Pandemie

Neuer Corona-Impfstoff: Großer Vorteil gegenüber Biontech

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Nach Biontech und Moderna: Neuer mRNA-Impfstoff verspricht Vorteile

Nach Biontech und Moderna: Neuer mRNA-Impfstoff verspricht Vorteile

Ein neuer mRNA Impfstoff vom US-Hersteller Arcturus Therapeutics verspricht nach einer erfolgreichen klinischen Studie einen überraschenden Vorteil gegenüber den bisher zugelassenen Vakzinen von Moderna oder Biontech/Pfizer.

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Berlin  Ein neuer mRNA-Impfstoff aus den USA erweist sich in Studien als wirksam. Das Vakzin hat außerdem gleich mehrere besondere Vorteile.

  • Auch wenn bereits einige Corona-Impfstoffe auf dem Markt sind, wird weiter an Vakzinen geforscht
  • Nun hat sich ein neuer mRNA-Impfstoff in Studien als besonders wirksam erwiesen
  • Er hat zudem einige Vorteile gegenüber Biontech

Mit den Impfstoffen von Biontech und Pfizer sowie Moderna sind bereits zwei mRNA-Impfstoffe auf dem Markt. Nun könnte ein weiterer dazu kommen. Der US-Pharmakonzern Arcturus Therapeutics hat zusammen mit seinem vietnamesischen Partner Vinbiocare eine Wirksamkeitsstudie über einen neuen mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus abgeschlossen.

Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab, zeigte das Vakzin dabei eine Wirksamkeit von 95 Prozent gegen schwere bis tödliche Verläufe. Die Wirksamkeit gegen eine symptomatische Infektion mit Covid-19 lag immerhin bei 55 Prozent.

Corona: Neuer mRNA-Impfstoff hat mehrere Vorteile

Der Impfstoff, der den Namen ARCT-154 trägt, hat allerdings einen besonderen Vorteil: Anders als bei den Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna ist eine kleine Dosis des Impfstoffs für den Schutz ausreichend. Das liegt daran, dass das Vakzin nicht nur den Bauplan für das Spikeprotein des Virus enthält, sondern auch für weitere Enzyme. Diese sorgen dafür, dass diese Bauanleitung im Körper weitervermehrt wird. Aus diesem Grund ist auch die Produktion des Impfstoffs deutlich günstiger als bei anderen mRNA-Vakzinen.

Ein weiterer Vorteil des Impfstoffs ist, dass die Flüssigkeit, die die mRNA enthält, durch Gefriertrocknung in ein Pulver umgewandelt werden kann. Zur Verwendung des Impfstoffs wird dann wieder eine Flüssigkeit hinzugefügt. Dadurch ist es deutlich einfacher, das Vakzin zu transportieren oder zu lagern, wodurch es auch in ärmeren Ländern besser eingesetzt werden könnte.

Neuer Corona-Impfstoff: Notfallzulassung in Vietnam geplant

Die Studie ergab außerdem ein weiteres positives Ergebnis: Die Nebenwirkungen blieben überwiegend mild bis moderat. Auch Fälle von Myo- oder Perikarditis (Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels) traten in der Versuchsgruppe nicht auf. Das könnte allerdings auch damit zusammenhängen, dass diese Nebenwirkungen extrem selten sind und die Studie daher zu klein war, um sie zu zeigen.

An der Wirksamkeitsstudie hatten insgesamt mehr als 16.000 Personen in Vietnam teilgenommen. In diesem Zeitraum dominierten dort die Varianten Delta und Omikron. Der Impfstoff soll zunächst eine Notfallzulassung in Vietnam erhalten. Gleichzeitig steht das Unternehmen aber auch im Austausch mit anderen Zulassungsbehörden. Eine weitere Studie zur Zulassung als Booster-Impfung ist nach Angaben des Pharmaunternehmens bereits geplant.

Biontech beantragt Zulassung für Booster-Impfung für Kinder

Zuletzt hatte Biontech und sein US-Partner Pfizer haben in den USA eine Zulassung einer Corona-Auffrischungsimpfung für Fünf- bis Elfjährige beantragt. Die entsprechenden Dokumente wurden bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. (csr)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de

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