Preisverleihung

„Shape of Water“ ist Oscar-Favorit – Aus für Fatih Akin

Los Angeles  Mit 13 Nominierungen geht der Film „Shape of Water“ als Favorit in das Oscarrennen. Die Hoffnungen von Fatih Akin wurden enttäuscht.

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Die Filme „Shape of Water“, „Dunkirk“, „Lady Bird“ und „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ gehen ins Rennen um den Oscar als bester Film. Die Werke gehören zu den insgesamt neun Anwärtern für den wichtigsten Filmpreis der Welt. Das teilte die Oscar-Akademie am Dienstag mit.

Mit 13 Nominierungen ist „Shape of Water“ der große Favorit. Das Drama des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro hat unter anderem Chancen auf Auszeichnungen in den Kategorien als bester Film, für die beste Regie und die beste Hauptdarstellerin.

Die Hoffnungen des deutschen Regisseurs Fatih Akin wurden dagegen enttäuscht. Sein NSU-Drama „Aus dem Nichts“ mit Diane Kruger schaffte es nicht in die Runde der Nominierten in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“. Nominiert wurden die Filme „A Fantastic Woman“ (Chile), „The Insult“ (Libanon), „The Square“ (Schweden), „Loveless“ (Russland) und „On Body And Soul“ (Ungarn).

Im vorigen Jahr war der deutsche Film „Toni Erdmann“ von Maren Ade im Rennen, die Vater-Tochter-Geschichte ging bei der Oscar-Verleihung dann aber leer aus. Zuletzt holte der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck 2007 die Trophäe nach Deutschland.

Frances McDormand und Gary Oldman können auf Oscar hoffen

Bei der Verleihung am 4. März dürfen Frances McDormand und Sally Hawkins auf eine Trophäe als beste Hauptdarstellerin hoffen. Sie sind unter den fünf Nominierten in dieser wichtigen Kategorie. McDormand wurde für ihre Rolle in der Tragikomödie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ genannt, Hawkins für das Fantasy-Märchen „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“. Weitere Nominierte sind Margot Robbie, Saoirse Ronan und Meryl Streep.

Als bester Hauptdarsteller sind Gary Oldman, Daniel Day-Lewis, Danial Kaluuya, Denzel Washington und Timothée Chalamet nominiert. Oldman wurde für seinen Auftritt als Winston Churchill in „Churchill - Die dunkelste Stunde“ aufgestellt, Chalamet für seine Rolle in dem Liebesfilm „Call Me By Your Name“.

Neun Nominierte in der Kategorie „Bester Film“

Als beste Nebendarstellerinnen sind nominiert: Allison Janney, Laurie Metcalf, Lesley Manville, Octavia Spencer und Mary J. Blige. Auf den Oscar als bester Nebendarsteller können Sam Rockwell, Willem Dafoe, Woody Harrelson, Richard Jenkins und Christopher Plummer hoffen.

Als beste Filme gehen insgesamt neun Werke ins Rennen: „Shape of Water“, „Dunkirk“, „Lady Bird“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Call me by Your Name“, „Darkest Hour“, „Phantom Thread“, „Get Out“ und „The Post“.

Deutsche Katja Benrath hofft auf einen Oscar

In der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ ist die in Lübeck aufgewachsene Absolventin der Hamburg Media School (HMS), Katja Benrath, mit ihrem Kurzspielfilm „Watu Wote/All Of Us“ nominiert.

Benrath feierte die Nominierung mit ihrem Filmteam in Kenia. Die Produktion sei ein Werk von vielen Kräften und die Ehre gebühre vielen Menschen, teilte sie der Deutschen Presse-Agentur (per E-Mail) mit. Sie feiere mit dem „riesigen kenianischen Team“, ohne das „dieser Film niemals das geworden wäre, was er ist“. „Deren Liebe, Leidenschaft und Kraft (hat) uns alle gemeinsam durch dieses Projekt getragen“. Außerdem bedankte sie sich bei ihren drei Mit-Absolventen von der Hamburg Media School (HMS): Felix Striegel (Kamera), Tobias Rosen (Produktion) und Julia Drache (Drehbuch).

Die in Lübeck aufgewachsene Regisseurin und Schauspielerin hatte für ihren Abschlussfilm bereits den goldenen Studenten-Oscar gewonnen. Der in Kenia gedrehte Beitrag beruht auf einer wahren Geschichte: Bei einem Angriff der radikal-islamischen Terrormiliz Al-Shabaab im Jahr 2015 auf einen Bus an der Grenze zwischen Kenia und Somalia hatten sich Muslime schützend vor Christen gestellt.

Auch Film-Komponist Hans Zimmer wieder nominiert

„Wir flippen aus!“, jubelte die Hamburg Media School auf Facebook. „Jetzt heißt es weiterhin Daumen drücken!“ Auch Studiengangsleiter Richard Reitinger freute sich: „Wir sind unglaublich stolz und dankbar über die Ehre und den internationalen Zuspruch, den unser Film erfährt“, erklärte er in einer Mitteilung der Schule. „Nach dem Studio Hamburg Nachwuchspreis, dem Nachwuchspreis des Deutschen Kamerapreises, dem zweimaligen First Steps Award und dem Studenten-Oscar, ist die Nominierung für den großen Oscar die absolute Krönung. Wir freuen uns riesig mit dem Team und drücken weiter die Daumen!“

Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer könnte einen Oscar für die Filmmusik für das Kriegsepos „Dunkirk“ gewinnen. Es ist bereits seine elfte Nominierung. Zuletzt war er 2015 für die Vertonung von Nolans Science-Fiction-Film „Interstellar“ nominiert gewesen. Für „Der König der Löwen“ nahm Zimmer 1995 den Oscar entgegen.

Deutsche Regisseure für animierten Kurzfilm nominiert

Auch die beiden deutschen Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer freuen sich über ihre Nominierung für den Oscar in der Kategorie „Animierter Kurzfilm“. „Es ist uns eine Ehre“, sagte Lachauer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Ihr Zeichentrickfilm „Revolting Rhymes“ („Es war einmal...nach Roald Dahl“) ist als einer von fünf Kandidaten nominiert worden, wie die Oscar-Akademie mitteilte. „Die Aufmerksamkeit für den Film ist natürlich toll“, sagte Schuh.

In dem von der britischen Firma Magic Light Pictures produzierten Animationsfilm treffen bekannte Märchenfiguren wie Schneewittchen, Rotkäppchen und der böse Wolf aufeinander. Bei der Oscar-Verleihung Anfang März wollen die beiden Regisseure ihr Werk noch einmal feiern. „Egal wie die Verleihung ausfällt“, sagte Schuh.

Der beiden Münchner Regisseure Schuh und Lachauer studierten an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Beide waren jeweils schon einmal für Kurzfilm-Oscars nominiert, aber bei den Verleihungen leer ausgegangen. (dpa/jei)

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