Royal Family

König Charles und Harry – Krönung war Happy End mit Tränen

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"Big Lunch": Briten feiern mit Bürgerfesten Krönung von Charles III.

"Big Lunch": Briten feiern mit Bürgerfesten Krönung von Charles III.

Zu Ehren von König Charles III. haben am Tag nach der Krönungszeremonie unter dem Titel "The Big Coronation Lunch" (Das große Krönungs-Mittagessen) im ganzen Vereinigten Königreich Nachbarschaftsfeste stattgefunden.

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London.  Die Krönung war ein Erfolg für König Charles. Dennoch war der 74-Jährige in sentimentaler Stimmung: Das Verhältnis zu Harry ist düster.

Was für ein Happy End! Charles III. (74) und Camilla (75) sind am Wochenende zum König und zur Königin von Großbritannien gekrönt worden, ein halbes Jahrhundert, nachdem sie sich ineinander verliebten. Die zuletzt monarchiemüde Bevölkerung war größtenteils begeistert, und auch die britische Presse, für die Royals seit jeher ein unberechenbarer Plagegeist, ist in wohlwollender Stimmung. Charles hätte allen Grund, glücklich zu sein.

Er ist es nicht. Denn sein jüngster Sohn Prinz Harry (38) hat der ganzen Welt gezeigt, dass der Riss in der Kernfamilie tief ist: Zwar war er zur Krönung angereist. Doch kaum dass sein Vater die Edwardkrone aufgesetzt bekam, flog er wieder ab. Außer seinem Onkel Prinz Andrew (63) und dessen Töchtern Eugenie (33) und Beatrice (34) war Harry allen aus dem Weg gegangen. Charles soll bei einem Familiendinner im Buckingham-Palast „aufrichtig enttäuscht“ gewesen sein, zitiert die renommierte „London Times“ eine Palastquelle.

Demnach sei es zu einem ergreifenden Moment gekommen, als Thronfolger Prinz William (40) seinem Vater zur Krönung gratulierte. Charles hob daraufhin sein Glas und sprach einen Toast auf Williams Kinder Prinz George (9), Prinzessin Charlotte (8) und Prinz Louis (5) und dann auf diejenigen, „die heute nicht da sind“. Dann wünschte er Harrys Sohn Archie (4) alles Gute zum Geburtstag, „wo immer er er gerade ist“.

Prinz Harry: Im Krönungs-Anzug heim zur Familie

Dabei ist das kein Geheimnis: Am Krönungstag war Archie vier geworden, seine Mutter Herzogin Meghan (41) hatte daheim in der Villa in Montecito (Kalifornien) eine Party für ihn ausgerichtet. Harrys Linienflugzeug von British Airways landete um 18.30 Ortszeit in Los Angeles. Er schaffte es noch, seinen Sohn zu Bett zu bringen – immer noch in dem Dior-Cutaway, den er bei der Krönung in getragen hatte.

Charles hat seinen Enkel Archie kaum je gesehen. Prinzessin Lilibet (2) konnte er zum Thronjubiläum einmalig in den Arm nehmen. Harrys Besuch der Krönungszeremonie war sein erster Auftritt, seit im Januar sein Enthüllungsbuch „Reserve“ erschienen war. Insider glauben, es könnte für lange Zeit sein letzter gewesen sein.

Royals: Familie froh, dass Prinz Harry abreiste

Dabei muss er sehr bald nach London zurück: Am Mittwoch beginnt sein Prozess gegen die Boulevardzeitung „Daily Mail“, welche die Privatsphäre von ihm und Meghan verletzt haben soll. Harry wird sich wahrscheinlich ein Hotel suchen müssen: Charles hat das Wohnrecht seines Sohnes für Frogmore Cottage, wo Harry die Nacht auf Samstag verbracht hatte, auslaufen lassen. Während Charles bei der Privatfeier sentimentaler Stimmung war, soll der Rest der Familie „einen Seufzer der Erleichterung“ ausgestoßen haben, dass Harry wieder abgereist war. Man hat genug von dem ewigen Drama.

Bei dem Krönungskonzert in Windsor am Sonntagabend versicherte William seinem Vater seinen Rückhalt: „Wir sind so stolz auf dich, Pa“, sagte er in Richtung der überdachten Royal Box, wo Charles und Camilla mit vielen anderen Royals – darunter auch Prinz Andrew – das Konzert verfolgten. Stars wie Andrea Bocelli, Lionel Richie und Katy Perry traten auf. Dame Joan Collins, Sir Tom Jones, Tom Cruise und Hugh Jackman gratulierten per Videobotschaft.

König Charles liebt House Music aus Ibiza

Überraschenderweise entpuppte sich Charles als Fan von House Music, wie sie auf Ibiza aufgelegt wird. DJ Pete Tong eröffnete das Konzert mit Orchesterversionen der Club-Hits. Das habe der König persönlich gewünscht.

Krönung von Charles nicht wichtig genug für Australien

Nach dem Krönungsfeiertag am Montag gilt es für Charles die Ärmel hochzukrempeln. Seine Aufgabe ist keine Geringere, als das Existenzrecht der Monarchie in den Augen der Welt zu sichern. Dazu gehört auch, den Kolonialismus aufzuarbeiten. In Australien, wo er noch offiziell Staatsoberhaupt ist, brüskierte man den neuen König bereits: Die berühmte Oper in Sydney wurde anders als sonst bei solchen Anlässen üblich am Wochenende nicht beleuchtet. Das hatte Premierminister des Bundesstaates New South Wales, Chris Minns, verfügt.

Er würde die kostspielige Festbeleuchtung „gerne für Australien und Australier und Momente der Aufopferung und des Heldentums für das Land oder für wichtige internationale Ereignisse in Sydney reservieren“.

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