Royal Wedding

Kritik am ZDF – Zuschauer fanden Kommentare unpassend

So wird Prinzessin Meghan die Menschen jetzt zusammenbringen

Meghan Markle: Wegen Meghans Herkunft sprechen die Briten jetzt von "Vielfalt" , die ins Königshaus einzieht. Reporterin Johanna Rüdiger hat in Windsor einen Briten mit afrikanischen Wurzeln getroffen, und ihn gefragt, was er davon hält.

Meghan Markle: Wegen Meghans Herkunft sprechen die Briten jetzt von "Vielfalt" , die ins Königshaus einzieht. Reporterin Johanna Rüdiger hat in Windsor einen Briten mit afrikanischen Wurzeln getroffen, und ihn gefragt, was er davon hält.

Beschreibung anzeigen

London  Die Hochzeit von Windsor lief ohne Pannen. Kritik aus Deutschland gab es trotzdem – nicht am Brautpaar, sondern an den ZDF-Moderatoren.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die royale Hochzeit auf Schloss Windsor war ein riesiges TV-Ereignis. Ausgerechnet für das ZDF lief es am Samstag aber nicht so gut. Stein des Anstoßes waren die Kommentatoren.

Während der Übertragung des Mainzer Senders diskutierten Nutzer in den Sozialen Medien über die ihrer Meinung nach „rassistischen“ und „sexistischen“ Äußerungen der ZDF-Kommentatoren. Denen gingen irgendwann anscheinend die Alternativen für Adjektive aus.

Einen Schnaps auf rassistische Kommentare

Sie nannten die Braut Meghan Markle beispielsweise immer wieder „afroamerikanisch“ oder auch „exotisch“, bemerkten die Twitterer. Einem Nutzer ging diese Häufung so sehr auf die Nerven, dass er vorschlug, daraus ein Trinkspiel zu machen.

Sein Vorschlag: Für jedes „afroamerikanischen Hintergrund“ sollten die TV-Zuschauer einen Schnaps trinken.

Sexistische Kommentare?

Andere Twitterer stießen sich vor allem an dem für sie nicht passende Frauenbild der Kommentatoren. Das nämlich war ihrer Ansicht nach darauf reduziert, die Partnerin von Prinz Harry zu sein. Die ZDF-Leute verglichen die Braut mit Amal Clooney und Victoria Beckham: Alle drei hätten zunächst eigene Karrieren gestartet, sich dann aber an bekannte Ehemänner gebunden.

Zwei Kommentare, an denen sich besonders viele Twitterer stießen: Die Braut sei eine „Frau im reifen Alter“ und „Frauen sind wie Teebeutel. Sie wissen gar nicht wie stark sie sind, bevor sie ins heiße Wasser kommen.“ Letzteres ist ein leicht verrutschtes Zitat von Anna Eleanor Roosevelt, First Lady der USA von 1933 bis 1945. Damals galt solch ein Spruch womöglich noch als Kompliment.

„Wir finden sie total in Ordnung“

Beim ZDF war man mit der Sendung anscheinend zufrieden. „Volle 236 Minuten“ habe man die Hochzeitsfeierlichkeiten übertragen, vermeldete der Sender am Nachmittag via Twitter stolz. Und: „Wir hoffen es hat Euch gefallen.“

Wie es besser geht, zeigte zeitgleich die TV-Konkurrenz von RTL. Meghan Markle, so hieß es da, dürfte als geschiedene amerikanische Schauspielerin sicher nicht die Wunschschwiegertochter der 92-jährigen Queen sein. Als Kommentatorin Frauke Ludowig das Thema ansprach und ihre Gesprächspartner danach fragte, formulierte sie ihre Frage sehr bewusst: „Bei der Vorgeschichte von Meghan – also in den Augen der Queen – wir finden sie total in Ordnung.“ (dahe)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (22) Kommentar schreiben