CDU

CDU bindet Friedrich Merz ein, aber nur ein bisschen

Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich mit Friedrich Merz über sein zukünftiges Engagement in der CDU geeinigt.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich mit Friedrich Merz über sein zukünftiges Engagement in der CDU geeinigt.

Foto: Jan Woitas/dpa

Arnsberg/Berlin.   Friedrich Merz soll Mitglied in einem informellen Expertengremium der CDU werden. Zumindest wahrt er den direkten Kontakt zur Partei in Berlin.

Die „exponierte Position“ in der Politik, die seine Anhänger und er selbst sich wünschen, ist das sicher noch nicht: Friedrich Merz soll Mitglied eines CDU-Expertengremiums zur sozialen Marktwirtschaft werden. Zudem werde er an führender Stelle den Themenbereich „Zukunft der transatlantischen Beziehungen“ begleiten, berichtet die „Welt“. Merz solle darüber hinaus am neuen Grundsatzprogramm der Partei mitarbeiten. Darauf habe sich der Sauerländer in einem Telefonat mit der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer geeinigt.

Kein Posten im Kabinett

Ein Posten im Bundeskabinett ist demnach nicht vorgesehen. Dafür hatte sich Merz in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ selbst ins Gespräch gebracht.

Aber: Auch wenn Merz der „Welt“ gegenüber Wert auf die Feststellung legte, dass er nicht Mitglied in einem formalen Parteigremium werde, bieten ihm die neuen Aufgaben nun die Möglichkeit, den direkten Kontakt zu wichtigen Vertretern der Partei in Berlin zu wahren. Insider gehen nach wie vor davon aus, dass der 63-jährige Rechtsanwalt auf eine baldige Ablösung von Angela Merkel als Bundeskanzlerin spekuliert, um dann einen Ministerposten übernehmen zu können. Merkel hatte mehrmals deutlich gemacht, dass mit ihr als Regierungschefin ein solches Amt für Merz nicht in Frage kommt. Eine direkte Zusammenarbeit der beiden scheint für alle Zukunft ausgeschlossen; sie mögen sich nicht.

Merz schrieb an CDU-Mitglieder im Hochsauerlandkreis

Im kleinen Kreis, so schreibt der „Spiegel“, habe Merz nun auch explizit ausgeschlossen, unter Merkel ins Kabinett einzutreten.

Kurz vor Weihnachten hatte Merz an die Mitglieder der CDU im Hochsauerlandkreis geschrieben: „Ich bin bereit, mich mit ganzer Kraft politisch für die CDU und für unser Land zu engagieren, um meinen Teil dazu beizutragen, die vor uns liegenden Aufgaben zu bewältigen.“ Nicht nur im Sauerland ist der Wunsch nach einer wichtigen Rolle für Merz groß, konservative und wirtschaftsnahe Kreise in der CDU sind davon überzeugt: Wer so knapp bei der Wahl zum Vorsitzenden unterliege, der müsse in der Partei eine wichtige Rolle spielen.

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