Zoo Wuppertal

Peta schlägt Alarm: Werden Elefanten in Wuppertal gequält?

Wuppertal.  Tierpfleger sollen im Zoo Wuppertal Elefanten quälen, behauptet die Tierrechtsorganisation Peta. Das sagt eine Tierärztin zu den Vorwürfen.

Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen den Wuppertaler Zoo. Elefanten würden von ihren Pflegern geschlagen, damit sie Kunststücke für Besucher vorführen, heißt es. Ein Video, das in den Sozialen Medien für viel Aufregung sorgt, soll die Tierquälerei beweisen. Der Wuppertaler Zoo weist die Anschuldigungen entschieden zurück.

Peta: Pfleger schlagen Elefanten mit Elefantenhaken

Peta wirft dem Zoo Wuppertal vor, Afrikanische Elefanten für kommerzielle Zwecke zu missbrauchen. Die Dickhäuter würden gezwungen, bei Fotoshootings, Elefantenreiten und Hochzeiten mitzumachen. Mit einem sogenannten Elefantenhaken - einem etwa einen Meter langen Stab mit einer Doppelspitze aus Hartmetall - würden die Tiere gefügig gemacht werden. "Die Elefanten gehorchen nur, weil sie Angst vor der Bestrafung haben", kritisiert Dr. Yvonne Würz von Peta.

"Auch beim regelmäßigen Abduschen setzt es Schläge mit dem Elefantenhaken, wenn die Elefanten nicht schnell genug reagieren. Schon Babyelefant Tuffi wird gezwungen, Kommandos schnellstens zu befolgen", sagt Würz. Eine Online-Petition gegen das "Ende der Elefantenquälerei" haben bereits mehr als 16.000 Menschen unterschrieben (Stand: Donnerstag, 8. November, 12 Uhr).

Tierärztin hält Umgang mit Elefanten in Wuppertal für unbedenklich

Die Vorwürfe von Peta weisen die Verantwortlichen des Zoos zurück. "Bei uns werden keine Tiere geschlagen oder gequält", sagt Zoo-Sprecher Andreas Haeser-Kalthoff. Dass ein Mensch auf einem Elefant reitet, sei eine Ausnahme für einen Hochzeitsantrag gewesen.

Ist der Umgang mit den Dickhäutern im Zoo Wuppertal nun Tierquälerei oder nicht? Wir haben Sonja Krämer von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) gefragt. "Die [im Video] gezeigten Szenen stellen keine Tierquälerei dar. Zur Beurteilung, ob angesprochene Punkte wie die Trennung eines Elefantenkalbes von der Mutter – bei ständigem Sichtkontakt – tierschutzrelevant sind, wäre es wichtig zu wissen, wie oft und wie lange dies geschieht", sagt Krämer. Auch der Gebrauch des Elefantenhakens stelle an sich keine Tierquälerei dar. Im Video von Peta sei kein "unsensibler Umgang mit dem Elefantenhaken" zu erkennen, betont Krämer. Vielmehr bräuchten die Tierpfleger den Stab, um die Dickhäuter führen zu können.

Kritik an Haltung der Dickhäuter im Zoo

Völlig unkritisch sieht Tierärztin Sonja Krämer die Haltung der Elefanten im Wuppertaler Zoo allerdings nicht: Es sei für die Dickhäuter besser, in sogenanntem geschützten Kontakt zu leben, bei dem die Tierpfleger das Gehege nicht gleichzeitig mit den Elefanten betreten. Diese Umstellung würde allerdings "erhebliche Investitionen erfordern", sagt Krämer.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben