Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg: Mehr als 300 russische Drohnen abgeschossen

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Russland gibt Abschluss seiner Teilmobilmachung bekannt

Russland gibt Abschluss seiner Teilmobilmachung bekannt

Russland hat seine Teilmobilmachung von 300.000 Reservisten binnen etwa eines Monats abgeschlossen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte in einem Gespräch mit Präsident Wladimir Putin, 41.000 von ihnen seien bereits in Militäreinheiten in der Ukraine eingesetzt.

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Berlin   Die Ukraine hat 300 russische Drohnen in einem Monat abgeschossen. Wie sie sich gegen Putins Drohnenterror wehrt – und was sie braucht.

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in gut einem Monat mehr als 300 russische Kamikaze-Drohnen vom iranischen Typ Schahed-136 abgeschossen. Die russische Armee setze sie im Ukraine-Krieg vor allem nachts und in Wellen ein, erklärte Luftwaffensprecher Jurij Ihnat am Freitag in Kiew.

Die Soldaten von Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj sind recht erfolgreich. Angeblich ist es ihnen gelungen, bis zu 85 Prozent der Kamikaze-Drohnen abzuschießen, wie der britische Geheimdienst twittert. Das Problem ist, dass die Russen viele Drohnen im Ukraine-Krieg einsetzen, pro Angriff ganze Schwärme. Die wenigen, die ihr Ziel am Ende doch erreichen, richten dann große Zerstörungen an. Deswegen bittet die Ukraine den Westen immer wieder darum, gerade ihre Luftverteidigung zu unterstützen. Wie?

Putins Drohnenterror: Störsender sind das einfachste Mittel

Ihnat geht davon aus, dass Russland 2400 Kamikaze-Drohnen – Stückpreis: 20000 US-Dollar – bestellt habe. Wie groß der Bestand tatsächlich sei, wisse man nicht. Mit billigen Waffen den Abschuss von Millionen teuren Raketen zu provozieren, könnte ein Kalkül von Kremlchef Wladimir Putin sein. Lesen Sie auch: Russland: Warum Putins Truppen zu billigen Waffen greifen

Die Ukraine verfügt über Flakpanzer noch aus sowjetischer Produktion und ebenso über 30 Modelle des Typs Gepard, die bei der Bundeswehr ausgemustert wurden. Aber sie reichen nicht aus angesichts der langen Front und der vielen Ziele.

Sehr effektiv ist das System Nasams, das wie die deutsche IRIS-T Raketen abfeuert. Die USA haben der Regierung in Kiew die Lieferung von Nasams angekündigt. Aber das Kostendilemma bleibt: Mit Raketen im Wert von Millionen Objekte abschießen, die ein paar Zehntausend Dollar kosten.

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Putins Drohnenterror: Iranische Shahed-136 fliegen sehr tief

Das einfachste Mittel gegen die iranischen Drohnen sind "Jammer". Das sind Störsender. Die Nato will davon mehrere Hundert bereitstellen. Ist der Kontakt der Drohne zum Piloten unterbrochen, wird sie herunterfallen. Der GPS-Sender ist die Schwachstelle der Drohnen. Wie Störsender funktionieren, zeigt ein Video der Bundeswehr in Mali am Beispiel des Abwehrsystems "Asul".

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren Anti-Drohnen-Waffen wie die Harpoon-3, die von den Russen eingesetzt werden. Sie schießt nicht mit Kugeln, sondern mit elektromagnetischen Impulsen. Diese stören das Navigations- und Kommunikationssystem des Flugobjekts.

Die Waffe kann sowohl per Hand als auch stationär "abgefeuert" werden. Sie hat eine Reichweite von 3,5 Kilometer. Im Prinzip muss sich das Ziel in Sichtweite befinden. Sonst kann man die Drohne nicht anpeilen. Die Waffe kann 60 Minuten lang benutzt werden. Danach muss sie wieder elektrisch geladen werden.

Liefert der Iran nach den Drohnen auch Raketen?

Natürlich kann man Drohnen mit konventionellen Waffen regelrecht abschießen, wenn die Fluggeräte nur rechtzeitig geortet werden. Die iranischen Drohnen fliegen nicht besonders schnell, 180 bis 240 km/h in der Stunde, aber sehr tief – was dem Radar Probleme bereitet. Einerseits.

Andererseits sind die iranischen Kamikaze-Drohnen sehr laut. Sie klingen wie ein frisiertes Moped. Man kann hören, wenn sie im Anflug sind und versuchen, sie abzuschießen.