Geburtstag

Michael J. Fox wird 60 und kämpft weiter gegen Parkinson

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„Zurück in die Zukunft“-Star Michael J. Fox

„Zurück in die Zukunft“-Star Michael J. Fox

„Zurück in die Zukunft“-Star Michael J. Fox wird 60. Die Hälfte seines Lebens leidet er nun schon an der Parkinson-Krankheit.

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New York   Seit 30 Jahren kämpft Michael J. Fox gegen Parkinson. Jetzt feiert der „Zurück in die Zukunft"-Schauspieler seinen 60. Geburtstag.

Parkinson. Michael J. Fox brauchte vor seinem 60. Geburtstag am Mittwoch eigentlich keine Vergewisserung mehr, dass er den gleichnamigen Krieg in seinem Körper nicht mit einer Kapitulationserklärung beenden wird.

Schon die Hälfte seines Lebens trotz der aus kleinen Verhältnissen in Kanada stammende Schauspieler, der es als turnschuhtragender Marty McFly in der „Zurück in die Zukunft”-Trilogie auf Hollywoods Thron und in die Herzen von Millionen schaffte, der bislang unheilbaren Schüttel-Lähmung.

Gleichwohl ziert die Innenseite seines rechten Unterarms seit einigen Monaten eine tätowierte Schildkröte. Symbol für das langsame Voranschreiten der Krankheit, die bei ihm 1990 mit dem Zittern eines Fingers anfing.

Michael J. Fox gründet eigenen Parkinson-Stiftung

In drei berührenden Bestsellern, in denen die tiefen Täler von Wut, Verleugnung, Depression und Alkohol seit der Erst-Diagnose nie geleugnet werden, hat sich der vierfache Vater neben dem 2016 gestorbenen Muhammad Ali zur Galionsfigur der „unkurierbaren Optimisten” (Untertitel eines seiner Werke) geformt, die der weltweit zweihäufigsten neuro-degenerativen Krankheit medizinisch ein Ende setzen wollen.

Seine für diesen Zweck eingerichtete Stiftung, die größte ihrer Art in den USA, hat bis heute rund eine Milliarde Dollar an Spenden eingetrieben, die in die Erforschung neuer Therapien fließen. Schon vor zehn Jahren war das den Nobelpreis-Juroren des Karolinska-Instituts in Schweden die Verleihung der Ehrendoktorwürde wert.

Von Michael J. Fox stammen selbstbewusste Sätze, die den Kontrollverlust auf den Kopf stellen, der mit Parkinson für gewöhnlich einhergeht: „Ich habe eine Beziehung mit Parkinsons entwickelt, in der ich der Krankheit den Raum einräumte, zu tun, was sie tun musste, und wo sie mir Bereiche überließ, in denen ich immer noch aufblühen konnte.” Dass das kokett klingt, weil Fox sich Ärzte und Therapien leisten kann, die für gewöhnliche Kranke in Amerika unerschwinglich sind, ist ihm, bewusst: „Alles, was ich an Erfahrungen gemacht habe”, hat er einmal formuliert, „ist nichts im Vergleich zu denen, die wirklich leiden.”

Mit „Zurück in die Zukunft“ zum Kinostar

Dass die Nischen zuletzt immer enger wurden, in den sich Fox bewegen konnte, nachdem er die Schauspielerei 2000 aufgeben musste und danach nur noch wenige Fernseh-Gastspiele (Spin City, The Good Wife) gab, ist seinen Fans nicht verborgen geblieben. Bilder vom passionierten Gitarristen, er wollte als Junge Jimmy Hendrix nacheifern, gibt es nicht mehr. „Mein Kurzzeitgedächtnis ist hin”, sagt Fox. Was ihm bleibe, sei nur noch das Schreiben. Mitten in der Corona-Pandemie ist das jüngste Buch entstanden. Es ist in Ton und Tiefe dunkler, zweifelnder als die Mutmacher-Prosa früherer Jahre. Die Gründe dafür sind harter Tobak.

2018 unterzog sich Michael J. Fox einer Tumor-Operation an der Wirbelsäule. Nach einer Rollstuhlphase musste er das Laufen neu erlernen. Im Heilungsprozess grätschte die nächste Katastrophe dazwischen: ein Sturz beim nächtlichen Gang in die Küche in seiner Wohnung am New Yorker Central Park. Der Arm musste 19 Mal genagelt werden, es wurde eine Metallplatte eingesetzt.

Michael J. Fox: Stehaufmännchen mit ungebrochener Zuversicht

Michael J. Fox, das Stehaufmännchen, das anderen stets die Sonne hinter den schwarzen Wolken gezeigt hat, war nach Liegenbleiben zumut. Gab es den „Lucky Man” (Titel seiner Biografie) wirklich? „Ich hatte eine Krise des Gewissens”, beschreibt Fox die Zeit des Grübelns. Nur mit Hilfe von Ehefrau Tracy Pollan, in den 80er Jahren seine Film-Partnerin in der mega-erfolgreichen Serie „Familienbande” (Family Ties), und den vier Kindern Sam, Aquinnah, Schuyler und Esmé gelang es ihm nicht aus der Kurve zu fliegen. „Ich habe den Leuten immer erzählt, dass alles gut wird.”

Nach seinem persönlichen Doppelschlag überkamen ihn Zweifel, „ob das wirklich stimmt.” Der rote Faden in „No Time Like the Future” (Keine Zeit wie die Zukunft) ist geerdeteres Verhältnis zu dem, was kommen kann. O-Ton: „Optimismus ist Hoffnung, die auf Wissen basiert”. Die Aussicht auf ein Medikament, das Parkinson heilt, gehört für ihn dazu.

Als 50-Jähriger sagte Fox, dass binnen zehn Jahren ein solches Mittel zur Verfügung stehen werde. Mit 60 ist seine Zuversicht ungebrochen. Im Nachwort seines jüngsten Buches zitiert er seinen 2018 gestorbenen Schwiegervater: „Warte nur, Bengel, es wird besser.” Auf der Suche nach einer Heilung von Parkinson, sagt Michael J. Fox, „sind wir absolut sicher, dass wir die Speerspitze sind.”

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