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„Paketagent“: Polizei warnt vor unseriösen Job-Angeboten

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Symbolbild. Die Polizei warnt vor Job-Angeboten als „Paket-Agent“. Dahinter steckten Bestellbetrüger.

Symbolbild. Die Polizei warnt vor Job-Angeboten als „Paket-Agent“. Dahinter steckten Bestellbetrüger.

Foto: Jens Stubbe

Werdohl.  Eine uralte kriminelle Masche flammt erneut auf: Die Polizei im Märkischen Kreis warnt vor Job-Angeboten als „Paketagent“. Sie rät: „Finger weg!“

Die Polizei im Märkischen Kreis warnt vor Job-Angeboten als „Paketagent“. Wer sich bewirbt, droht in kriminelle Machenschaften verwickelt zu werden: Betrug!

Einem aufmerksamen Freund verdankt es ein 42-Jähriger aus Werdohl, dass er einem dubiosen Jobangebot noch entgangen ist. Denn der 42-Jährige hatte dem Freund erzählt, dass er im Internet eine Stellenausschreibung als „Paketagent“ entdeckt und sich dort beworben hatte, teilte die Polizei am Freitag mit.

Kriminelle wollen mit Hilfe von „Paketagent“ ihre Adressen verschleiern

„Er sollte Pakete empfangen, diese inspizieren und weiterleiten“, so wurde die Tätigkeit beschrieben, berichtet die Polizei. Tatsächlich hatte der Werdohler dem angeblichen Arbeitgeber Führerschein und Personalpapiere übermittelt und sogar einen „Arbeitsvertrag“ bekommen. Doch der misstrauische Freund riet dem Werdohler davon ab, diese Arbeit aufzunehmen. Stattdessen hatte der 42-Jährige dann am Donnerstag Anzeige erstattet, berichtete die Polizei.

Die Polizei vermutet, hinter solchen Jobs stehen „Bestellbetrüger“, also Kriminelle, die Deckadressen suchten, um ihre eigenen Adressen zu verschleiern. „Deshalb leiten sie Ware über Umwege und fangen sie unterwegs ab.“ Komme es zur Anzeige, stehe der „Paketagent“ plötzlich im Fokus der Behörden. „Dann geht es um den Vorwurf des Betrugs“, erläuterte ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis auf Nachfrage. „Schon der Versuch ist strafbar“, erklärte der Sprecher; das Strafrecht sieht bei solchen Delikten Freiheitsstrafen bis fünf Jahre oder Geldstrafen vor.

Angebliche Arbeitgeber locken mit „hohem Gehalt“

Neu ist die Masche mit „Paketagent“-Job-Angeboten allerdings nicht: Bereits im Jahr 2009 warnte die Polizei in Frankfurt am Main vor Betrugsfällen, hinter denen osteuropäische Banden steckten, wie die Polizei damals mitteilte. In den Folgejahren finden sich immer mal wieder entsprechende Warnungen bei Polizeibehörden bundesweit, darunter 2013 im Ennepe-Ruhr-Kreis (externer Link). Die erläuterte damals: In den Stellenausschreibungen werden „motivierte und engagierte Mitarbeiter“ gesucht, denen unter anderem ein „hohes Gehalt und Bonuszahlungen“ versprochen werde.

Tatsächlich jedoch drohten sich Bewerber strafbar zu machen, warnte die Polizei, bei solchen Angebote sei „allergrößte Vorsicht“ geboten, denn:

  • Durch die Täter werden im Hintergrund mittels ausgespähter Daten von Debitkarten, i. d. R. Kreditkarten, Waren bei diversen Internethändler bestellt und bezahlt.
  • Im Rahmen der betrügerischen Bestellung(externer Link) wird durch die Täter dann als Lieferadresse die Anschrift des Paket-/Versandagenten angegeben.
  • Den Paket-Versandagenten wiederum wird suggeriert, dass es sich um legale Waren handelt.
  • Im Rahmen ihres „Arbeitsvertrages“ wird ihnen dann aufgegeben, die Waren mit neuen Adressatenaufkleber zu versehen und diese Pakete dann weiterzusenden.
  • Die neuen Adressaten dieser Waren (z.B. hochwertige Fahrräder, Elektroartikel, Mobiltelefone) sind dann Personen, welche im Ostblock wohnhaft sind.
  • Den Paketagenten werden zwischenzeitlich täuschend echte Arbeitsverträge zugesandt, so dass hier allergrößte Vorsicht geboten ist.

Kriminelle Job-Angebote richten sich vor allem an Arbeitslose

Konkrete Fälle hat man aktuell bei der Polizei im Märkischen Kreis nicht beobachtet, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die Warnung beziehen sich bisher alleine auf den gemeldeten Fall dieses Job-Bewerbers. Die kriminellen Jobanbieter würden sich gezielt an Arbeitslose oder Hartz-IV-Bezieher wenden, sagte der Polizeisprecher: „Hier wird deren persönliche Notlage ausgenutzt.“

Wo im Internet die konkrete Stellenanzeige mit dem Jobangebot „Paketagent“ verbreitet wurde, sei der Polizei nicht bekannt, sagte der Sprecher. Sie hofft daher auf weitere Hinweise und warnt Bewerber nachdrücklich: „Finger weg von solchen ‘Jobs’!"

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