Pandemie

Corona-Gipfel mit Merkel: Was nächste Woche wohl Thema wird

Lesedauer: 6 Minuten
Merkel: Mit Schnelltests Lockdown-Ausstieg ermöglichen

In Deutschland soll es bereits in wenigen Tagen Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung geben. Das zuständige Bundesinstitut erteilte Sonderzulassungen für drei Produkte zum Abstrich in der Nase. Die Selbsttests sollen unter anderem bei Discountern erhältlich sein.

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Berlin.  Der nächste Corona-Gipfel mit Merkel und den Ministerpräsidenten findet am 3. März statt. Über diese Themen wird jetzt diskutiert.

  • Am 3. März kommen Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten erneut zusammen, um über die Corona-Maßnahmen zu beraten
  • Die Kanzlerin hat sich für eine vorsichtige Öffnungsstrategie ausgesprochen
  • Der Anstieg der Virusmutationen in Deutschland dürfte ein Thema sein
  • Der Lockdown gilt bis 7. März - enden soll er nur dann, wenn es die Infektionszahlen zulassen
  • Lesen Sie hier, um welche Themen es bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz gehen soll

Die Sehnsucht nach einem Lockdown-Ende in Deutschland ist groß. Noch bis zum 7. März gelten die aktuellen Corona-Maßnahmen. Für ein Lockdown-Ende müsste die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner unter 35 liegen. Das haben Bund und Länder bei ihrem letzten Treffen beschlossen. Davon aber ist Deutschland momentan noch weit entfernt.

Am 3. März wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer erneut zu einem Corona-Gipfel zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu diskutieren.

Corona-Gipfel: Merkel will Öffnungen an Tests koppeln

Merkel hat sich für eine vorsichtige Strategie bei möglichen Öffnungen ausgesprochen. Öffnungsschritte müssten gekoppelt mit vermehrten Tests klug eingeführt werden, sagte Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums. Sie sprach von drei Bereichen, für die es Öffnungskonzepte geben müsse: persönliche Kontakte, Schulen und Berufsschulen sowie Restaurants und Kultur.

„Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden“, sagte Merkel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Weiter sagte sie: „Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein.“ Lesen Sie hier: Exitstrategie: Wie die Kanzlerin aus dem Lockdown will

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Corona-Selbsttests vom Discounter - erste Zulassungen in Deutschland
Corona-Selbsttests vom Discounter - erste Zulassungen in Deutschland

Drei Selbsttests für den Laien-Gebrauch bekamen am Mittwoch eine Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dabei müssen Proben mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen werden, wie ein Sprecher erläuterte. Die Tests sollen im Handel frei zu kaufen sein.

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Gesundheitsminister Jens Spahn schlägt eine Kombination der Testmöglichkeiten vor. „Mit mehr Testen finden wir bisher unentdeckte Infektionen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. So könnten Selbsttests Sicherheit in konkreten Situationen geben - etwa bevor man spontan eine Veranstaltung besucht, sich die Haare schneiden lässt oder ins Theater geht.

Dagegen könnten Schnelltests, die geschultes Personal abnehmen muss, mehr Sicherheit im Alltag bringen, wenn man einen bestätigten Nachweis braucht - etwa für Reisen oder Besuche bei Großeltern. Bei einem positiven Test wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ein genauerer PCR-Test im Labor erforderlich.

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Ministerpräsidentenkonferenz: Virusmutationen ein Thema

Im Fokus des Corona-Gipfels dürfte auch die Ausbreitung der ansteckenderen Virusmutationen stehen, die dafür verantwortlich sein könnte, dass die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - seit einiger Zeit nicht weiter sinkt.

Der Anteil der ansteckenderen britischen Virusmutation ist nach Angaben des Verbands Akkreditierter Labore in der Medizin auf rund 30 Prozent gewachsen, wie der Verband am Dienstag auf Basis von Stichproben aus der vergangenen Woche mitteilte. Zuvor war er laut Robert Koch-Institut von 6 auf rund 22 Prozent gestiegen.

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Corona-Gipfel: Kommen mehr Lockerungen?

Trotz der Ausbreitung der Mutationen spricht sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen aus. Es wäre sinnvoll, „wenn man wieder auf diese etwas weitere Kontaktbeschränkung geht, die allerdings immer noch sehr streng ist: zwei Haushalte, fünf Personen, die Kinder nicht mitgezählt“, sagte sie bei RTL/ntv. Ein Perspektivplan müsse körpernahe Dienstleistungen, Kultur und Gastronomie umfassen.

Auch Hessen plant Lockerungsschritte. Dabei gehe es um mehr Kontakte für eine größere Menschenzahl und das Öffnen von Geschäften, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Debatte um Corona-Lockdown gewinnt weiter an Fahrt
Debatte um Corona-Lockdown gewinnt weiter an Fahrt

Einige Bundesländer sind bereits vorgeprescht. In Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dürfen Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden bereits am 1. März wieder öffnen. Eigentlich war beim letzten Corona-Gipfel entschieden worden, dass an diesem Tag lediglich Friseure wieder Kunden bedienen dürfen.

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Corona-Impfungen wohl auch Thema bei Bund-Länder-Treffen

Bei dem Treffen könnte es zudem um die Impfkampagne in Deutschland gehen. Die Kanzlerin versprach jüngst, die Corona-Impfungen würden sich jetzt immer weiter beschleunigen. „Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen.“ Die Impfzentren schafften das nicht allein. Dazu würden noch niedergelassene Ärzte gebraucht.

Mit Blick auf Zweifel am Mittel von Astrazeneca sagte Merkel, dies sei „ein zuverlässiger Impfstoff, wirkungsvoll und sicher“. Er sei durch die Europäische Medizinagentur zugelassen und in Deutschland für Menschen unter 65 Jahren empfohlen. Lesen Sie hier: Drosten: Astrazeneca-Impfstoff viel besser als sein Ruf

Der Inzidenzwert von 35 dürfte ein Streitpunkt sein. Auf diesen Grenzwert hatten sich Merkel und die Landesregierungen beim Corona-Gipfel am 10. Februar geeinigt. Wenige Tage später distanzierten sich die CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günter (Schleswig-Holstein) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) davon. „Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen“, sagte Laschet, der seit Mitte Januar CDU-Chef ist.

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Söder bekräftigte seine Forderung, künftig stärker über Maßnahmen auf regionaler Ebene zu entscheiden. In Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 seien Erleichterungen möglich. Wo die Inzidenz weniger gut sei, dürfe weniger geöffnet werden. Wo es sehr schlecht aussehe, müsse gegebenenfalls geschlossen werden. Lesen Sie auch: Urlaub 2021: Was ein europäischer Impfpass ändern würde

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(jb/küp/raer/dpa)

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