Corona-Pandemie

Nach Johnson & Johnson: Welcher Impfstoff als Booster?

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Lauterbach: Boostern schützt auch Ungeimpfte

Lauterbach: Boostern schützt auch Ungeimpfte

Durch eine möglichst schnelle Booster-Kampagne bei den Corona-Impfungen können nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auch Ungeimpfte mit geschützt werden.

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Berlin.  Bei Johnson & Johnson lässt der Impfschutz besonders schnell nach – es ist ein Booster nötig. Doch welcher Corona-Impfstoff eignet sich?

  • Eine Booster-Impfung kann den Schutz vor einer Corona-Infektion deutlich erhöhen
  • Auch nach einer Impfung mit Johnson & Johnson-Impfung ist eine Auffrischung notwendig
  • Doch welcher Impfstoff kommt infrage?

Der Impfstoff Janssen des Herstellers Johnson & Johnson schützt eigentlich besonders gut gegen Corona. Sein Vorteil: Schon eine Dosis reicht, um als vollständig geimpft zu gelten. Der Vektor-basierte Impfstoff verhindert eine Ansteckung zu etwa 65 Prozent, während fast 100 Prozent der Geimpften gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 oder Hospitalisierung geschützt sind. Lesen Sie hier: Impfschutz bei Johnson & Johnson lässt stark nach - Experte hat dringende Warnung.

Wie bei den Impfstoffen von Biontech, Moderna oder auch, lässt der Impfschutz einer Johnson & Johnson-Impfung mit der Zeit nach. Wann sollten sich Geimpfte einen Booster holen? Und welcher Impfstoff kommt bei einer Auffrischungsimpfung dann zum Einsatz?

Johnson & Johnson: Wann ein Booster empfohlen wird

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine "Optimierung der Grundimmunisierung" für Personen, die mit dem Janssen-Impfstoff geimpft wurden, frühestens ab vier Wochen nach der Impfung. Der Grund: Bei dem Impfstoff scheint der Impfschutz besonders schnell nachzulassen. Die meisten Impfdurchbrüche beobachtete das Robert-Koch-Institut bislang beim Johnson & Johnson-Vakzin.

Anders allerdings beurteilt die European Medicines Agency (EMA) die Lage: Sie dokumentiert in den Produktinformationen zum Impfstoff Janssen, dass eine Booster-Impfung frühestens zwei Monate nach der vorigen Impfung verabreicht werden sollte (Dokument, Seite 3). Außerdem, heißt es in dem Papier, könnte der Booster auch mit Janssen selbst erfolgen.

Auch das "Ärzteblatt" berichtet von einer südafrikanischen Studie, die auf eine hohe Wirksamkeit nach zwei Johnson & Johnson-Dosen gegen schwere Verläufte bei Omikron hin.

Der Johnson-Impfstoff kann nach Ansicht der EMA-Experten auch als Booster nach einer Impfung mit Präparaten der Hersteller Biontech/Pfizer oder Moderna gegeben werden. Die Entscheidung, wann Booster-Impfungen gegeben werden sollen, treffen nationale Gesundheitsbehörden.

Laut Stiko-Empfehlung hingegen sollten unabhängig vom Alter Menschen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, eine zusätzliche Impfdosis eines mRNA-Impfstoffs erhalten. Sie kommen damit in den Vorzug eines heterlogen Impfschemas, umgangsprachlich auch als Kreuzimpfung bekannt. Der Impfschutz nach Kreuzimpfungen gilt als besonders hoch. Weiterlesen: Booster-Impfung – Warum eine Kreuzimpfung sinnvoll sein kann

Zwar fehlen laut Stiko noch entsprechende Daten. Die Kommission hält es aber "für immunologisch plausibel, dass auch mit diesem Vektor-basierten Impfstoff in einem heterologen Impfschema mit einem mRNA-Impfstoff ein sehr guter Impfschutz erzielt werden kann", heißt es in der Stiko-Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen. Allerdings macht die Stiko eine Ausnahme: Personen, die nach der Impfung mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff eine "labordiagnostisch gesicherte Infektion durchgemacht haben" wird derzeit "keine weiter Impfung" mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen.

Die sogenannte Optimierungs-Impfung nach der einfachen Johnson-&-Johnson-Impfung ist auch nötig, um als vollständig geimpft zu gelten. Zudem sollen sich Geimpfte, die den Vektorimpfstoff als erste Dosis erhalten haben, drei Monate nach der Optimierung auch noch boostern lassen.

Booster nach Johnson & Johnson-Impfung: Welche Impfstoffe zum Einsatz kommen

Wer nach einer Impfung mit dem Janssen-Vakzin zur Auffrischung geht, bekommt einen von zwei in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoffen verabreicht. Bei Jüngeren wird es sich dabei um das Biontech-Mittel Corminaty handeln. Mit dem Spikevax-Impfstoff des US-Herstellers Moderna werden in Deutschland derzeit Personen über 30 Jahren geimpft. Beide Impfstoffe sind in den meisten Punkten nahezu identisch, unterscheiden sich aber etwa in der Lagerung voneinander.

Unlängst teilte der Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei Twitter eine Übersicht, aus der hervorgeht, welche Mischung von Impfstoffen die beste Wirkung erzielt. "Wechseln wirkt am besten", empfahl Lauterbach. Im Falle von Johnson & Johnson-Impfungen ist demnach der Moderna-Impfstoff die beste Wahl. (dpa/pcl)

Dieser Artikel ist zuerst bei morgenpost.de erschienen.

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