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„Rock im Park“: 132 Einsätze wegen Eichenprozessionsspinner

Ein Nest mit Eichenprozessionsspinnern hängt an einem Baum. Die kleinen Raupen machten Helfern und Gästen bei „Rock im Park“ zu schaffen.

Ein Nest mit Eichenprozessionsspinnern hängt an einem Baum. Die kleinen Raupen machten Helfern und Gästen bei „Rock im Park“ zu schaffen.

Foto: Bodo Marks / dpa

Nürburg  „Rock im Park“ und „Rock am Ring“ gehen auf die Zielgerade. Für mehr als 100 Sanitätereinsätze in Nürnberg sorgten kleine Raupen.

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Die Musikfestivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ ziehen an diesem Wochenende wieder Zehntausende Festivalfans an. Bei „Rock im Park“ hatten einige von ihnen allerdings Ärger mit Kriechgetier: Der giftige, Allergien auslösende Eichenprozessionsspinner wurde 132 Menschen zum Verhängnis.

Alle Fälle seien aber noch glimpflich ausgegangen. Die Betroffenen konnten nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) vor Ort behandelt werden. Das BRK rief die Camper trotzdem dazu auf, die betroffenen Regionen zu meiden und auf andere Campingplätze auszuweichen.

Insgesamt mussten Sanitäter beim Nürnberger Festival bis zum Sonntagmittag mehr als 2600 Mal anrücken. Darunter waren auch 22 Notarzt-Einsätze. 148 Menschen kamen ins Krankenhaus.

„Rock im Park“: Ärger auch über zu wenig Toiletten

Auch gleich zu Beginn von „Rock im Park“ gab es Ärger: Besucher von „Rock im Park“ in Nürnberg beklagten zu wenig Toiletten auf dem Festivalgelände.

In sozialen Netzwerken machten sie ihrem Ärger Luft, bezeichneten die Situation und die langen Schlangen vor den Toiletten als Unverschämtheit. Nicht alle verloren ihren Humor: „Die Veranstaltung wird von Jahr zu Jahr beschissener“, wurde auf Facebook gescherzt und: „Das nenn ich mal einen echten Shitstorm.“

„Wir arbeiten seit 24 Stunden durchgehend daran, die Probleme bei den sanitären Anlagen und Duschen zu beheben“, schrieben die Veranstalter auf Facebook in der Nacht zu Samstag. Die „technischen Störungen an Wassertoiletten und Duschen“ seien aber zu komplex, um sie vollständig zu beheben. Darum sollten noch in der Nacht „250 Dixieklos aus ganz Deutschland“ in den Park gebracht werden.

Das Festival „Rock im Park“ war am Freitag mit mehr als 70.000 Rockfans und dem Comeback der Ärzte auf dem Nürnberger Zeppelinfeld gestartet. Am Nachmittag waren Feine Sahne Fischfilet aufgetreten. Die Mecklenburger konnten sich über zahlreiches und tanzfreudiges Publikum freuen.

Beim Partymachen wollte die Band auch politische Töne setzen: So kritisierte Frontsänger Jan „Monchi“ Gorkow die Migrationspolitik der EU. Es könne nicht sein, dass darüber diskutiert werde, ob ein ertrinkender Mensch gerettet werde oder nicht. „Wenn man Waffendeals abschließt mit Saudi-Arabien oder der Türkei, dann muss man sich nicht wundern, wenn Menschen fliehen. Wir würden das genauso machen“, sagte der Sänger – und wurde von den Fans beklatscht und bejubelt.

Die ersten Headliner bei „Rock im Park“ waren Die Ärzte – mit ihrem ersten Auftritt seit sechs Jahren. Nachdem den ganzen Tag die Sonne vom Himmel gestrahlt hatte, sorgte ausgerechnet beim ihrem Auftritt ein kleines Unwetter mit Regen und Sturm für Wirbel. Einige Pavillons und schlecht verankerte Zelte flogen umher.

Als Headliner für Samstag steht die US-Metal-Band Slipknot auf dem Programm. Außerdem sollen The Bosshoss auftreten und der Schauspieler Jack Black mit seiner Spaßband Tenacious D.

Etwas Regen beim Auftritt von Halestorm

Parallel dazu findet das etwas größere Zwillingsfestival „Rock am Ring“ am Nürburgring (Rheinland-Pfalz) statt. Die beiden Festivals haben das gleiche Line-Up, die Bands spielen über das Wochenende nur versetzt an den beiden Orten.

Als die US-Rockband Badflower am Freitag den Auftakt auf der Hauptbühne des Festivals in der Eifel machte, schien noch die Sonne. Ein Wechselspiel mit Sonnenstrahlen und Wolken mit etwas Regen gab es bei der US-Rockband Halestorm, wo zuerst der Drummer mit einem Solo den Fans einheizte.

Mehr als 80.000 Fans waren zum Nürburgring in der Eifel geströmt. Zehntausende waren schon lange vorher angereist, um auf großen Campingplätzen Party zu machen. Am späten Abend sorgten unter anderem die Alternative-Rock-Band The Smashing Pumpkins und die Metal-Band Tool bei den vorwiegend jungen Besuchern für Stimmung.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den Freitagnachmittag „aufkommende Schauer und kräftige Gewitter mit Sturmböen, teils Unwettergefahr“ angekündigt. Die Veranstalter hatten auf der Facebook-Seite des „Rock am Rings“ eine Warnung rausgegeben: „Bitte sichert bis mittags eure Campingausrüstung. Alle Pavillons müssen am Freitag vorläufig abgebaut werden.“

75 Bands und 150.000 Rockfans

Insgesamt rund 75 Bands spielten bis Pfingstsonntag bei beiden Festivals – und es kamen insgesamt mehr als 150.000 Rockfans. Es blieb weitgehend friedlich.

Wer kein Ticket für eines der beiden Festivals hatte, aber noch gern selbst ein bisschen was erleben will in Sachen Musik und Freiluft, hat noch einige Gelegenheiten:

(jb/ses/dpa)

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