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Corona: Krankenhäuser melden massive Personalprobleme

| Lesedauer: 65 Minuten
Betreuung eines Covid-Patienten (Symbolbild): Die Pflege der Patienten ist aufwendig. Doch durch Corona fehlen den Krankenhäusern selbst viele Mitarbeitende.

Betreuung eines Covid-Patienten (Symbolbild): Die Pflege der Patienten ist aufwendig. Doch durch Corona fehlen den Krankenhäusern selbst viele Mitarbeitende.

Foto: Boris Roessler / dpa

Die Krankenhäuser kämpfen mit coronabedingten Krankheitsausfällen unter Pflegern und Ärzteschaft. Die RKI-Zahlen steigen. Mehr im Blog.

  • Das RKI meldet am Dienstag aktuelle Corona-Fallzahlen
  • Die Inzidenz steigt weiter
  • Justizminister erläutert Hotspot-Regelung für Bundesländer
  • Kretschmann zweifelt an Einführung der allgemeinen Impfpflicht
  • Omikron: Der Personalausfall in Kliniken führt zu Engpässen
  • Patientenschützer fordern kostenlose Corona-Test bis Jahresende

Berlin. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet auch am Dienstag steigende Corona-Zahlen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 1733,4. Am Vortag hatte der Wert noch bei 1714,2 gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 222 080 Corona-Neuinfektionen. Dabei gehen Expertinnen und Experten von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Zum Beispiel durch die begrenzten Kapazitäten der Gesundheitsämter.

Obwohl die Infektionszahlen so hoch liegen, sind erste bundesweite Corona-Schutzauflagen für Millionen Menschen beendet. Fürs Zugfahren mit der Deutschen Bahn braucht man keinen 3G-Nachweis als geimpft, genesen oder getestet mehr. Die Maskenpflicht im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gilt aber weiter. Aufgehoben ist auch die Pflicht zu 3G-Zutrittsnachweisen am Arbeitsplatz – künftig können Firmen selbst Schutzkonzepte festlegen. Am Lockerungskurs der Ampel-Koalition gibt es weiter breite Kritik – obwohl der neue Rechtsrahmen in Hotspots zumindest regional schärfere Auflagen ermöglicht.

Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

Corona-News von Dienstag, 22. März: Blog schließt

11.00 Uhr: Dieses Blog schließt. Alle aktuellen Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie in unserem neuen Newsblog.

Corona-Schnelltests sollen bis Ende Mai kostenlos bleiben

10.15 Uhr: Die Menschen in Deutschland können sich auch weiterhin kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die entsprechende Regelung für die Corona-Schnelltests wird um zwei Monate bis Ende Mai verlängert, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag sagte. Die bisherige Testverordnung gilt noch bis zum 31. März. Sie soll demnächst angepasst werden.

Wegen der zum größten Teil auslaufenden Corona-Schutzmaßnahmen, zu denen auch 3G-Regeln mit einer Möglichkeit zum Freitesten gehören, war über ein Ende der kostenlosen Schnelltests spekuliert worden. Sie werden nun aber um zwei Monate verlängert.

Die Testverordnung war zuletzt im Februar geändert worden. Die zuverlässigeren PCR-Tests gibt es seither nur noch nach einem positivem Antigen-Schnelltest; eine rote Warnmeldung auf der Corona-Warn-App reicht dafür nicht mehr. Bei Diagnose und Auswertung der PCR-Tests werden seither außerdem vulnerable Gruppen bevorzugt.

Südkorea bestellt neuen Impfstoff bei lokalem Unternehmen

9.58 Uhr: Die südkoreanische Gesundheitsbehörde KDCA hat zehn Millionen Dosen des ersten landeseigenen Corona-Impfstoffs bestellt. Mit dem südkoreanischen Unternehmen SK bioscience sei eine entsprechende Kaufvereinbarung getroffen worden, sagte ein Sprecher der Behörde für Krankheitskontrolle und Prävention am Dienstag. Die Auslieferung werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Die Vorbestellung hat ein Volumen von 200 Milliarden Won (etwa 149,5 Millionen Euro).

Südkoreas Ziel ist es, sich Zugang zu einheimischen Impfmitteln gegen Covid-19 zu verschaffen, ohne auf Importe angewiesen zu sein.

Das Unternehmen hofft, in der ersten Jahreshälfte die Zulassung zur Produktion des "Vakzin-Kandidaten BP510" zu erhalten und das Mittel später auch weltweit vertreiben zu können. Bei BP510 handelt es sich ähnlich dem Novavax-Mittel Nuvaxovid um einen Proteinimpfstoff, der auf einer anderen Technologie als etwa bei den in Deutschland zumeist verwendeten mRNA-Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna beruht.

China verhängt Ausgangssperre für weitere neun Millionen Menschen

8.23 Uhr: Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen haben Chinas Behörden über eine weitere Stadt den Lockdown verhängt. Für die neun Millionen Einwohner des Industriestandorts Shenyang gilt seit dem späten Montagabend eine Ausgangssperre, sie dürfen ihre Wohnanlagen nur mit einem aktuellen negativen Corona-Test verlassen. In Shenyang steht unter anderem eines der größten BMW-Werke weltweit.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden meldeten am Dienstag landesweit knapp 4800 neue Infektionsfälle binnen eines Tages. Die meisten von ihnen wurden in der an Russland und Nordkorea grenzenden Provinz Jilin nachgewiesen. In der in der Nachbarprovinz Liaoning gelegenen Industriestadt Shenyang meldeten die Behörden am Dienstag 47 neue Fälle.

Präsident Xi Jinping hatte in der vergangenen Woche die Notwendigkeit betont, die Auswirkungen der Pandemie auf die chinesische Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig aber forderte er die Behörden auf, an der bisherigen Null-Covid-Strategie festzuhalten. Die jüngste Welle mit der hochansteckenden Omikron-Variante bringt das Gesundheitssystem jedoch inzwischen an seine Belastungsgrenzen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident bezweifelt, dass die Impfpflicht noch kommt

8.17 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann befürchtet, dass die allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus doch nicht kommen wird. "Daran darf man – wie es so aussieht – einige Zweifel haben“, sagte der Grünen-Politiker am Montagabend im SWR-Fernsehen. "Es sieht im Moment nicht so aus, als ob sich der Bundestag da auf eine Linie einigen kann. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt."

Kretschmann hatte sich Ende November – mitten in der vierten Corona-Welle – für eine rasche Umsetzung einer allgemeinen Impfpflicht ausgesprochen. Während die Regierungschefs der Länder einhellig dafür plädieren, gehen im Bundestag die Meinungen stark auseinander. Die Ansichten gehen quer durch die Fraktionen, es ist im Moment unsicher, ob sich ein Antrag für eine Impfpflicht durchsetzt.

Buschmann: Landesweite Hotspot-Regelung nur bei landesweiter Notlage

8.03 Uhr: Bei der Corona-Bekämpfung pocht der Koalitionspartner FDP darauf, dass die vereinbarte Hotspot-Regelung für regionale Notlagen nicht pauschal angewandt werden darf. Die geänderte Regelung erlaubt in diesen Regionen, dass dort einige der ausgelaufenen Schutzmaßnahmen reaktiviert werden dürfen - aber nur nach einem Beschluss des jeweiligen Landtags. Das Parlament müsse jeweils "sowohl das Vorliegen der konkreten Gefahr als auch die Anwendung konkreter Maßnahmen in einer konkreten Gebietskörperschaft beschließen", sagte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) in den "Westfälischen Nachrichten" (Dienstag) aus Münster.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte den Akzent anders gesetzt und die Länder aufgefordert, von der Regelung Gebrauch zu machen. "Es wird nicht so sein, wie es oft dargestellt wird, dass der Landtag für jeden Hotspot zusammenkommt", hatte er am Freitag gesagt. Man kenne ja die Hotspots, und dann könne der Landtag in einer Sitzung die Regeln für alle Hotspots beschließen.

Viele Krankenhäuser wegen Personalausfall im eingeschränkten Betrieb

6.32 Uhr: Die Krankenhäuser in Deutschland haben während der Omikron-Welle mit einem massiven Personalausfall zu kämpfen. "Eine hohe Zahl von positiv getestetem Personal ist für viele Krankenhäuser sehr belastend", sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). "So geben derzeit auch wieder 518 von 1320 Intensivstationen an, in einem eingeschränkten Betrieb zu arbeiten." In Nordrhein-Westfalen habe man "sehr deutlich einen Karnevalseffekt gespürt".

Die gleichen Sorgen macht sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. "Wir haben flächendeckend ein Problem mit Personalausfällen durch Quarantäne und Isolation", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). "Eine aktuelle Umfrage des DKI zeigt, dass 75 Prozent der Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sind, ihr normales Leistungsangebot anzubieten. Und ausschlaggebend dafür sind die Personalausfälle." Die hohen Inzidenzen ließen auch in den kommenden Wochen kein Durchatmen erwarten. Einzig positiv sei, dass die Belegung auf den Intensivstationen nicht weiter steigt.

Patientenschützer fordert Corona-Gratistests bis Jahresende

4.40 Uhr: Die Stiftung Patientenschutz fordert kostenlose Corona-Tests bis zum Jahresende. "Es war im letzten Jahr ein Fehler, die Bürgertests abzuschaffen. Viel zu spät kamen sie dann zurück. Jetzt soll sich unter der neuen Bundesregierung Gleiches wiederholen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Die geltende Corona-Testverordnung, die auch die Kostenfreiheit der Bürgertests regelt, läuft am 31. März aus. Eine Verlängerung bis Ende Mai werde vorbereitet, sagte am Montag ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Zuerst hatte das Portal "Business Insider" darüber berichtet.

Die Antigentests hätten sich bewährt. "Schließlich kann so jedermann dafür sorgen, dass seine Infektion frühzeitig erkannt wird. Damit wird die Weitergabe unterbrochen", erklärte Brysch. Deshalb müsse Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die gebührenfreien Tests bis Ende des Jahres garantieren.

Corona-News von Montag, 21. März: Allgemeine Impfpflicht – SPD will mit Union Kompromisse ausloten

21.06 Uhr: In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht will die SPD-Fraktion mit der Union über Kompromisse sprechen. Man wolle ausloten, "ob es möglicherweise Korridore gibt, auf die wir uns zubewegen können", sagte Fraktionschef Rolf Mützenich. Ebenso wolle man mit Abgeordneten sprechen, die sich anderen Anträgen angeschlossen hätten. Er halte angesichts der hohen Infektionszahlen eine allgemeine Impfpflicht weiter für erforderlich, sagte Mützenich.

Der Bundestag stimmt voraussichtlich im April ohne sonst übliche Fraktionsvorgaben über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus ab. Mehrere Anträge liegen vor. Den größten Rückhalt hat im Bundestag bisher der Entwurf für eine Impfpflicht ab 18 Jahre, den mehr als 230 Abgeordnete unterstützen. Vorgelegt hat ihn eine Gruppe um den Grünen-Experten Janosch Dahmen und SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese.

Daneben gibt es den Entwurf einer Gruppe um den FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann für eine Beratungspflicht und dann eine mögliche Impfpflicht ab 50 Jahre. Eine Gruppe um FDP-Vize Wolfgang Kubicki lehnt eine Impfpflicht ab. Auch Union und AfD haben Anträge vorgelegt.

Drohen jetzt so hohe Todeszahlen wie in Dänemark?

20.14 Uhr: Was passiert, wenn die Corona-Regeln fallen? Wie entwickelt sich die Pandemie in den kommenden Wochen? Klar ist: In Deutschland sollen ab Anfang April die aktuell noch gültigen Übergangsregeln zum Infektionsschutz auslaufen. Dort, wo die Länder keine Hotspot-Lage sehen, gelten dann nur noch die rudimentären Basisschutz-Maßnahmen. Lesen Sie hier: Drohen jetzt so hohe Corona-Totenzahlen wie in Dänemark?

Corona-Tests wohl bis Ende Mai kostenlos

20.05 Uhr: Bis Ende Mai soll es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst weiterhin kostenlose Corona-Bürgertests geben. Am 31. März läuft zwar die geltende Corona-Testverordnung aus, die auch die Bürgertests enthält. Sie würden aber weiterhin bezahlt, sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage. Eine entsprechende Verordnung werde vorbereitet, diese solle bis Ende Mai gelten. Hintergrund der Fristverlängerung sind offenbar die zuletzt wieder gestiegener Infektionszahlen.

Verband widerspricht Krankenkassen wegen Papiermangel

16.55 Uhr: Der Verband "Die Papierindustrie" hat mit Unverständnis auf den Hinweis des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu drohendem Papiermangel reagiert. Die Papierfabrikanten seien lieferfähig, ließ "Die Papierindustrie" mitteilen. Es gebe allein in Deutschland elf Fabriken, die Büro- und Administrationspapiere herstellten. Es handele sich mit schätzungsweise 600 Tonnen nur um 0,1 Prozent des jährlichen Verbrauchs in dieser Sparte in Deutschland – "das ist eine vernachlässigbare Größenordnung", sagte ein Verbandssprecher.

Die GKV hatte zuvor in einer Stellungnahme angezweifelt, dass genug Papier vorhanden sei, um die Impfpflicht umzusetzen. Da nicht rechtzeitig alle Betroffenen angeschrieben werden könnten.

Familienministerin nimmt Arbeit nach Corona-Erkrankung wieder auf

16.27 Uhr: Knapp vier Wochen nach ihrem positiven PCR-Test nimmt Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) ihre Amtsgeschäfte wieder auf. "Seit dem 24. Februar hatte ich trotz Booster erst mit Covid und dann mit Post-Covid zu kämpfen. Auch wenn ich noch Symptome habe, so freue ich mich und bin voller Motivation, ab heute wieder im Dienst sein zu können", sagte Spiegel am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Eine ihrer "allerwichtigsten Aufgaben" in den kommenden Tagen und Wochen werde die Aufnahme und Unterstützung von ukrainischen Waisenkindern sein.

Lauterbach verlängert Rettungsschirm für Kliniken

15.55 Uhr: Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen verlängert der Bund den finanziellen Rettungsschirm für die Krankenhäuser. Die so genannte Freihaltepauschale für bereit gehaltene Behandlungskapazitäten werde bis zum 18. April fortgeführt, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben). Die Versorgungspauschale als Zuschlag für die Behandlung von Covid-Patienten werde zunächst bis 30. Juni verlängert.

"Die Krankenhäuser sind durch die Corona-Pandemie weiterhin stark beansprucht", sagte der Minister dem RND. Deshalb sei es sinnvoll, die Freihaltepauschale für einen begrenzten Zeitraum fortzuführen.

Jüngste Corona-Wellen lassen 383 Millionen Arbeitsstunden ausfallen

14.14 Uhr: Die vierte und die fünfte Corona-Welle haben nach einer Studie insgesamt für einen Arbeitsausfall von schätzungsweise 383 Millionen Stunden gesorgt. Umgerechnet sind das rund 43.721 Jahre.

Damit hat die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen von Oktober 2021 bis Februar 2022 wegen erhöhten Krankenstands und Quarantänemaßnahmen um 8,4 Stunden abgenommen, wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der am Montag veröffentlichen Berechnung erklärt.

Allein dadurch ergebe sich ein Rückgang des Arbeitsvolumens um 1,5 Prozent verglichen mit dem von fünf Monaten vor der Corona-Krise. Die Arbeitszeitausfälle aufgrund von Kurzarbeit, Kündigungen oder unterbliebenen Einstellungen seien dabei nicht inbegriffen, erläuterte das Autoren-Team Susanne Wanger und Enzo Weber.

Tempo der Corona-Impfungen sinkt weiter

13.54 Uhr: Das Tempo der Impfungen gegen das Coronavirus nimmt in Deutschland weiter ab. Am Sonntag wurden im ganzen Land knapp 9000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervorgeht. In der Regel kommen noch einige Nachmeldungen dazu. Am Sonntag vor einer Woche waren es rund 13 000 Impfungen, vor zwei Wochen knapp 17 500.

Mindestens 63,1 Millionen Menschen haben nun einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen notwendig sind. Mindestens 48,4 Millionen Menschen (haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten. 19,5 Millionen Menschen sind bislang nicht geimpft. Für 4,0 Millionen davon ist bislang aber kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Corona-Impfpflicht: Kassen verteidigen Hinweis auf Papiermangel

12.46 Uhr: Eine Stellungnahme des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen zur Corona-Impfpflicht hat am Montag für Wirbel gesorgt. In dem Dokument für eine Expertenanhörung des Bundestags hatte der GKV-Spitzenverband auf mögliche praktische Probleme bei der Umsetzung einer Impfpflicht ab 18 Jahre hingewiesen - darunter auf einen akuten Papiermangel in Europa.

Die Kassen seien "keine Gesundheits- oder Ordnungsbehörden", argrumentierte der Verband. Vorgesehene Informations-Anschreiben an die Versicherten bis zum 15. Mai seien organisatorisch im gesetzten Zeitrahmen nicht zu erfüllen. Fraglich sei, ob überhaupt genügend Papier beschafft werden könnte, um 60 Millionen Betroffene anzuschreiben.

Unter dem Hashtag #Papiermangel wurde anschließend im Netz munter diskutiert. "Als Abgeordnete, die eine Impfpflicht ablehnt, könnte ich ja geneigt sein, froh darüber zu sein. Als Digitalpolitikerin ganz und gar nicht", schrieb etwa die Grünen-Politikerin Tabea Rößner bei Twitter.

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Montag in Berlin, über einen akuten Papiermangel lägen ihm keine Erkenntnisse vor.

Auftakt im Prozess um Maskenpflicht-Streit

11.02 Uhr: Der Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein ist am Montag kurz nach der Verlesung der Anklage unterbrochen worden. In der auf eine Stunde angesetzten Unterbrechung sollte der Verteidigung Gelegenheit gegeben werden, erst kürzlich vorgelegte Akten der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz einzusehen. Die umfangreichen Unterlagen waren laut Staatsanwaltschaft erst am Donnerstag eingegangen. Die Verteidigung zeigte sich überrascht von der Entwicklung. In den Unterlagen soll es unter anderem um Chat-Protokolle und deren Auswertung gehen.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 50-jährige Angeklagte einen 20 Jahre alten Mitarbeiter einer Tankstelle Mitte September 2021 mit einem Revolver getötet haben, nachdem dieser den Kunden mehrfach auf die coronabedingte Maskenpflicht hingewiesen hatte. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Laut Staatsanwaltschaft handelte der mutmaßliche Täter "heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen". Der zuvor nicht polizeibekannte Deutsche hat die Tat in einer Vernehmung gestanden. Laut Anklage soll er sich seit langem durch die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angeordneten Beschränkungen belastet gef