Reichsbürger

3200 Reichsbürger in NRW: Einer von ihnen gilt als Gefährder

Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik und ihre Gesetze nicht an. Allein in NRW soll es 3200 von ihnen geben.

Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik und ihre Gesetze nicht an. Allein in NRW soll es 3200 von ihnen geben.

Foto: Jochen Lübke / dpa

Düsseldorf.  Das Innenministerium schätzt, dass es 3200 sogenannte Reichsbürger in NRW gibt. Die meisten sind männlich und leben in ländlichen Gegenden.

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Der NRW-Verfassungsschutz hat neue Zahlen zu sogenannten Reichsbürgern veröffentlicht. Demnach sollen in Nordrhein-Westfalen rund 3200 Reichsbürger und sogenannte Selbstverwalter leben. Damit ist die Zahl der Reichsbürger und Selbstverwalter im Laufe des Jahres gleich geblieben.

„Knapp drei Viertel davon sind Männer zwischen 40 und 60 Jahren“, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. 100 Reichsbürger würden der rechtsextremistischen Szene zugerechnet, hieß es wei ter. Unter den in NRW vermuteten Reichsbürgern wurde im Februar auch ein Gefährder geführt. Das ging aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung vom Februar 2019 hervor.

Als Gefährder führen die Sicherheitsbehörden laut Bundeskriminalamt potenzielle Terroristen. Eine gesetzliche Bedeutung hat der Begriff allerdings nicht.

Schwerpunkte in Ostwestfalen und im Sauerland

Reichsbürger sind demnach eher in ländlichen Regionen verbreitet. Schwerpunkte seien Ostwestfalen, Lippe, Soest, der Hochsauerlandkreis und der Großraum Köln. Aber auch im Ruhrgebiet warnt die Polizei vor Reichsbürgern. Die Szene bestehe außerdem aus vielen Kleingruppierungen und wandle sich stetig. Den Angaben des Innenministeriums zufolge kooperieren viele Gruppen miteinander. Es gebe aber auch Einzelpersonen, die nur im Internet aktiv seien.

Rechtsextreme trainieren laut Bericht für „Bürgerkrieg“ Reichsbürger oder sogenannte Selbstverwalter erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Sie sprechen dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide. (dpa)

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