Gaspreise

Energiekonzern EWE verschickt "aus Versehen" Kündigung

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So bleibt die Wohnung warm: Fünf Heizlüfter im Test // IMTEST

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Berlin  Der deutsche Gasversorger hat trotz Preisgarantie zahlreichen Kunden vor Ablauf des Vertrags gekündigt. Nun rudert der Konzern zurück.

  • Die Gaspreise sind zuletzt deutlich angestiegen: Viele Energiekonzerne kommen in Bedrängnis
  • Energiekonzern EWE sorgt nun mit einer Panne für Aufregung
  • "Aus Versehen" versendete man trotz Preisgarantie Kündigungen an viele Kunden

Kurz vor Beginn der kälteren Jahreszeiten sorgen sich viele Deutsche um ihre Heizkosten. Bereits in den Sommermonaten zogen die Versorger die Preise kräftig an. Doch auch Kunden und Kundinnen mit Festpreisgarantie scheinen vor der Energiekrise nicht vollkommen sicher zu sein, wie ein Schreiben des niedersächsischen Energieversorgers EWE nun zeigte.

In den EWE-Briefen ging es allerdings nicht um eine versteckte Preiserhöhung, sondern eine viele drastischere Maßnahme: die Kündigung der Verträge – vor Ende der Laufzeit und trotz Preisgarantie. Besonders auffällig: Offenbar richteten sich die Schreiben vor allem an die Klientel, die nicht in Norddeutschland wohnt.

Gaspreise: Konzern kündigt Kunden "außerhalb der Heimatregion"

"Da ihre Lieferstelle außerhalb unserer Heimatregion liegt, müssen wir Ihnen mitteilen, dass der Vertrag für Ihr Produkt zu den aktuell günstigen Konditionen nicht über die vereinbarte Erstlaufzeit hinaus fortgeführt werden kann", zitiert die "Wirtschaftswoche" aus einem der Redaktion vorliegenden Schreiben.

In dem speziellen Fall soll EWE dem Kunden zu Ende Oktober den Vertrag gekündigt haben, obwohl dieser bis zu Ende des Jahres gelaufen wäre. Ein Blick in die sozialen Medien zeigt: Auch andere Personen sind von den Kündigungsschreiben betroffen.

So fragte der Journalist Ralph Goldmann den in Oldenburg ansässigen Konzern am 14. September auf Twitter: "Wieso kündigt ihr Gasverträge einseitig zwei Monate vor Ende der Erstlaufzeit/Preisgarantie?" In den Kommentaren unter dem Tweet berichten andere Kundinnen und Kunden, dass sie das Schreiben auch erhalten hätten. Der Konzern reagiert offenbar sofort – mit einer merkwürdigen Eklärung.

Gaspreise: Kündigung durch EWE war "ein Fehler"

Denn nur einen Tag später posten Goldmann und andere User und Userinnen Screenshots, die sie aus einem Email-Verkehr mit EWE abfotografiert haben wollen. Darin schreibt der Energiekonzern – immerhin das fünftgrößte Energieversorgungsunternehmen Deutschlands –, es handele sich um "einen Fehler". Man sei dabei, die betroffenen Kunden zu informieren und die Kündigungen rückgängig zu machen, so EWE.

Tatsächlich gaben Sprecher des Konzerns gegenüber mehreren Medien eine identische Erklärung ab. Wie der Fehler und das anschließende Chaos zustande kommen konnten, bleibt unbekannt. Die Kunden und Kundinnen sollen aber immerhin vor einer Kündigung geschützt sein: Wie ein EWE-Sprecher gegenüber der "Wirtschaftswoche" erklärte, werden sie nicht nur jetzt, sondern auch am Ende ihrer Vertragslaufzeit nicht gekündigt. In diesen Zeiten schonmal eine gute Aussicht. (reba)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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