Soziale Medien

#unfollowme: So wollen Promis rechte Follower loswerden

Der Musiker Smudo von den Fantastischen Vier macht bei der Aktion #unfollowme mit.

Der Musiker Smudo von den Fantastischen Vier macht bei der Aktion #unfollowme mit.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Hamburg  Prominente wollen Follower in den sozialen Medien loswerden – wenn sie rechten Ideen anhängen. Auch zwei bekannte Musiker sind dabei.

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Das hat man auch nicht alle Tage: Künstler, die sich gern von bestimmten Followern bei Facebook oder Instagram trennen möchten. Doch die ungewöhnliche Aktion hat einen triftigen Grund.

Unter dem Hashtag #unfollowme wollen Prominente wie die Musiker Smudo von den Fantastischen Vier und Rapper Sido ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen. Sie fordern Follower mit rechtem Gedankengut dazu auf, ihnen nicht mehr in sozialen Netzwerken zu folgen, wie die Organisation „Laut gegen Nazis“ am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

„Ein klares Zeichen gegen Rechts“

Und man lässt sich auch nicht lange Zeit. Die Aktion startete an diesem Freitag. Schauspieler, Musiker, Sportler, Influencer und Organisationen unterstützten sie, hieß es in der Mitteilung, darunter unter anderem TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf, Sänger Johannes Oerding und der Vereinspräsident des FC St. Pauli, Oke Göttlich.

„In Zeiten, in denen die Followerzahl für Influencer und Celebrities DIE Währung für Erfolg ist, setzt #unfollowme ein klares Zeichen“, erklärte Jörn Menge von „Laut gegen Nazis“. „Denn Follower zu verlieren heißt auch, Erfolg einzubüßen. Und genau das macht die Botschaft umso stärker, die unsere Unterstützer mit ihrer Teilnahme senden.“

Smudo: Digitales Zeitalter begünstigt Angst-Macherei

Bei #unfollowme könne jeder mitmachen, der in sozialen Netzwerken aktiv sei. „Das Ganze ist total einfach – aber effektiv, wenn sich viele beteiligen“, betonte Menge.

Was Smudo, Mitglied der Fantastischen Vier, dazu veranlasste: „Die Zukunft hat den Nachteil, dass sie unbekannt ist und daher hervorragend geeignet, Angst zu erzeugen“, erklärte er. „In der Gegenwart gibt es aber immer Populisten, die die Besorgten mobilisieren.“

In digitalen Zeiten sei das besser möglich als früher. „Das Ergebnis ist ein Trend zu verbaler Gewalt, die tätlicher Gewalt vorausgeht. Das darf nicht passieren.“ (dpa/W.B.)

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