Corona

Johnson & Johnson: Die wichtigsten Infos zum Impfstoff

| Lesedauer: 5 Minuten
Ursache für Blutgerinnsel nach Covid-Impfung entdeckt

Ursache für Blutgerinnsel nach Covid-Impfung entdeckt

Deutsche Forscher haben eine Ursache für die seltenen aber gefährlichen Thrombosen nach Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson gefunden. Somit können die Impfstoffe somit optimiert werden.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Der Impfstoff von Johnson & Johnson unterscheidet sich von den anderen Impfstoffen auf dem Markt. Die wichtigsten Infos zum Vakzin.

  • Johnson & Johnson gehört zu den in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen
  • Das Vakzin wirkt allerdings anders als etwa Biontech oder Moderna
  • Zudem empfiehlt das RKI eine Auffrischungsimpfung mit einem anderen Impfstoff
  • Lesen Sie hier, welche Nebenwirkungen es gibt und welche Wirksamkeit man erwarten kann

Der vektorbasierte Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson mit dem Namen Janssen wirkt anders als die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech. Deshalb hat die Ständige Impfkommission (Stiko) auch für dieses Vakzin noch einmal gesonderte Empfehlungen. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen über den Impfstoff, zum Beispiel welche Impfstoffe für einen Booster nach Johnson & Johnson geeignet sind.

Wie funktioniert der Impfstoff von Johnson & Johnson?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson, der ganz korrekt "Covid-19 Vaccine Janssen" genannt wird, nutzt ein sogenanntes Adenovirus als Vektor. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde aber so verändert, dass es sich nicht vermehren kann. Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Coronavirus zu produzieren. Dadurch wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des echten Coronavirus vorbereitet.

Die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna dagegen sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. "m" steht für messenger (Bote), "RNA" für Ribonukleinsäure. Hier ist die mRNA die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Sie gelangt mit Hilfe winziger Fetttröpfchen in die Körperzellen. Diese stellen dann ebenfalls das Virusprotein her, gegen das der Körper seine Immunantwort entwickelt.

Lesen Sie auch: Booster-Impfung: Alle wichtigen Infos zur Auffrischung

Welche Vorteile bietet Johnson & Johnson?

Ein Vorteil des Impfstoffs ist die einfachere Lagerung. Nach Unternehmensangaben ist er mindestens drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen zwischen zwei und acht Grad haltbar. Somit kann das Mittel von jeder Arztpraxis aufbewahrt werden. Die Impfstoffe auf Grundlage der mRNA-Technologie von Biontech und Moderna müssen hingegen bei etwa minus 20 Grad aufbewahrt werden.

Johnson & Johnson: Ab wann besteht voller Impfschutz?

Zunächst ging man davon aus, dass bei dem Impfstoff – anders als bei den anderen in der EU bereits zugelassenen Mitteln von Biontech, Moderna und Astrazeneca – eine einzige Dosis ausreicht. Doch die Omikron-Variante stellt die Wissenschaft vor neue Herausforderungen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Menschen, die zunächst mit Johnson & Johnson geimpft worden sind, dass sie sich danach noch zwei Mal mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen. Es ist also wie bei anderen Impfstoffen auch für eine Booster-Impfung eine dritte Spritze notwendig. Diese sollte drei Monate nach der zweiten Impfung erfolgen.

Wie wirksam ist das Vakzin von Johnson & Johnson?

Dem Robert-Koch-Institut zufolge sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, beim Vakzin von Johnson & Johnson um bis zu 70 Prozent. Der Schutz vor milden Verlaufen ist aber niedriger.

Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit demnach bei 81,7 beziehungsweise 87,6 Prozent. Damit scheint der Impfstoff des US-Konzerns auch gut gegen die südafrikanische und die brasilianische Virus-Varianten zu wirken, die als deutlich ansteckender gelten. Bei den in der EU bereits zugelassenen Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna ist die Wirksamkeit insgesamt mit mehr als 90 Prozent noch etwas höher. In Deutschland dominiert derzeit die britische Variante des Coronavirus.

Impfung von Johnson & Johnson: Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Laut Robert Koch-Institut (RKI) traten in den Zulassungsstudien am häufigsten leichtere Impf-Nebenwirkungen auf. Dazu zählen beispielsweise:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit, Schwäche oder Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen
  • Übelkeit
  • Fieber, Schüttelfrost

In den Studien traten diese Nebenwirkungen häufiger bei jungen als bei älteren Menschen auf.

In sehr seltenen Fällen (laut RKI weniger als 0,01 Prozent) traten nach einer Impfung mit Johnson & Johnson Blutgerinnsel auf, so etwa im Gehirn als Sinusvenenthrombose. Damit einher ging eine Verringerung der Blutplättchenzahl. Diese schwere Nebenwirkung tauchte innerhalb von drei Wochen nach der Impfung überwiegend bei Personen unter 60 Jahren auf und führte bei einem Teil der Betroffenen zum Tod.

Wer kann sich jetzt mit Johnson & Johnson impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Impfstoff wegen der seltenen Gefahr einer Hirnvenenthrombose grundsätzlich für über 60-Jährige – genau wie das Vakzin von Astrazeneca. Auf Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern können sich aber auch jüngere Menschen "nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoentscheidung" mit dem Mittel impfen lassen.

Corona-Impfung während der Schwangerschaft
Corona-Impfung während der Schwangerschaft

Schwere Nebenwirkungen, Hirnvenenthrombose: Was sind Alarmsignale?

Auf dem Aufklärungsbogen des RKI zu der Impfung von Johnson & Johnson wird darauf hingewiesen, dass die Hausärztin oder der Hausarzt umgehend konsultiert werden sollte, wenn Symptome auftreten, die allgemeine Impfreaktionen deutlich überschreiten. Genannt werden beispielsweise:

  • Starke oder anhaltende Kopfschmerzen, die einige Tage nach der Impfung auftreten
  • Atemnot
  • Sehstörungen
  • Brustschmerzen
  • Beinschwellungen
  • Anhaltende Bauchschmerzen
  • Punktförmige Hautblutungen außerhalb des Einstichs oder Blutergüsse

Dieser Artikel ist zuerst bei morgenpost.de erschienen.

(mit afp/dpa/fmg)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER