Interview

Mark Hamill zur „Star Wars“-Rückkehr: „Ich hatte keine Wahl“

Foto: dpa Picture-Alliance / Lucas Films / picture alliance / ZUMAPRESS.com

Essen  Mark Hamill wurde als Luke Skywalker in „Star Wars“ weltbekannt. In der achten Episode „Die letzten Jedi“ spielt er die Rolle wieder.

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In der achten Episode der „Star Wars“-Saga „Die letzten Jedi“ (ab 14. Dezember im Kino) spielt Mark Hamill einen gealterten Luke Skywalker.

An seiner Seite ist die mittlerweile verstorbene Carrie Fisher in ihrer letzten Rolle als Prinzessin Leia zu sehen. Im Gespräch erzählt Hamill (66) über den Mythos von „Krieg der Sterne“, die Trauer um Fisher und die Zusammenarbeit mit Harrison Ford.

Luke Skywalker scheint die Rolle Ihres Lebens zu sein.

Mark Hamill: Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, damit in die Filmgeschichte eingegangen zu sein. Wahrscheinlich steht sogar noch auf meinem Grabstein „Hier ruht Luke Skywalker“. Ich bin auch schon ein bisschen stolz darauf, Teil einer Kino-Mythologie geworden zu sein. Diejenigen, die vor 40 Jahren „Krieg der Sterne“ gesehen haben, haben längst selbst Kinder und vielleicht sogar Enkel, die sich die „Star Wars“-Filme ebenfalls mit Begeisterung ansehen. Das ist schon sehr erfreulich.

In „Der letzte Jedi“ wird es auf der Leinwand noch einmal ein Wiedersehen mit der verstorbenen Carrie Fisher als Prinzessin Leia geben.

Hamill: Und das wird sicher eine sehr emotionale und melancholische Angelegenheit werden. Carries plötzlicher Tod – kurz nach dem Ende der Dreharbeiten – hat mich sehr geschockt und ein tiefes Loch in meinem Herzen hinterlassen. Wir waren ja über all die Jahre eng befreundet. Wir waren sehr vertraut miteinander und haben beide den Star Wars-Wahnsinn von Anfang an miterlebt.

Welcher Wahnsinn?

Hamill: Wir alle – George Lucas, Harrison Ford, Carrie Fisher und ich – dachten, dass der erste „Star Wars“-Film optimistisch geschätzt 30 Millionen Dollar einspielen würde. (Bis heute hat „Krieg der Sterne“ über eine Milliarde US-Dollar eingespielt; A.d.Red.) Bei unserer Werbetour für „Krieg der Sterne“ waren wir in Kanada. Als wir dann heimflogen und in Chicago landeten, war da diese unvorstellbar große Menschenmenge am Flugplatz. Und ich sagte: „Harrison, die warten sicher auf einen Rockstar. Vielleicht können wir den auch sehen.“

Dann sah ich genauer hin und sagte: „Carrie, da ist eine, die genauso angezogen ist wie du als Leia.“ Und sie sagte: „Ich habe auch schon ein paar Kids als Luke Skywalker verkleidet gesehen.“ Wir konnten es alle nicht fassen. Wenig später entdeckte ich mein Gesicht auf der Rückseite einer Cornflakes-Packung – zum Ausschneiden! Harrison meinte nur: „Und wenn schon.“

Harrison Ford wirkt immer recht reserviert. War er das auch beim Dreh?

Hamill: Nein, mit Harrison kann jeder am Set wunderbar auskommen, wenn man gut vorbereitet zum Dreh kommt. Aber wissen Sie, wovor ich mich fürchte?

Nein, wovor?

Hamill: Dass ich eines Tages einen Anruf von Harrison bekomme, und er mich fragt, ob ich mit ihm nicht mal eine Runde fliegen will. Er hat ja soviel ich weiß drei Sportflugzeuge, mit denen er gerne den Luftraum von Los Angeles unsicher macht, schon einmal abgestürzt ist und einmal notlanden musste.

Haben Sie Kontakt zu Fans?

Hamill: Vor allem bei den „Star Wars“-Treffen. Da erzählen sie mir, wie diese Filme ihr Leben beeinflusst, ja sogar geformt haben. Ein Fan hat mir mal erzählt, durch diese Filme sei seine Mutter sogar vom Krebs geheilt worden.

Wie reagieren Sie auf so etwas?

Hamill: Ich bin da schon gerührt. Wissen Sie, was man bei solchen Treffen niemals machen sollte? Sich – wie ich es getan habe – hinstellen und sagen: „Das ist doch nur ein Film!“ Die Fans hätten mich dafür fast gekreuzigt. Dabei hat George Lucas das selber mal so gesagt. Übrigens: Als mich Lucas fragte, ob ich wieder mitmachen wollte, war ich einerseits total begeistert, andererseits hatte ich auch Zweifel. Allerdings hatte ich letztlich keine wirkliche Wahl. Denn wenn ich „Nein“ gesagt hätte, wäre ich der meist gehasste Mann im „Star Wars“-Universum gewesen. Und die wütenden Fans hätten sich sicher vor meinem Haus versammelt und versucht, mich mit ihren Laser-Schwertern zu töten.

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