Essen/Leverkusen/Schwelm. Nach mutmaßlich erzwungenen Stopps von vier Zügen in Essen und zwei anderen Städten ermittelt die Polizei. Der Staatsschutz ist eingeschaltet.

Eine ungewöhnliche Häufung von Zug-Notbremsungen beschäftigt Ermittler der Polizei. Der Staatsschutz der zuständigen Kölner Behörde ist eingeschaltet.

Nach ersten Erkenntnissen sind bislang unbekannte Täter am Wochenende unter anderem in Essener Stellwerke in Kray und Stadtwald eingedrungen und haben die Steuerungstechnik lahmgelegt. In Leverkusen und Schwelm kam es zu ähnlichen Störungen. Insgesamt sollen vier Züge betroffen gewesen sein.

Gleich mehrere dieser Zwischenfälle zwischen 5 und 11 Uhr am Sonntagmorgen seien ungewöhnlich, bestätigte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Da die Ausfälle wohl vorsätzlich herbeigeführt worden seien, stehe der Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe und des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr im Raum. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen.

Versorgungskabel in Dellwiger Stellwerken durchtrennt

Erst im Dezember war es in Essen-Dellwig zu mutmaßlichen Sabotageaktengegen das Verkehrsunternehmen gekommen: In zwei Dellwiger Stellwerken wurden vorsätzlich Versorgungskabel durchtrennt. Wer dahintersteckt, ist nach wie vor unklar - wie auch nach in weiteren Fällen in Berlin und Herne.

Im Oktober hatten Unbekannte dort Glasfaserkabel durchtrennt. Das dadurch zusammengebrochene Funknetz legte den Zugverkehr großflächig über Stunden lahm. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage. (j.m.)