Single Mom

„Männerverschleiß“? Was wir von Sylvie Meis lernen können

Sylvie Meis hat sich von Bart Willemsen getrennt.

Sylvie Meis hat sich von Bart Willemsen getrennt.

Foto: dpa/Collage FMG / dpa/Werner

Berlin  Die Moderatorin hat sich getrennt und auf einmal rechnet die Weltpresse nach und sorgt sich um die Zahl ihrer Liebschaften. Ja. Soweit.

Dieser Tage musste ich unweigerlich immer wieder an die Textzeilen des Großvaters Edwin aus dem Kult-Film „Little Miss Sunshine“ denken, der seinem Enkel bis zu seinem Tod mit dem alterweisen Ratschlag versorgt, im Leben so viele Sex-Partnerinnen wie möglich zu haben. Dieser Hinweis ist natürlich eine ironische Umkehr dessen, was Opas und Omas ihren Nachfahren sonst so auf den Lebensweg mitgeben – vor allem ihren Enkelinnen.

Klassischerweise lauten die Tipps eher: „Such Dir einen Mann“, „Heirate und werde glücklich“ oder auch gerne „Finde den Mann Deiner Träume“. Nun ist es nicht überliefert, ob die Moderatorin Sylvie Meis (41) als kleines Mädchen ähnliche Ratschläge von ihrer Großmutter erhalten hat, sicher ist aber, dass die Niederländerin dieser Tage mit den Folgen dieses traditionellen Weltbildes zu kämpfen hat.

Die geschiedene Single Mom Sylvie Meis, so beschwört es nämlich der bunte Blätterwald, findet nämlich nie „den Richtigen“. Vergangene Woche gab sie die Trennung von Filmproduzent Bart Willemsen (29) bekannt – und offenbar hatten einige ihrer Kritiker höheren Gesprächsbedarf als sie selbst. So war in der „Bild“-Zeitung von „Männerverschleiß“ die Rede und nachgerechnet wurde auch: „In den sechs Jahren seit der Trennung von Ex-Mann Rafael van der Vaart (36) Anfang 2013 hatte Sylvie sieben Freunde“, stand es auf Bild.de zu lesen.

Wie ich selbst als Single Mom kritisiert wurde

So viel angedeutete Kritik, dass es Sylvie Meis (ganz Profi) erst einmal mit Humor versuchte („Ich bin öfter mal Single, das wissen alle“). Als das nicht zog, mit unnötiger Rechtfertigung („Das ist doch nicht viel“) und dann mit direkter Gesellschaftskritik. So sagte sie schlussendlich (in pädagogischer Erwachsenen-Sprache, damit es JEDER versteht): „Alle Menschen dürfen daten. Nur in der Öffentlichkeit stehende Frauen wie ich offensichtlich nicht. Ich werde gleich kritisiert.“

Und natürlich hat sie recht – mit einer wichtigen Ergänzung: Denn im Grunde ist die leichte Version der Benimm-Regel, möglichst monogam und damit glücklich zu sein, für alle Frauen nervtötend wie ein Ton im Ohr immer hörbar. Als ich (nicht prominent) vor drei Jahren

wurde, verrutschte so manchen meiner Mitmenschen das Lächeln. „Aber das tut man doch nicht“, fand meine Verwandtschaft. Und mit jeder Bekanntschaft, die sich nicht bewahrheitete, wurde es schlimmer.

Was wir von Sylvie Meis lernen können

Ja, das bisschen beruflicher Erfolg, das ich da hatte, war ja schon ganz okay, aber dass Caroline keinen Mann hat, also, nein, das geht nicht. Ähnlich, um den Faktor 100 multipliziert, geht es wohl

. Wie könnte sie denn als beliebte Schauspielerin und Moderatorin mit geschätztem Millionenvermögen und einen hübschen Sohn, einer coolen Wohnung, vielen Reisen und interessanten beruflichen Angeboten happy und ausgeglichen sein? Fehlt da nicht, der Mann?

Es wäre Sylvie Meis‘ gutes Recht, sich augenrollend von jedem Mikro zu entfernen, aber – und ich bewundere sie dafür – sie ist einfach zu geduldig und zu geübt. Denn, Achtung, an alle öffentlichkeitsfreudigen Promis von morgen, jetzt können wir etwas lernen: Anstatt sich nämlich nun endlich verdientermaßen genervt abzuwenden, sagt Sylvie Meis der interessierten Presse: „Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann wäre es, Mr. Right zu finden. Nicht Mr. Right Now, sondern Mr. Right.“ Und bis es soweit sei, gebe es da noch ihren Sohn, ihre „große Liebe“.

Ebenso verkündet das Model im selben Zuge, dass sie nun ihren eignen YouTube-Kanal plane. Spätestens dann möchte ich La Meis als Alleinerziehende ganz langsam aus der Ferne zunicken, ihr damit versichern, dass ich alles im Kopf mitgeschrieben habe, denn ich kann mir seitdem sicher sein: Menschen wie Sylvie Meis beherrschten schon die Regeln, bevor das Spiel überhaupt erfunden wurde. (Caroline Rosales)

• Hintergrund:

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben