte Studenten einer Elite-Universität in Peking haben gegen die strikten Corona-Maßnahmen demonstriert. Wegen einer Ausgangssperre sitzen sie auf einem Teil des Campus' fest und sollen jetzt auch kein Essen mehr bestellen können.

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Berlin.  Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat seine Impfstrategie für den Herbst vorgestellt. Er will eine vierte Impfung für alle.

Noch ist offen, ob es im Herbst eine neue Corona-Welle gibt – und unklar ist auch, welche Variante dann dominierend sein könnte, Omikron, Delta oder eine dritte. Um auf möglichst viele Szenarien vorbereitet zu sein, sollen im Herbst drei Impfstoff-Typen zur Verfügung stehen: Der bislang verwendete mRNA-Impfstoff und zwei neue. Biontech hat einen Omikron-Impfstoff entwickelt, Moderna ein bivalentes Vakzin, das gegen Omikron und Delta schützen soll.

Von allen drei Impfstoffen würden so viele Dosen beschafft, dass jeder sich impfen lassen könne, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch in Berlin. „Wir möchten allen, die das brauchen oder wünschen, eine vierte Impfung anbieten können, auch mit den angepassten Impfstoffen.“

Lauterbach: Omikron-Schutz durch einzelne weitere Corona-Impfung

Wer bereits doppelt geimpft ist oder sogar eine Booster-Impfung erhalten hat oder genesen ist, brauche von den beiden neuen Impfstoffen nur eine einzelne Dosis, um den vollen zusätzlichen Schutzeffekt zu erreichen, so Lauterbach. Wer noch gar nicht geimpft sei, müsse sich wie bei dem herkömmlichen Impfstoff mehrfach immunisieren lassen. Nach Lauterbachs Worten soll es im Herbst möglich sein, individuell einen der drei Impfstoffe auszuwählen.

Für den Fall, dass eine Virus-Variante komme, bei der ein Vakzin besonders gut wirke und die Nachfrage entsprechend hoch sei, habe er genügend Dosen von allen drei Typen eingeplant. In der Folge führe das allerdings möglicherweise dazu, dass die Dosen der anderen beiden Vakzine nicht gebraucht würden.

Unkalkulierbar sei aktuell das Ausmaß der Nachfrage: Für den Fall zum Beispiel, dass einer der Impfstoffe nicht nur schwere Verläufe verhindere, sondern sogar die Ansteckung verhindere, „wäre das Interesse maximal“. Die bislang bestellte Impfstoffmenge würde ausreichen, wenn sich rund 40 Millionen Menschen impfen lassen wollten, so der Minister.

Impfempfehlung von der im Herbst grassierenden Variante abhängig

Offen ist noch die Frage, ob es mit Blick auf eine vierte Dosis auch eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für alle Jugendlichen und Erwachsenen geben wird. Lauterbach erklärte, das sei wünschenswert, schränkte aber ein, dass eine konkrete Empfehlung am Ende von der im Herbst grassierenden Variante abhängig sei.

Das sei aktuell noch nicht abzuschätzen. Sollte es etwa eine Variante geben, gegen die die bisherigen Impfstoffe nicht ausreichend wirkten, könnte es eine Empfehlung für eine vierte Corona-Impfung mit den neuen, angepassten Impfstoffen für alle geben. Aber: „Man kann das jetzt noch nicht pauschal beantworten.“

Lauterbach will die Impfbereitschaft mit einer neuen Impfkampagne fördern, die Impfzentren sollen geöffnet bleiben, der Bund beteiligt sich weiter an der Finanzierung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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