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Elite-Unis: Mittelsmann gibt Schuld im Bestechungsskandal zu

Bestechungsskandal: William „Rick“ Singer hat vor Gericht zugegeben, Kinder von Prominenten den Weg auf Elite-Hochschulen ermöglicht zu haben.

Bestechungsskandal: William „Rick“ Singer hat vor Gericht zugegeben, Kinder von Prominenten den Weg auf Elite-Hochschulen ermöglicht zu haben.

Foto: BRIAN SNYDER / Reuters

Boston  Im Bestechungsskandal an Elite-Unis hat ein Mittelsmann zugegeben, den Kindern von US-Stars gegen Geld einen Studienplatz zu sichern.

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Es klingt wie aus einem schlechten Film: Damit ihre Kinder etwa in Yale oder Stanford einen Studienplatz bekamen, sollen Dutzende Prominente und andere wohlhabende Eltern diese und weitere Colleges und Universitäten in den USA bestochen haben. Unter den fast 50 mutmaßlichen Tätern seien auch Schauspielerin Felicity Huffman (56), bekannt aus der TV-Serie „Desperate Housewives“, und Lori Loughlin (54) aus der Sitcom „Full House“.

Staatsanwalt Andrew Lelling kündigte die Anklage in Boston am Dienstag an. Beide Schauspielerinnen wurden Berichten zufolge festgenommen und sollten am Dienstag vor Gericht erschienen. Die Fälle reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Durch „Bestechung und andere Formen des Betrugs“ hätten die Betroffenen versucht, die Annahme ihre Kinder zu erwirken, heißt es in der Anklage.

Mittelsmann räumt Schuld im Bestechungs-Skandal an Elite-Hochschulen ein

Wie CNN berichtet, hat der Unternehmer William Rick Singer am Dienstag vor Gericht eine Schuld eingeräumt. Er habe als Mittelsmann eine „Seitentür“ installiert, so dass bestimmten Familien der Zugang zu den Hochschulen garantiert war. Singer betreibt die Agentur „The Key“, die auf ihrer Internetseite mit der Unterstützung bei College-Bewerbungen wirbt.

Laut Anklage kassierte Singer von den Eltern als Spenden getarnte Gelder in Millionenhöhe ab, mit denen er dann unter anderem Sporttrainer und andere Mitarbeiter an den Hochschulen schmierte.

Für 500.000 Dollar: Töchter von Promi-Paar als Ruderinnen angenommen

Betroffen seien unter anderem die Universitäten Georgetown in Washington, Yale in Connecticut, die University of Texas sowie Stanford, die University of Southern California und die UCLA in Kalifornien.

Teils sollten die Kinder der Angeklagten unabhängig von ihren sportlichen Leistungen als Sport-Stipendiaten angenommen werden, in anderen Fällen sollte es Hilfe bei Aufnahmeprüfungen geben. Viele US-Hochschulen locken herausragende Sportler mit wertvollen Stipendien. Loughlin und ihr Mann, Modedesigner Mossimo Giannulli, sollen sogar 500.000 Dollar locker gemacht haben, um ihre beiden Töchter fälschlicherweise als Ruderinnen auszugeben und sie über das Sportteam an der USC in Kalifornien unterzubringen.

Felicity Huffmann vorübergehend festgenommen

Unter den Angeklagten sind laut Berichten mehrere Trainer von College-Sportmannschaften. Schauspielerin Huffman soll laut Anklage 15.000 Dollar (13.000 Euro) Schmiergeld gezahlt haben, um zu erreichen, dass Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT nachträglich aufgebessert werden.

Huffman, die aus ihrer Ehe mit dem Schauspieler William H. Macy zwei Töchter hat, sei am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) in ihrem Haus in Los Angeles verhaftet worden, berichtete die „Los Angeles Times“. Nach einem Gerichtstermin hinterlegte sie Kaution und kam wieder auf freien Fuß. Ende März muss Huffman vor Gericht in Boston (US-Staat Massachusetts) erscheinen. Loughlin sollte am Mittwoch in Los Angeles vor den Richter treten.

Hochschulleiter und Schüler sollen ahnungslos gewesen sein

Die Vorwürfe treffen Investoren in Silicon Valley, Firmenchefs und Unternehmer, auch ein Weingutbesitzer ist angeklagt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Hochschulleiter nichts von den Trickgeschäften wussten. In vielen Fällen seien auch die betroffenen Schüler und Studenten ahnungslos gewesen, dass ihre Eltern bei den Aufnahmeprüfungen ihre Finger im Spiel hatten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (les/mein/dpa)

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