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Mallorca: Fälle von Alkoholvergiftungen überlasten Klinikum

Touristen am Strand von El Arenal in Palma de Mallorca.

Touristen am Strand von El Arenal in Palma de Mallorca.

Foto: Clara Margais / dpa

Palma  Touristen mit Alkoholvergiftungen überfordern zunehmend die Ärzte in der Notaufnahme der Uni-Klinik von Palma. Was wäre eine Lösung?

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Trinken bis zum Umfallen, Saufen bis in die Notaufnahme: Weil permanent Urlauber mit Alkoholvergiftung in das Universitätsklinikum Son Espases in Palma de Mallorca eingeliefert werden, sind Ärzte überlastet. Sie fordern einem Bericht der „Mallorca Zeitung“ zufolge deshalb Lokalpolitiker dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen.

„Von den Politikern sind wir enttäuscht“, sagte einer der Notfallärzte laut dem Bericht am Mittwoch. Mehrmals habe man sich dafür eingesetzt, in der Gemeinde Calvià ein Notfall-Zelt aufzustellen, in dem Betrunkene ihren Rausch ausschlafen können.

Mallorca: Im Sommer haufenweise Einlieferungen von Touristen

Diese Art der Notversorgung müssten diejenigen Tourismus-Unternehmen zahlen, die vom „Sauftourismus“ profitieren – und nicht die Steuerzahler, die das Krankenhaus finanzieren.

„Im Sommer werden in den Morgenstunden haufenweise junge Leute mit Alkoholvergiftung eingeliefert oder mit Prellungen und Platzwunden nach Schlägereien“, sagte ein Mitarbeiter des Krankenhauses weiter. Da sie in der Notaufnahme ankommen würden, müssen sie wie alle anderen Notfälle behandelt werden.

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Zunächst werden sie nach Dringlichkeit eingestuft und dann in den jeweiligen Räumen des Klinikums behandelt. „Wenn es nicht um reine Alkoholvergiftungen geht, sondern mehrere Drogen im Spiel sind, werden sie aufgrund der Gesundheitsrisiken in den Bereich der mittelschweren Fällen verlegt“, fügte er der Zeitung gegenüber hinzu.

Dem Bericht zufolge handelt es sich bei den Touristen in erster Linie um Besucher aus Großbritannien. Touristen aus Deutschland bleiben in diesem Jahr der Insel indes fern. Viele Hoteliers beklagen derzeit eine Touristen-Flaute auf Mallorca und versuchen Besucher deshalb mit Rabatten zu ködern. Gleichzeitig kämpfen Umweltverbände aber auch immer stärker gegen Kreuzfahrtschiffe, die Mallorca ansteuern. (les)

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