Sicherheitspanne

Bundesinnenministerium: Polizeifunk in der Nacht ausgefallen

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In der Nacht zum Mittwoch war der Polizeifunk gestört

In der Nacht zum Mittwoch war der Polizeifunk gestört

Foto: Lino Mirgeler/dpa

Berlin  Am Mittwoch habe es eine Störung im digitalen Funk der Sicherheitsbehörden gegeben, so das Ministerium. Diesen nutzt auch die Polizei.

Im Digitalfunk der Polizei und Feuerwehr gab es in der Nacht zum Mittwoch schwere Einschränkungen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dieser Redaktion. Demnach sei der Funk der Sicherheitsbehörden für rund 20 Minuten gestört gewesen. Auch erste Erkenntnisse über die Ursache teilte der Sprecher mit.

"In der Nacht vom 20. zum 21. September 2022 kam es zu Störungen im BOS-Digitalfunknetz", erklärte der Ministeriumssprecher. "In der Zeit zwischen 2.16 Uhr und 2.35 Uhr war die Kommunikation spürbar eingeschränkt." Der BOS-Funk beschreibt den Kommunikationskanal der "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS). Er garantiert die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften.

Wie genau die Störung zustande kam, werde derzeit noch ermittelt. Allerdings sollemn Arbeiten am Netz für den Ausfall verantwortlich sein: "Nach ersten Erkenntnissen waren geplante Konfigurationsarbeiten an der Vermittlungstechnik die Ursache", so der Sprecher. "Die Arbeiten an der Vermittlungstechnik wurden nach Auftreten der Störungen unverzüglich eingestellt, worauf der Digitalfunk sofort wieder störungsfrei zur Verfügung stand."

Polizeifunk eingeschränkt – Notruf nicht betroffen

Nur: Bis dahin war der Digitalfunk für mehrere Polizeikräfte bereits minutenlang nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Das bestätigten mehrere Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir gehen von etwa 15 Minuten aus", sagte demnach der Sprecher des Landespolizeiamtes in Schleswig-Holstein. Der Ausfall sei landesweit gewesen und habe sich gegen 2.30 Uhr ereignet. Auch ein bestätigt den Vorfall: Der Ausfall sei zwischen 2.23 Uhr und 2.39 Uhr aufgetreten.

Nach Angaben der Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik war die Berliner Polizei allerdings darauf vorbereitet: Die Behörde sei im Vorfeld über Wartungsarbeiten informiert worden. Das erklärte auch der Berliner Polizeisprecher: Zwischen 1 und 7 Uhr wären Wartungsarbeiten angekündigt gewesen. Die Kommunikation mit den Einsatzwagen auf Berliner Straßen sei in der Zeit telefonisch erfolgt. Die Notrufe und das Einsatzleitsystem seien nicht gestört gewesen, betonte der Sprecher.

Polizeifunk: Störungen auch bei der Feuerwehr?

Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst über einen entsprechenden Ausfall geschrieben. Der Zeitung zufolge haben das niedersächsische Innenministerium und die Hamburger Polizei dem Blatt von einer Störung berichtet. Eine Pressesprecherin der Polizei Hamburg habe zudem erklärt, dass "angekündigte Arbeiten an der Netzstruktur" zu dem Ausfall geführt haben. "Und dabei ist etwas passiert, was wir noch nicht wissen", so die Sprecherin.

Wie "Bild" weiter berichtet, soll auch bei der Feuerwehr Störungen aufgetreten sein. Gegenüber dieser Redaktion bestätigte der Sprecher des Bundesinnenministeriums diese Behauptung nicht konkret, das BOS-Digitalfunknetz wird in Deutschland aber auch von der Feuerwehr und der Bundeswehr genutzt.

Polizeifunk: Kritik auch nach Flutkatastrophe 2021

Bereits bei der Flutkatastrophe 2021 in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz hatte es Kritik am BOS-Funk gegeben, weil das Netz den Witterungen nicht standhielt und die Kommunikation der Behörden erschwert hatte. Die "Wirtschaftswoche" hatte im Juli 2021 sogar geschrieben, ein ähnlicher Netzausfall könne sich ein Jahr später wiederholen.

Offenbar bewahrheitete sich nun die Sorge. Welches Ausmaß die Sicherheitspanne am Mittwoch hatte, ist noch nicht vollständig geklärt. Auch mögliche Folgen der Störung sind noch unbekannt. (reba mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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