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Corona-News vom 5. Mai: EU will Verlängerung von Zertifikat

| Lesedauer: 40 Minuten
RKI empfiehlt Verkürzung der Corona-Isolation auf fünf Tage

RKI empfiehlt Verkürzung der Corona-Isolation auf fünf Tage

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Verkürzung der vorgeschriebenen Isolation bei einer Corona-Erkrankung auf fünf Tage empfohlen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich bereits vergangene Woche auf eine Neuregelung der Isolationsanordnung verständigt, wollten aber die RKI-Empfehlung abwarten.

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Das EU-Parlament will über eine Verlängerung des Corona-Impfzertifikats bis Juni 2023 verhandeln. Mehr Informationen dazu im Newsblog.

  • Alt-Bundespräsident Gauck positiv auf Coronavirus getestet
  • Das RKI meldet am Donnerstag eine weiter sinkende Sieben-Tage-Inzidenz
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen liegt aktuell bei 96.167
  • Das EU-Parlament will über eine Verlängerung des Corona-Impfzertifikats abstimmen
  • In den USA wurde der Wert von einer Million Corona-Toten überschritten
  • Dieses Blog schließt hier. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle News zum Coronavirus lesen Sie hier.

Berlin. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist weiter rückläufig. Am Donnerstag lag die Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 96.167 – gegenüber 130.104 in der Vorwoche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 566,8. Am Vortag hatte der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 591,8 gelegen (Vorwoche: 826,0). Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

Unterdessen überschreiten die USA die traurige Marke von einer Million Corona-Toten. Amerika liegt damit weit vor allen anderen Ländern, Brasilien verzeichnet rund 660.000 Corona-Todesopfer und liegt damit an zweiter Stelle. In Deutschland entspannt sich die Lage zusehends. Dennoch warnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, dass eine Omikron-Infektion nicht oder nur wenig vor einer Ansteckung mit den Varianten BA.4 und BA.5 schützt. Damit steige die Wahrscheinlichkeit neuer Infektionswellen im Herbst, so der SPD-Politiker.

Corona-News von Donnerstag, 5. Mai: Dieses Blog schließt hier

15.45 Uhr: Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle News zum Coronavirus lesen Sie hier.

Steigende Corona-Fallzahlen in Afrika bei weniger Todesfällen

14.39 Uhr: In Afrika nehmen die Corona-Infektionen laut der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC zu, enden aber immer seltener tödlich. "Während die Fallzahlen zunahmen, sanken die Todeszahlen", brachte es Ahmed Ogwell, der stellvertretende Leiter der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC), am Donnerstag beim Wochenvergleich der Fallzahlen auf den Punkt.

Vor allem Südafrika sei zahlenmäßig für die 38-prozentige Zunahme auf dem Kontinent verantwortlich. Die Todeszahlen sanken im gleichen Zeitraum dagegen um 59 Prozent. In ganz Afrika wurden seit dem Beginn der Pandemie bisher 11,4 Millionen Corona-Neuinfektionen und rund 252 000 Todesfälle gezählt. Die Dunkelziffer bei den Infektionen dürfte nach Angaben von Experten auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen aber weitaus höher sein.

EU-Parlament will über Verlängerung von Corona-Zertifikat verhandeln

12.59 Uhr: Das EU-Parlament will mit den Mitgliedstaaten über eine Verlängerung des Corona-Impfzertifikats verhandeln. Am Donnerstag stimmte die Mehrheit der Abgeordneten in Straßburg dafür, Verhandlungen zu starten und sich dabei für eine Verlängerung des EU-Impfzertifikats bis Juni 2023 einzusetzen. Die derzeitigen Regeln zum digitalen Covid-Pass für Reisen in der EU sind nur bis zum 30. Juni gültig.

Eine Verlängerung der Regeln zum Corona-Zertifikat würde lediglich Reisen innerhalb der EU betreffen. Zugangsbedingungen etwa für Cafés oder Kinos bleiben davon unberührt, weil diese Entscheidungen bei den jeweiligen Mitgliedstaaten liegen.

Millionen Menschen wegen Corona-Ausbruchs in Peking zum Homeoffice aufgefordert

11.13 Uhr: In der chinesischen Hauptstadt Peking sind nach landesweiten Ferien und einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen am Donnerstag Millionen Menschen zur Arbeit zurückgekehrt. Viele arbeiteten im Homeoffice, nachdem die städtischen Behörden am Mittwoch rund ein Fünftel der U-Bahn-Stationen geschlossen und die Bewohner im bevölkerungsreichsten Stadtbezirk Chaoyang aufgefordert hatten, zu Hause zu bleiben. Aus der 21-Millionen-Einwohner-Stadt Peking wurden am Donnerstag nur 50 Neuinfektionen gemeldet.

Arbeitnehmer, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, wurden aufgerufen, mit privaten Verkehrsmitteln zu fahren und Menschenansammlungen zu meiden. Auch die Behörden des Stadtbezirks Tongzhou riefen die Bewohner zur Arbeit von zu Hause aus auf.

Tschechien beendet epidemische Corona-Notlage

11.11 Uhr: Tschechien hat die epidemische Notlage wegen der Corona-Pandemie beendet. Die letzten verbliebenen Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gelten seit Donnerstag an nicht mehr. "Die Inzidenz fällt und fällt", sagte Gesundheitsminister Vlastimil Valek in Prag. Innerhalb von sieben Tagen gab es nach aktuellen Zahlen 77 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Die Krankenkassen bezahlen nun PCR-Tests nur noch dann, wenn sie von einem Arzt verordnet werden.

Schiffsstau wegen Lockdown in China

10.30 Uhr: Die explodierenden Corona-Zahlen in China und der anschließend verhängte Lockdown in den Städten hat große Auswirkungen auf die Industrie: Mittlerweile herrscht ein massiver Schiffstau, wie unter anderem einer Karte zu entnehmen ist, die Geschäftsmann Aaron Ginn auf Twitter postete: "Schiffe, die wegen Chinas verrückter Covid-Strategie darauf warten, andocken zu können. Das ist Absicht", schreibt er zu dem Beitrag.

Alt-Bundespräsident Gauck positiv auf Coronavirus getestet

6.45 Uhr: Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte das Büro des 82-jährigen am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Demnach hat Gauck Erkältungssymptome, befindet sich aber schon auf dem Weg der Besserung. Seine Termine für die nächsten Tage wurden abgesagt. Gauck wurde am Montag positiv getestet. Der evangelische Theologe und frühere DDR-Oppositionelle war von März 2012 bis März 2017 Bundespräsident.

USA verzeichnen mehr als eine Million Corona-Tote

6.03 Uhr: 27 Monate nach dem ersten Infektionsfall melden die Vereinigten Staaten von Amerika einen traurigen und weltweit einzigartigen Rekord, wie unser US-Korrespondent Dirk Hautkapp notiert: Danach verzeichnete die Supermacht seit Beginn der Corona-Pandemie im Februar 2020 bis heute über eine Million Virus-Tote. Das haben Daten-Analysten des TV-Senders NBC anhand von amtlichen Statistiken errechnet. Die Opfer-Zahl entspricht in etwa der Bevölkerungszahl der zehntgrößten Stadt der USA: San Jose, Kalifornien.

Amerika liegt bei der Totenzahl weit vor allen anderen Ländern. Brasilien kommt mit rund 660.000 Toten auf den zweiten Rang. Mehr als die Hälfte der US-Toten fallen in die Amtszeit von Präsident Joe Biden, der im Januar 2021 die Geschäfte aufnahm. Zuletzt ist die Corona-Sterblichkeit, die zu Hochphasen über 4000 Menschen am Tag dahinraffte, im Wochenschnitt auf durchschnittlich 370 Fälle zurückgegangen. Alle 24 Stunden kommen auf sieben Tage gerechnet im Moment 68.000 Neuinfektionen hinzu.

Als eine Ursache für die im Vergleich zu anderen Industrie-Nationen hohe Todesrate gilt unter Medizinern und Seuchen-Experten der anfangs verharmlosende, zögerliche Umgang des damaligen Präsidenten Donald Trump mit dem Virus. Aktuell gilt die im Vergleich mit anderen Nationen mit 64 Prozent geringe Quote der Rundum-Geimpften (rund 220 Millionen) als Grund für die Misere, die nach Ansicht von Epidemiologen "noch lange nicht vorbei ist".

Nach Bundesstaaten hat Kalifornien mit über 90.000 Toten die meisten Opfer zu beklagen. Danach kommen Texas (88.500), Florida (74.000), New York State (70.000), Pennsylvania (45.000) und Ohio (38.500). Insgesamt wurden in den USA bisher rund 82 Millionen Infektionsfälle registriert. Die Zahlen von NBC weichen marginal von den Daten der Johns Hopkins-Universität in Baltimore ab. Dort wurden am Mittwochabend 996.624 Corona-Tote ausgewiesen. Diverse Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Totenzahl in den Vereinigten Staaten noch entschieden höher ist.

RKI meldet 96.167 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz sinkt weiter

5.40 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 566,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 591,8 gelegen (Vorwoche: 826,0; Vormonat: 1394,0).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 96.167 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 130.104 registrierte Ansteckungen) und 183 Todesfälle (Vorwoche: 246) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

US-Außenminister Blinken positiv auf Coronavirus getestet

4.33 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein PCR-Test sei am Mittwochnachmittag positiv ausgefallen, teilte das Außenministerium in Washington mit. Blinken habe milde Symptome. Der 60-Jährige sei vollständig geimpft und geboostert. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, US-Präsident Joe Biden (79) sei seit mehreren Tagen nicht persönlich mit Blinken zusammengekommen. Bei Biden sei zuletzt am Dienstag ein Corona-Test negativ ausgefallen. Das Außenministerium teilte mit, Blinken werde sich nach den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC zu Hause isolieren und von dort aus arbeiten.

Wegen der Ansteckung fällt eine mit Spannung erwartete Ansprache Blinkens zur China-Politik der Biden-Regierung aus, wie Ministeriumssprecher Ned Price sagte. Die Rede an der George-Washington-Universität in der US-Hauptstadt war für Donnerstag angekündigt gewesen. Biden sieht in China einen mächtigen Konkurrenten und eine große geopolitische Herausforderung für die USA. Price sagte mit Blick auf die Rede: "Wir werden so schnell wie möglich einen Ersatztermin finden."

Corona-News von Mittwoch, 4. Mai: Hausärzteverband lehnt Ambulanzen für Patienten mit Impfnebenwirkungen ab

21.42 Uhr: Die deutschen Hausärzte haben sich gegen eine gesonderte Versorgung von Menschen mit schweren Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung ausgesprochen: "Die Idee, dass durch die Etablierung von Ambulanzen die Versorgung dieser Menschen in irgendeiner Weise verbessert wird, ist fernab jeder Versorgungsrealität. Das wird sicherlich nicht helfen, die sehr wenigen Fälle schwerer Impfnebenwirkungen frühzeitig zu identifizieren", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, unserer Redaktion.

Harald Matthes, Leiter der Charité-Langzeitstudie zu Nebenwirkungen der Corona-Impfungen ("ImpfSurv"), hatte im MDR mehr Anlaufstellen für Betroffene gefordert. Es gehe darum, bestehende Long-Covid-Ambulanzen auch für Patienten mit Impfkomplikationen zu öffnen.

Weigeldt wies das zurück: Bei Fällen von schweren Impfnebenwirkungen stünden die etablierten ambulanten und stationären Strukturen zur Verfügung. "Welche Rolle dabei spezialisierte Ambulanzen einnehmen sollen, erschließt sich beim besten Willen nicht. Die Versorgung wird nicht besser, wenn man sie immer weiter zersplittert", sagte der Mediziner den unserer Redaktion.

Gesundheitssenatorin: Corona-Impfquote für den Herbst steigern

18.56 Uhr: Zur Vorbereitung auf den Herbst mit möglichen weiteren Corona-Wellen sollen in Berlin mehr Menschen als bisher zum Impfen überzeugt werden. Man wolle den Sommer nutzen, um die Impfquote weiter zu erhöhen, teilte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) am Mittwoch in Berlin mit. Der Einsatz mobiler Impfteams in den Kiezen werde fortgesetzt. Gote sagte, sie rechne damit, dass im Herbst eine erneute Impfkampagne für bereits Geimpfte gebraucht werde - und eine für Menschen, die noch nicht erreicht wurden. Gote machte deutlich, dass die Zielgruppen hier schwer zu umreißen seien.

Stützen sollen sich die Kampagnen auch auf Empfehlungen eines sozialwissenschaftlichen Beirats, der nach Angaben der Gesundheitsverwaltung seit März zweimal getagt hat. Bisher habe es einen Austausch mit Fachleuten aus naturwissenschaftlichen Disziplinen gegeben, die Pandemie habe aber auch eine soziale Dimension, begründete Gote.