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Sterilisation in Afrika? Thelen bittet um Entschuldigung

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Das ist Unternehmer Frank Thelen

Das ist Unternehmer Frank Thelen

Frank Thelen ist Investor und vor allem aus “Die Höhle der Löwen” bekannt. Vor seinem heutigen Erfolg stand Thelen mit seinem eigenen Unternehmen bereits vor der Privatinsolvenz. Ein Portrait.

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Berlin  Frank Thelen denkt in einem Podcast über Geburtenkontrolle in Afrika nach. Scharfe Kritik folgt – und der Unternehmer bezieht Stellung.

  • Frank Thelen sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt
  • Der ehemalige "Die Höhle der Löwen"-Moderator hatte in einem Podcast über Geburtenkontrolle in Afrika nachgedacht
  • Thelen äußert sich mehrfach zu den Vorwürfen – und sieht sich selbst als Opfer

Nach Rassismus-Vorwürfen in den sozialen Medien hat Unternehmer Frank Thelen erstmals auf die Kritik reagiert. In einem Podcast aus dem Oktober 2019 hatte er gedanklich durchgespielt, wie eine Geburtenkontrolle in Afrika erfolgen könnte.

Mit Blick auf die ehemalige Ein-Kind-Politik der Volksrepublik China sagte er damals: "Man könnte in Afrika genau das machen: Ein Gesetz erlassen und sagen, nach so und so viel Geburten wird der Mann sterilisiert. Ich sage nicht, dass das richtig ist."

Frank Thelen: Rassismus-Vorwürfe wegen Vorschlag zur Geburtenkontrolle

Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer in den sozialen Medien werfen ihm nun Rassismus vor: Auch Prominente wie Klaas Heufer-Umlauf reagierten schockiert.

Auf Anfrage unserer Redaktion reagierte der Unternehmer nun erstmals darauf und ließ mitteilen: "Anders Indset (Anmerk. der Redaktion: Gesprächspartner im Podcast) sagt in unserem Podcast aus 2019, dass wir einen unfassbaren Zuwachs an Menschen in Afrika haben werden. Daraufhin erkläre ich die Geburtenkontrolle durch die Politik in China und bringe als weiteres theoretisches Beispiel die mögliche Sterilisation von Männern oder Frauen in Afrika an."

Er betone sowohl davor als auch danach, dass er dies für keine gute Idee halte, setze sich aber bewusst für eine offene Debatte zu schwierigen Fragestellungen ein. Und weiter: "Der aus dem Kontext gerissene und geteilte Ausschnitt will hier bewusst einen falschen Eindruck erwecken."

Frank Thelen: "Das tut mir leid"

Am Dienstag bezog der frühere DHDL-Investor Thelen zudem bei Twitter zu dem Podcast-Ausschnitt Stellung. Er habe eine Idee in den Raum gestellt und die sei "zu Recht" falsch angekommen. "Ich hätte diese beiden Worte am besten gar nicht in einen Satz getan." Thelen betonte nochmals, sein Gedankenspiel bereits im Podcast als "keine gute Idee" bezeichnet zu haben, und sagte im Bezug auf seine als rassistisch kritisierte Aussage: "Das tut mir leid."

Auf Twitter wird an den Aussagen insbesondere kritisiert, dass Thelen sich in Deutschland gegen zu viele Eingriffe des Staates in der Startup-Branche einsetze - und trotzdem für afrikanische Länder einen solchen Eingriff in die Intimsphäre ins Spiel bringt.

Thelen verteidigte sich allerdings auch gegen die Kritik. Seine Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen und "so unglücklich geschnitten" worden, dass die von ihm vorgenommene Einordnung als "keine gute Idee" fehle. Hier sei "eine gewisse Kampagne" gegen ihn losgetreten worden. Dennoch entschuldige er sich dafür, dass er "das so in einem Satz" gesagt habe.

Zwei Tage später meldet Thelen sich noch einmal persönlich bei unserer Redaktion. Das Ganze sei für ihn ein Herzensthema, erklärt er am Telefon. "Ich habe viel gelernt. Ich werde jetzt vorsichtiger sein mit meinen Formulierungen."

Thelen spendet mit Unternehmern an die FDP

Zuletzt erregte Thelen im Juli mit einer Kampagne Aufmerksamkeit. Eine Gruppe von zehn Startup-Unternehmern um Thelen unterstützt mit einer gemeinsamen Parteispende von einer halben Million Euro die FDP. In einer Pressemitteilung hieß es dazu, "dass eine Regierungsbeteiligung der FDP die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft nachhaltig stärken würde".

Kurz zuvor hatte Thelen bereits getwittert, eine rot-rot-grüne Regierung hätte "verheerende Folgen" für den Standort Deutschland, ohne damit den weltweiten Klimaschutz voranzubringen: "Die Grünen retten unseren Planeten leider nicht." (fmg)

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