Generationskonflikt

„Ok, Boomer“: Wie Millennials im Netz die Alten abkanzeln

Erstmals tauchte „OK, Boomer“ im April 2018 als Kommentar unter einem rechtsgerichteten Tweet auf. So zeigt sich das Meme immer wieder auf Reddit.

Erstmals tauchte „OK, Boomer“ im April 2018 als Kommentar unter einem rechtsgerichteten Tweet auf. So zeigt sich das Meme immer wieder auf Reddit.

Foto: reddit.com

Berlin.  Im „OK, Boomer“-Spruch zeigt sich das ganze Unverständnis zwischen den Generationen. Und der Ärger vieler Jungen über die Alten.

Der Generationskonflikt tobt auch im Internet – und findet seinen aktuell bekanntesten Ausdruck im „OK, Boomer“-Meme. Die Gegenpole: Einerseits die Babyboomer, andererseits die Millennials.

Die Babyboomer sind die Generation der Über-55-Jährigen, die nach dem Zweiten Krieg in einer Zeit steigender Geburtenzahlen (Babyboom) geboren wurden. Ihnen gegenüber stehen die in den 1980er- und 1990er-Jahren geborenen Millennials und die Mitglieder der Generation Z, die zwischen dem Ende der 1990er-Jahre und dem Ende der 2000er-Jahre auf die Welt kamen.

Wenn Babyboomer in den sozialen Netzwerken etwas schreiben oder posten, das die Jüngeren als weltfremd oder belehrend empfinden, taucht als Replik häufig der lakonische oder auch resignierte Spruch „Ok, Boomer“ auf, den man mit „Ist schon gut, Alter“ übersetzen kann, der aber viel mehr bedeutet, nämlich: „Du kapierst es einfach nicht, weil du von gestern bist“.

„OK, Boomer“: Ein Spruch macht Karriere im Netz

Wie Netz-Kolumnistin Samira El Quassil schreibt, erschien diese Erwiderung erstmals unter einem Tweet aus dem April 2018, in dem sich Charlie Kirk, Gründer und Präsident der „Students for Trump“, über einen gegen Weiße gerichteten Rassismus an der University of Southern California (USC) in Los Angeles beschwerte. User cat kommentierte den harschen Tweet mit einem kurzen „yea ok boomer“.

Seit Anfang des Jahres wird „Ok, Boomer“ häufig als Meme genutzt, vornehmlich auf Instagram, Reddit und Twitter. Dabei ist ein Reaktionsbild eines Hundes zu sehen, das oben und unten von den Worten „OK“ und „BOOMER“ eingerahmt ist.

Zusammenstöße im Streit um die Klimakrise

Das wachsende Unverständnis zwischen den Generationen zeigte sich zuletzt besonders deutlich am „Friday-for-Future“-Phänomen, den von vielen Älteren zunächst belächelten und auch massiv kritisierten Klimaprotesten jungen Menschen. Passenderweise fand das „OK, Boomer“-Meme auch Eingang in diese Auseinandersetzung.

Anfang November kritisierte die grüne Abgeordnete Chlöe Swarbrick im neuseeländischen Parlament, dass vor allem die jüngeren Generationen die Folgen der aktuellen Klimapolitik werden ertragen müssen. Die Älteren hätten die Krise kommen sehen, aber nicht gehandelt. Zwischenrufe zu ihrem Alter beantwortete die 25-jährige Swarbrick mit einem „OK, Boomer“.

Ein Song in diversen Spielarten, T-Shirts und Pullover

Swarbrick erklärte später, der Ausspruch „OK, Boomer“ sei ein Ausdruck kollektiver Erschöpfung. Sie sei es leid, ständig zu hören, die vermeintlich unpolitischen Millennials würden alles falsch machen. Insbesondere von den vermeintlich so politischen Babyboomern, die nachfolgenden Generationen die Klimakrise hinterlassen hätten.

In der App Tiktok und auf Youtube hat „OK, Boomer“ mittlerweile einen eigenen Song in einer zunehmenden Zahl an Remix-Versionen. Bei Amazon und anderen Händlern gibt es das Meme als T-Shirt oder Pullover.

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