Krimireihe

ZDF-Detektiv „Wilsberg“ ermittelt im Nonnenkloster

Georg Wilsberg (Leonard Lansink, 3. von links) und sein Kumpel Ekki (Oliver Korittke) helfen den Ordensschwestern Helena (Maren Kroymann, links) und Christa (Inka Friedrich), ihr gestohlenes Geld wiederzufinden.

Georg Wilsberg (Leonard Lansink, 3. von links) und sein Kumpel Ekki (Oliver Korittke) helfen den Ordensschwestern Helena (Maren Kroymann, links) und Christa (Inka Friedrich), ihr gestohlenes Geld wiederzufinden.

Foto: Thomas Kost/ZDF / ZDF und Thomas Kost

Essen  Bei Mönchen hat ZDF-Detektiv Wilsberg schon ermittelt. Nun verschlägt es ihn erneut ins Kloster – mit allzu menschlichen Bewohnerinnen.

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Um Himmels Willen, was macht der Wilsberg schon wieder im Kloster? Schon einmal hat der Antiquar und Detektiv (Leonard Lansink) unter Mönchen ermittelt. Das war 2011 in der Episode „Im Namen der Rosi“. Diesmal aber, in der neuen Folge „Gottes Werk und Satans Kohle“, sind es zwei Nonnen, die den ewig klammen Wilsberg in seiner Bücherstube aufsuchen.

Auch die Dienerinnen Gottes, Schwester Helena (Maren Kroymann) und Schwester Christa (Inka Friedlich), haben Geldsorgen. Ihrem maroden Kloster droht der Verkauf durch die Diözese, wenn die Nonnen nicht aus eigener Kraft die Restaurierung stemmen können. Doch die 1,5 Millionen, die Christa durch kluge Spekulation an der Börse beschafft hat, wurden gestohlen.

Der Film macht durchweg Spaß

Mit „Wilsberg“ ist es wie mit einem guten alten Freund. Man freut sich auch nach 62 Folgen noch über jedes Wiedersehen, schielt gar nicht mehr so sehr auf den Krimi-Anteil, dafür mehr auf das Standardpersonal rund um die Hauptfigur.

Auf den unbelehrbaren Polizisten Overbeck (Roland Jankowsky) etwa, der sich hier in eine junge Nonne verliebt, auf die Frage nach seinem Vornamen aber nur noch mit „Kommissar“ dienen kann.

Oder auf Wilsbergs Nichte Alexandra Holtkamp (Ina Paule Klink), die als Anwältin auch jetzt wieder an einen falschen, halbseidenen Arbeitgeber gerät. Regisseur Martin Enlen, der schon bei zahlreichen Filmen der Serie Regie geführt hat, und Drehbuchautor David Ungureit, der mit vielen zündenden Dialogen aufwarten kann – sie beide gestalten einen Film, der durchweg Spaß macht. Natürlich muss es einen Toten im Kloster geben, damit Kommissarin Springer (Rita Russek) überhaupt vor Ort ermitteln kann.

Auch Nonnen sind nur Menschen

Doch der eigentliche Clou, das sind die Schwestern selbst. Wo hat man so ein Kloster schon mal gesehen, in dem ein Börsengenie existiert, das gleichzeitig aber darunter leidet, dass sein Tun eigentlich Teufelswerk ist und die Habgier nur fördert?

Es gibt eine Schwester, die sich nachts in den Medienraum schleicht, um sich dort an Soap-Serien zu ergötzen. Eine Novizin fungiert offenbar als Maulwurf für einen zwielichtigen Bauunternehmer, der aus dem Kloster gern luxuriöse Altersresidenzen machen würde. Und dann ist da noch die Äbtissin Helena, die nicht leugnen kann, schon längere Zeit im Knast zugebracht zu haben.

Wilsbergs elftes Gebot

Regisseur Enlen zieht den Zuschauer zunächst hinein in eine düstere Stimmung, die an einschlägige Gothic-Filme gemahnt. Dunkle Gestalten huschen da durch finstere Gänge und tun Dinge, die man nicht deuten kann. Doch eigentlich ist das nur der Prolog, der bald schon Platz macht für eine unterhaltsame Mischung aus ein wenig Spannung und sehr viel mehr Komik.

Wilsberg ist da unschlagbar. Er mag zwar Gott eher ablehnend gegenüberstehen („Ich rede nicht über Leute, die ich nicht kenne“), doch am Ende wirft er mit Geboten um sich, die man bisher noch gar nicht kannte. Wie die Nummer elf: „Du sollst keine dummen Fragen stellen.“

Fazit: Wilsberg will Nonnen helfen, deren Vermögen über Nacht gestohlen wurde. Bei seiner Beziehung zu Gott wird daraus schon fast eine Komödie.

• Samstag, 12. Januar, 20.15 Uhr, ZDF: „Wilsberg“

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