Stoß-Angriff

Nach ICE-Unglück: Getöteter Junge in Heimatort beigesetzt

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Berlin.  Der Junge, der in Frankfurt überrollt worden ist, wurde bei einer Trauerfeier verabschiedet. Er war in die Gleise gestoßen worden.

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Knapp drei Wochen nach dem Drama am Frankfurter Bahnhof ist der Junge, der von einem ICE überrollt worden ist, beigesetzt worden. Er war am 29. Juli überrollt worden, nachdem mutmaßlich ein 40-Jähriger ihn und seine Mutter in die Gleise gestoßen hatte. Die Frau hatte sich noch retten können, das Kind hatte keine Chance.

Die Trauerfeier für den Achtjährigen fand im Kreise der Angehörigen, Freunden, Bekannten unter Ausschluss der weiteren Öffentlichkeit in dem Heimatort des Jungen – dem hessischen Glashütten – statt. Einzig der Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und die Glashüttener Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (Unabhängige) nahmen teil. Beide hatten sich zudem kurzfristig entschlossen, selbst eine Fürbitte im Gottesdienst zu halten.

Junge nach ICE-Drama beigesetzt – Ministerpräsident spricht mit Familie

Laut einer gemeinsamen Mitteilung des Hochtaunuskreises und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau hatte der Ministerpräsident vor der Trauerfeier am Samstag der Familie auch in einem persönlichen Gespräch seine Anteilnahme bekundet.

Der evangelische Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, sagte in einer Ansprache, das Ereignis bleibe „für immer schrecklich und unfassbar“. Angesichts der Sprachlosigkeit sei es wichtig, „zusammenzuhalten, zu beten und zu weinen, zu singen und zu klagen, uns an den Händen zu nehmen und in die Augen zu schauen“.

Das Ganze sei wie ein böser Traum und zugleich eine unendliche Leere. „Wie kann da der Glaube helfen? Was kann uns trösten?“, sagte der Theologe. „Der Glaube nimmt uns nicht den Schmerz. Aber er hilft vielleicht, mit ihm zu leben“.

Kommentar: Attacke in Frankfurt: Der Albtraum an der Bahnsteigkante

„Wir sind fassungslos über das Böse, zu dem ein Mensch fähig ist“

Bouffier sprach in einem Fürbittengebet das Entsetzen über die Tat im Bahnhof an. „Wir sind fassungslos über das Böse, zu dem ein Mensch fähig ist,“ sagte er laut des Evangelischen Pressedienstes. Hilf uns, hilf allen, damit sich der Zorn nicht in die Seele frisst. Damit die Wut nicht zur Rache drängt.“

Der 40-Jährige Mann aus Eritrea, der vor der Tat in der Schweiz gelebt hatte, sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft. Wie kommt es zu solchen Taten? Eine Augenzeugin hatte emotional von dem Vorfall bei Facebook berichtet – und harte Kritik an einigen Zeugen geübt. (epd/ses)

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