Containern

Bloß ein Symptom

Portraitaufnahmen von Mitarbeitern der Funke Medien Gruppe am 17.03.2016 in Essen. Im Bild Reporterin und Redakteuerin Annika Fischer. Foto: Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto Services

Portraitaufnahmen von Mitarbeitern der Funke Medien Gruppe am 17.03.2016 in Essen. Im Bild Reporterin und Redakteuerin Annika Fischer. Foto: Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto Services

Foto: Kai Kitschenberg / Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto Services

Containern könnte legalisiert werden. Eine Wegwerfgesellschaft werden wir dennoch bleiben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Anderen Leuten etwas wegzunehmen, ist Diebstahl. Skurril, dass das auch gilt, wenn es um ihren Müll geht, um Dinge also, die Menschen nicht mehr haben wollen. Aber so will es das Gesetz. Man kann das ändern im Fall weggeworfener Lebensmittel, aber es löst das Problem nicht.

Den meist jungen Menschen, die „containern“, geht es weniger ums Geld, das ein angedötschter Apfel oder ein außen welker Salat noch wert ist. Sie wollen Zeichen setzen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln, von Ressourcen, mit denen diese hergestellt oder aus fernen Ländern nach Deutschland transportiert werden – um dann, wenn sie nicht rechtzeitig gekauft werden, im Abfall zu landen und in der Verbrennung. Hier muss die Politik, muss der Handel weiter arbeiten, und es ist ja schon viel passiert. Die Digitalisierung macht bessere Bedarfsrechnungen möglich, es gibt die Tafeln und das „Foodsharing“, die noch gute Ware verteilen, oft an Bedürftige.

Eine Entkriminalisierung des Containerns aber macht die Sache nicht mehr viel besser. Dann werden Mülltonnen vielleicht noch besser weggeschlossen und die Lebensmittel-„Retter“ nicht mehr. Aber das, was sie tun, ist ja ohnehin bloß ein Symptom. Einer Wegwerfgesellschaft, die Millionen Tonnen Essen entsorgt, jedes Jahr. Die also endlich umlernen muss.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben