Tatort

Schon wieder: Hund tötet Schwan im Düsseldorfer Hofgarten

Schwan Rambo wurde von einem freilaufenden Hund tödlich verletzt.      

Schwan Rambo wurde von einem freilaufenden Hund tödlich verletzt.      

Foto: Walter Hermanns

Düsseldorf.   Entsetzen nach erneutem Hunde-Angriff im Hofgarten: Halter missachten im Hofgarten immer wieder die Leinenpflicht. Tierschützer fordern Hilfe.

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Tierschützerin und „Schwanenmutter“ Margarete Bonmariage ist am Boden zerstört und stinkesauer: Erneut hat ein freilaufender Hund im Hofgarten einen Schwan gejagt, angegriffen und so schwer verletzt, das ihm auch durch einen Tierarzt nicht mehr geholfen werden konnte. Durch die Hundebisse war die tief im Körper liegende Schwimmblase von Schwan „Rambo“ tödlich verletzt worden. Eine Tierschützerin hatte Rambo am Freitagmorgen gegen 9.30 Uhr am Ratinger Tor verletzt gefunden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Hund frei im Hofgarten herumläuft und einen Schwan reißt. Dabei herrscht dort Leinenpflicht! „Ich sehe immer wieder Menschen, die ihre Hunde dort laufen lassen. Wenn man sie darauf anspricht, stößt man auf Unverständnis. Sie verstehen das Problem nicht“, so Bonmariage aufgebracht zur NRZ. „Das sind keine Tierliebhaber, sondern Egoisten.“ Es gäbe zu viele Hunde in der Stadt, so Bonmariage. Das sei nicht mehr normal.

Auch bei Hofgarten-Fotograf Walter Hermanns stößt das Verhalten der Hundehalter – aber auch der Politik – auf Unverständnis. „Warum kontrolliert die Stadtverwaltung so schlecht? Warum verhindern SPD, Grüne und FDP den ehrenamtlichen Tierschutzbeauftragten? Warum wird das Staatsziel Tierschutz-Artikel 20a im Grundgesetz hier so missachtet? Welches Bild gibt Düsseldorf damit ab?“, fragt er sich. Es mache ihn wütend, wie hier Mitgeschöpfe missachtet werden.

Mehr Präsenz und Schilder gefordert

Dass die Stadt nichts macht, ärgert auch Bonmariage. Am zweiten Weihnachtstag hätten Jugendliche im Hofgarten Böller gezündet. Bonmariage rief das Ordnungsamt. „Es kam aber niemand.“ Sie fordert daher mehr Präsenz – und das mehr Schilder zur Leinenpflicht aufgestellt werden. Vielleicht ändere sich dann was. Denn so wie es ist, so Bonmariage, „ist es nicht mehr schön“. „Die Politik redet immer von der Besonderheit des Hofgartens. Aber das ist schon lange kein Hofgarten mehr. Alles verkommt“, so die 82-Jährige. Und das seien nicht die Tiere Schuld, sondern der Mensch.

Desinteresse von Stadt und Politik – Ein Kommentar von Götz Middeldorf 

Der Hofgarten ist eine Idylle mitten in der Innenstadt. Die Stadt könnte stolz sein auf diese Parkanlage – doch behandelt wird sie von Politik und Verwaltung wie ein schmuddeliges Stiefkind.

Seit Jahren gibt es Probleme im Hofgarten, der ein Rückzugsort für Gänse und Schwäne ist. Doch statt sich an deren Anblick zu erfreuen, werden die Tiere in ihrer Umgebung gestört, oft verletzt und sogar getötet. Von freilaufenden Tieren, die sich einen Spaß daraus machen, die Tiere zu jagen. Und von Rambo-Radlern, die bei ihren wilden Fahrten durch den Park die Wasservögel aufscheuchen.

Stadt und Politik dürfen nicht länger Desinteresse zeigen und müssen dringend etwas tun. Die von Tierschützern geforderte Aufstellung von Schildern, die auf die Anleinpflicht aufmerksam machen, ist zwar nur ein kleiner Schritt, aber wenigstens ein erster!

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