Missbrauch

In Berliner Sportklubs: Kindesmissbrauch in über 136 Fällen

In Berlin soll ein Mann Minderjährige missbraucht haben. (Symbolbild)

In Berlin soll ein Mann Minderjährige missbraucht haben. (Symbolbild)

Foto: Jana Fernowvia www.imago-images.de / www.imago-images.de

Berlin.  Der Jugendwart eines Angelvereins soll Jungen missbraucht haben. Die Polizei stellte bei ihm Missbrauchs-Gegenstände und DVDs sicher.

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Ein 50 Jahre alter Mann wurde in Berlin von der Polizei und der Generalstaatsanwaltschaft festgenommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, erfolgte die Festnahme bereits am Freitag, den 1. November. Der Mann steht unter dem dringenden Tatverdacht des vielfachen, teils schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der Beschuldigte wurde nach Angaben der Polizei am 1. November in seinem Wohnwagen auf dem Gelände eines Angelvereins festgenommen. Der Mann ist laut Staatsanwaltschaft seit 20 Jahren in verschiedenen Sportvereinen ehrenamtlich als Jugendwart tätig.

„Der Beschuldigte steht im dringenden Tatverdacht, in den vergangenen drei Jahren mindestens vier Jungen im Alter von acht bis elf Jahren sexuell missbraucht zu haben“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Zeugenaussagen hätten den Mann belastet und die Festnahme ermöglicht.

Sexueller Missbrauch: „Sexspielzeug“ in Wohnwagen gefunden

Bereits vor der Festnahme hatte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt, der sich nach Angaben der Behörde auf bislang mehr als 136 bekannt gewordenen Fälle des zum Teil schweren Missbrauchs von Kindern stützt.

Laut Polizeiangaben wurde der Mann in seinem Wohnwagen, in der er auch zum größten Teil des Jahres lebt, festgenommen. Bei der Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte der Polizei umfangreiches Beweismaterial. Dabei soll es sich auch um „Sexspielzeug“ handeln. Die Staatsanwaltschaft spricht von „zahlreichen Gegenständen, die nach Schilderungen der Kinder bei den Missbrauchshandlungen regelmäßig zum Einsatz gekommen sein sollen“.

Ebenso wurden Datenträger wie etwa DVDs sichergestellt. Die Datenträger werden nun ausgewertet. Dabei muss festgestellt werden, ob durch den Verdächtigen auch Taten in Videos und auf Bildern festgehalten wurden.

Wie die Staatsanwaltschaft sagte, wird es auch Gegenstand der laufenden Ermittlungen sein, ob der Beschuldigte mit den Fotos oder Videos der Taten Geld verdient hat. Zudem wird zu prüfen sein, inwieweit einige der dem Beschuldigten vorgeworfenen Missbrauchsfälle bereits verjährt sind.

Staatsanwaltschaft sucht weitere Geschädigte

Der tatverdächtige Mann wurde am 1. November festgenommen und zeitnah einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Seitdem sitzt der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen, insbesondere auch hinsichtlich etwaiger weitere mutmaßlicher Opfer, dauern an.

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Mögliche weitere Geschädigte werden gebeten, sich beim Landeskriminalamt 132 (Sexualdelikte) oder bei der Staatsanwaltschaft Berlin zu melden.

Tat weckt böse Erinnerungen an Missbrauchsfall in Lügde

Die Tat weckt Erinnerungen an einen Missbrauchsfall in Lügde in Nordrhein Westfalen. Auf einem dortigen Campingplatz war es zu hundertfachem sexuellen Missbrauch von Kindern gekommen. Der Haupttäter wurde Anfang September zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt, der Mitangeklagte erhielt 12 Jahre Haft.

In den vergangenen Wochen hatte ein neuer Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs Nordrhein-Westfalen erschüttert. Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren tausende kinderpornografische Bilder gefunden worden.

Dieser Text erschien zuerst auf morgenpost.de.

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