Halloween

Diese Strafen drohen bei Streichen an Halloween

Die Polizei warnt vor strafbaren Halloween-Streichen.

Die Polizei warnt vor strafbaren Halloween-Streichen.

Foto: dpa

Essen.  Ob Fassaden beschmieren oder mit Eiern werfen: An Halloween spielen Kinder und Jugendliche gerne Streiche. Die Polizei warnt vor den Folgen.

An Halloween werden wieder Kinder und Jugendliche gruselig verkleidet durch die Straßen ziehen, um an den Haustüren an Rhein und Ruhr zu klingeln. Mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ fordern die kleinen Monster und Hexen dann Süßigkeiten ein. Doch wehe denjenigen, die dieser Bitte nicht nachkommen: Ihnen wird nach der amerikanischen Tradition ein Streich gespielt.

Viele der Halloween-Späße, wie die Mülltonne mit Toilettenpapier oder Luftschlangen einzuwickeln, sind zwar harmlos, doch die Polizei in NRW warnt nun wie jedes Jahr vor strafrechtlichen Konsequenzen - obwohl die Zahl der Straftaten an Halloween in den vergangenen Jahren laut der Polizei Essen nicht zugenommen hat.

Geld- oder Gefängnisstrafe als Konsequenz

In Bochum hat die Polizei sogar einen leichten Rückgang verzeichnet , wie Sprecher Volker Schütte sagt. "Trotzdem wollen wir vor den Konsequenzen von Streichen warnen. An Halloween passieren schon manchmal schräge Sachen. Und ab und zu kommt es immer wieder zu Eierwürfen oder verunreinigten Fassaden, das muss ja nicht sein", so Schütte.

Denn diejenigen, die fremdes Eigentum beschädigen, machen sich strafbar. Dazu gehört beispielsweise Böller in Briefkasten zu werfen, Müll in Gärten zu verteilen, Eier auf Hauswände zu schmeißen oder Pflanzen auszureißen. Auch zerstörte Blumenkästen, zugeklebte Türschlösser und beschmierte Hausfassaden gelten als Sachbeschädigung, wie es in der Mitteilung der Polizei heißt.

Solche Streiche können mit einer Geldstrafe und sogar mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Zudem muss der entstandene Schaden ersetzt werden - was je nach Streich mehrere tausend Euro kosten kann. Wer Sachen beschädigt, die von der Öffentlichkeit genutzt werden, dem drohen sogar bis zu drei Jahre Haft.

Weniger Grusel-Clown-Attacken

Der Polizei zufolge gehören dazu zum Beispiel demolierte Parkbänke oder zerkratze Scheiben in Zügen. Auch diejenigen, die ihren Freunden nur zuschauen oder daneben stehen, müssen sich für die Tat mitverantworten. Ihnen könne dann eine hohe Geldstrafe drohen.

Auch vor dem Phänomen, dass sich Menschen als Horror-Clown verkleiden und andere erschrecken oder verfolgen, warnt die Polizei. Erschrecken steht zwar nicht unter Strafe, wenn das Opfer aber eine Gefahr oder Bedrohung für sich verspüre, sei das wiederrum strafbar.

Vor zwei Jahren hatte es rund 190 Vorfälle solcher Grusel-Clown-Attacken in NRW gegeben. Inzwischen sei dieser "Trend" laut Polizei aber auch wieder abgeebt.

Auch Eltern können zur Verantwortung gezogen werden

Zwar sind Kinder bis 14 Jahre nicht schuldfähig und können nicht strafrechtlich belangt werden, allerdings müssen auch sie für ihre Taten gerade stehen. So können schon Siebenjährige oder - bei Verletzung der Aufsichtspflicht - die Eltern zur Verantwortung gezogen werden. Sie müssen für den entstandenen Schaden aufkommen.

Eltern sollten daher mit ihren Kindern darüber sprechen, dass Halloween-Streiche strafrechtliche Folgen haben können. Die Polizei rät ihnen daher auch die Halloween-Ausrüstung ihrer Kinder zu kontrollieren oder im Zweifel ihre Schützlinge auch bei ihrer Tour zu begleiten. Diese Maßnahmen seien Schütte zufolge auch erfolgreich: "Mit dem Verhalten der Kinder sind wir zufrieden. Da gehen auch viele Eltern beim Gruselzug mit durch die Gemeinde, das macht sich bemerkbar." (tat/dpa)

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