Gerichtsurteil

Dreieinhalb Jahre Haft für glücklosen Duisburger Drogendealer

Seit dem Abschluss der sieben Jahre währenden Sanierung in 2015 erstrahlt die Eingangshalle des Land- und Amtsgerichts Duisburg in neuem Glanz.

Seit dem Abschluss der sieben Jahre währenden Sanierung in 2015 erstrahlt die Eingangshalle des Land- und Amtsgerichts Duisburg in neuem Glanz.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Das Landgericht hat einen 28-jährigen Meidericher für seine Beteiligung an mehreren Drogengeschäften verurteilt. Übergaben scheiterten mehrfach.

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Wegen Drogenhandels hat das Landgericht am König-Heinrich-Platz einen 28-jährigen Meidericher zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Am Ende des mehrtägigen Prozesses stand fest, dass der Angeklagte zwischen Oktober 2016 und März 2017 an einer ganzen Reihe von Drogengeschäften beteiligt gewesen war, bei denen es um insgesamt mehrere Liter Amphetaminöl, rund fünf Kilo Marihuana und sechs Kilo Amphetamin ging.

Der 28-Jährige war vor allem als Vermittler zwischen einem niederländischen Lieferanten und einem Drogendealer tätig gewesen, hatte dabei allerdings wenig Glück gehabt. In der Mehrzahl der Fälle kamen die Geschäfte gar nicht zustande. Übergaben von Drogen-Lieferungen scheiterten mehrfach. In anderen Fällen ging die Ware nach kurzer Zeit wegen schlechter Qualität zurück.

Angeklagter sprach offen, Polizei hörte zu

Ein weiterer Vorfall bewies, dass die komplette Tätergruppierung nicht allzu professionell agiert hatte: Nach der Autopanne eines Kuriers waren sechs Kilo Amphetamin kurzfristig in der Nähe des Duisserner Arbeitsamtes deponiert worden. Am Ende musste der Angeklagte die Kastanien aus dem Feuer, oder vielmehr das Amphetamin aus einem Gebüsch holen. Die Polizei hatte das Treiben der Täter seit einiger Zeit beobachtet, wobei ihr zu Gute kam, dass der Meidericher in Telefongesprächen und im Chatverkehr mehr oder weniger unverschleiert über sein kriminelles Tun sprach.

Zu Gunsten des 28-Jährigen wertete die Kammer, dass er ein verfahrensabkürzendes Geständnis ablegte, zur Tatzeit noch nicht vorbestraft war und die Taten vor allem deshalb begangen hatte, um seinen gestiegenen Drogenkonsum zu finanzieren: Der Angeklagte hatte sich immer öfter in den Rausch geflüchtet, als er nach dem erfolgreichen Ende seiner Ausbildung in die Arbeitslosigkeit geraten war. Angesichts der Gesamtumstände blieb das Gericht deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Anklagevertreter hatte fünf Jahre Gefängnis gefordert.

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