Fußball-WM 2018

Fall Özil: Cem Özdemir wirft Oliver Bierhoff Feigheit vor

Steht in der Kritik: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff.

Steht in der Kritik: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff.

Foto: Arne Dedert / dpa

Berlin  Nach der Kritik an Özil gibt es eine Rücktrittsforderung gegen Teammanager Bierhoff. Auch ein Grünen-Politiker meldete sich zur Wort.

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Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) „verbandsinterne Feigheit“ vorgeworfen. „Statt sich jetzt entschlossen gegen die leider auch eindeutig rassistisch grundierte Kritik zu stemmen, hauen die Protagonisten Grindel und Bierhoff noch tiefer in die Kerbe der Özil-Kritik“, sagte Özdemir der „Zeit“.

Özdemir weiter: „Das Foto mit Erdogan war ein schwerwiegender Missgriff.“ Aber Özils „unmögliches Agieren“ entschuldige in keiner Weise das Verhalten des DFB. Seit Wochen werde Özil zu einem Sündenbock gemacht.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland nach den umstrittenen Äußerungen über Mesut Özil den Rücktritt von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Verbandschef Reinhard Grindel gefordert.

„Rohes Spiel wird im Sport mit einer Roten Karte bestraft“, wird Aiman Mazyek in einem Online-Bericht des amerikanischen Senders ESPN zitiert. „Bierhoff und Grindel müssen zurücktreten, wenn sie in ihrer langen Karriere nichts anderes gelernt haben als: ,Du verlierst als Özil’ anstelle von ,Du verlierst als Mannschaft“, sagte Mazyek.

Bierhoff hatte Özil kritisiert

Nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hatte Bierhoff in der vergangenen Woche angedeutet, dass man vor dem Turnier in Russland die Nominierung Özils hätte überdenken müssen. Anschließend hatte er betont, er sei mit dieser Aussage missverstanden worden.

Nach Özil-Attacke: Bierhoff rudert zurück

Rolle rückwärts von Oliver Bierhoff: Der DFB-Teammanager geriet nach seinen Aussagen über Mesut Özil in arge Erklärungsnot. Nun hat er umgehend Stellung dazu bezogen und eine Kommunkationspanne eingeräumt.
Nach Özil-Attacke: Bierhoff rudert zurück

DFB-Präsident Grindel hatte am Montag in einem Interview eine Erklärung Özils zu den umstrittenen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefordert und zumindest indirekt diese Erklärung zur Bedingung einer Fortsetzung von Özils Karriere im DFB-Trikot gemacht. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Ilkay Gündogan hat sich Özil noch nicht zu den Aufnahmen im Mai in London geäußert.

Bierhoff und Grindel werden für ihre Aussagen kritisiert, da sie Özil damit zum Sündenbock für das deutsche WM-Scheitern machten. Grindel hatte Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw die Aufarbeitung für das Vorrunden-Aus in Russland übertragen. Bis Ende August sollen Entscheidungen über personelle und strukturelle Veränderungen fallen. (dpa)

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