Shitstorm

Milka-Werbespot: Agentur will „keine Dicken und Rothaarigen“

Eine Casting-Agentur suchte über Twitter eine Kinderschauspielerin – aber bloß keine rothaarige. (Symbolbild)

Eine Casting-Agentur suchte über Twitter eine Kinderschauspielerin – aber bloß keine rothaarige. (Symbolbild)

Foto: Anette Christina Götzvia www.imago-images.de / imago images / Westend61

Berlin.  Für einen Milka-Werbespot hat eine Casting-Agentur ein junges Mädchen gesucht. Die Firma erntet nun scharfe Kritik für ihre Wortwahl.

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Eine britische Casting-Agentur, die für einen Milka-Weihnachtswerbespot eine Kinderschauspielerin sucht, erntete im Netz einen wahren Shitstorm. „Wunderschön und engelsgleich“ sollte das Mädchen sein, zwischen neun und elf Jahren alt, schrieb die Agentur Spotlight UK in dem Twitter-Aufruf. Die Haarfarbe sei egal, „aber keine roten Haare“. Und sie dürfe auf keinen Fall dick sein.

Die britische Performance-Künstlerin und Produzentin Helen Raw retweetete den Post am vergangenen Donnerstag und äußerte Kritik. „Schaut euch die Wortwahl in diesem Casting für eine 9- bis 11-Jährige an!!“, schrieb sie.

Die Agentur zog den Zorn von Hunderten Nutzern auf sich, viele sprachen von Diskriminierung und kündigten an, Milka-Produkte zu boykottieren. Auch die Worte „Sie darf noch NICHT in der Pubertät sein“ empfanden Nutzer als höchst unangemessen.

Kritik an Milka-Casting-Aufruf: Agentur reagiert

Kurze Zeit später postete Spotlight UK dann eine geänderte Version des Aufrufs für die Schokoladen-Werbung – ohne sich allerdings für die Wortwahl zu entschuldigen. Erst als mehrere britische Medien über den Fall berichteten, fühlte sich die Agentur gezwungen, eine Erklärung auf Twitter abzugeben.

„Wir lagen falsch und es tut uns sehr leid“, schrieb Spotlight UK. „Aufrufe wie diese sind, ganz einfach, vollkommen unakzeptabel und wir hätten eine Veröffentlichung nie erlauben dürfen. (...) Wir hätten den Aufruf sofort löschen sollen, statt zu versuchen, den Text durch Änderungen vertretbarer zu machen.“

Auch Mondeléz International, Mutterkonzern von Milka, distanzierte sich von dem Aufruf. Der britischen Zeitung „The Daily Star Sunday“ sagte das Unternehmen: „Wir würden die Verwendung einer solchen Mitteilung niemals absegnen und prüfen mit Hochdruck die Situation mit Spotlight UK, um zu verstehen, wie und warum sie geschehen ist.“

(mbr)

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