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Appell an Eltern: Kinderfotos nicht einfach ins Netz stellen

Auf Facebook hat das Kinderhilfswerk eine Kampagne zum Schutz von Kinderrechten im Internet gestartet.

Foto: Armin Weigel

Auf Facebook hat das Kinderhilfswerk eine Kampagne zum Schutz von Kinderrechten im Internet gestartet. Foto: Armin Weigel

Essen.   Das Deutsche Kinderhilfswerk will mit einer Facebook-Initiative den Schutz von Persönlichkeitsrechten von Kindern stärken.

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat am Donnerstag eine Facebook-Kampagne zum Schutz von Kinderrechten im Internet gestartet. Die Kampagne arbeitet mit sechs Bildmotiven, die in den kommenden drei Wochen als Anzeige auf Facebook geschaltet werden. Auf seinem Internetportal gibt das Hilfswerk zusätzlich Tipps für einen angemessenen Umgang mit Kinderfotos in sozialen Medien.

Mit der Aktion wendet sich der Verein gegen einen offenbar immer laxer werdenden Umgang vieler Erwachsener mit den Persönlichkeitsrechten von Kindern in digitalen Medien. „Viele Eltern teilen augenscheinlich unüberlegt Fotos von Kindern über soziale Netzwerke“, sagte Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger. Eine repräsentative Umfrage des Hilfswerks kommt zu dem Ergebnis, dass 34 Prozent derjenigen Erwachsenen, die Bilder und Informationen von Kindern auf sozialen Netzwerken wie Whatsapp, Facebook oder Instagram posten, Kinder dabei gar nicht einbeziehen. 30 Prozent informieren die Kinder lediglich. Eine explizite Erlaubnis der Kinder holt nur eine Minderheit von 31 Prozent der Befragten ein.

Das Posten von Bildern oder Informationen über Kinder ohne deren Zustimmung verletzt aber laut Kinderhilfswerk nicht nur die Privatsphäre, sondern widerspricht auch dem Recht der Kinder auf Beteiligung. Zudem gehe es um Schutzrechte. Oft seien Fotos im Netz frei zugänglich und könnten in falsche Hände geraten.

Eltern sollten ihre Kinder daher fragen, ob sie ein Bild posten dürfen. „Kindern ab dem Grundschulalter kann man das erklären“, sagte ein Sprecher. Fotos aus der Badewanne solle man indes nie posten. „Wir wissen aus vielen Gesprächen mit Polizeidienststellen, dass solche Bilder schnell im Darknet landen“, so der Sprecher. Besonders problematisch sei es, wenn Eltern oder Großeltern die Fotos ihrer Kinder und Enkel als Profilfoto nutzten. „Diese Profilfotos kann jeder sehen, der eine Person etwa bei Facebook sucht.“

Auch der Kinderschutzbund NRW warnt davor, Kinderfotos gedankenlos ins Netz zu stellen. Sprecherin Nicole Vergin rät Eltern, sich über Sicherheitseinstellungen bei Facebook & Co. zu informieren. Vergin: „Oft erscheint einem das Internet ja eng, weil man innerhalb einer Gruppe etwas teilt.“ Vielen Nutzern sei jedoch unklar, welche Wege Bilder nehmen könnten.

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