Mutationen

Forschende warnen vor weltweitem Ausbruch des Zika-Virus

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Ein Überblick: Das ist das West-Nil-Virus

Ein Überblick: Das ist das West-Nil-Virus

Das West-Nil-Virus hat sich die letzten Jahre in vielen Ländern und Regionen verbreitet. In Deutschland ist das Virus 2018 das erste Mal aufgezeichnet wurden. Ein Überblick.

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Berlin  Das Zika-Virus kann laut einer Studie mutieren. Das wäre gefährlich, wenn sich die Mücken durch den Klimawandel weltweit ausbreiteten.

Das Zika-Virus könnte durch neue Varianten eine bestehende Immunität überwinden. Diese Sorge äußerten Forschende aus dem US-amerikanischen Kalifornien nach Labor-Experimenten mit dem Virus. Die Mutationen des Zika-Virus könnten für einen explosionsartigen weltweiten Ausbruch sorgen, wenn sich die Überträger-Mücken wegen des Klimawandels weiter ausbreiten.

Den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des La Jolla Institus für Immunologie könnte das Zika-Virus mutieren und sich damit erneut in Regionen ausbreiten, die bereits eine Immunität aufgebaut haben. Bei einer Labor-Studie mit Zellen und Mäusen hatte das Forschungsteam entdeckt, dass sich die genetische Zusammensetzung von Zika bei der mehrfachen Übertragung ändert.

Die Ergebnisse veröffentlichte die Gruppe in der Fachzeitschrift "Cell Reports". Dort erklärte die Expertinnen und Experten, das Verfahren könne dazu genutzt werden, künftige Virus-Varianten besser zu überwachen: "So können kontrollierte Maßnahmen erwirkt werden, die einen möglichen Zika-Ausbruch abwenden."

Zika-Virus ist besonders für Schwangere gefährlich

Für die meisten Infizierten ist das ungefährlich – mit Ausnahme von Schwangeren und ihren Ungeborenen. Bei der Zika-Virus-Endemie 2015 und 2016 kamen besonders in Brasilien viele Babys mit Mikrozephalie zur Welt.

Bei der Entwicklungsbesonderheit weist der Kopf eine unterdurchschnittliche Größe auf, die Betroffenen haben eine geistige Behinderung. Zudem vermutet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und dem Guillain-Barré-Syndrom, einer wenig erforschten Nervenerkrankung.

Als Verursacher und Überträger der Zika-Viruskrankheit gelten infizierte Aedes-aegypti-Mücken. Die Symptome dauern bis zu sieben Tage lang und beinhalten Hautausschlag, leichtes Fieber und Bindehautentzündungen. Man spricht bei der Erkrankung auch vom Zika-Fieber, eine Behandlung oder einen Impfstoff dagegen gibt es bislang nicht.

Zika-Virus könnte sich auch in Deutschland ausbreiten

Nach der Häufung der Zika-Virus-Ausbrüche in Südamerika und der Karibik erklärte die WHO am 1. Februar 2016 eine "gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite". Auch in anderen subtropischen Gebieten zirkuliert das Virus. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Besonders im Hinblick auf die Erderwärmung und den Klimawandel befürchten Experten und Expertinnen eine weitere Ausbreitung der Aedes-Mücken. Damit könnten sich neben dem Zika-Virus auch andere tropische Infektionskrankheiten in Deutschland ausbreiten, heißt es in einer Erklärung des Umweltbundesamts. Lesen Sie dazu: Zika-Virus erstmals in Europa übertragen

Dass ein Virus mutiert, ist nicht ungewöhnlich. Ob die kalifornischen Labor-Entdeckungen rund ums Zika-Virus auch tatsächlich in der Realität auftreten werden, ist derzeit außerdem noch ungewiss.

Dennoch ist das Experiment eine Erinnerung: Mutiert ein Virus, können sich neue Krankheitsbilder und Inzidenzen bilden. Das zeigte zuletzt auch die Corona-Pandemie. (reba)

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