Elektromobilität

E-Autos: Höhere Prämie für Käufer verzögert sich um Monate

Ein E-Auto an einer Ladesäule: Die Bundesregierung hat angekündigt, die Kaufprämie um 2000 Euro zu erhöhen. Kunden müssen aber weiter warten.

Ein E-Auto an einer Ladesäule: Die Bundesregierung hat angekündigt, die Kaufprämie um 2000 Euro zu erhöhen. Kunden müssen aber weiter warten.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Hagen/Berlin.  Um 2000 Euro sollte die Kaufprämie für Elektroautos steigen – Kunden müssen aber wohl noch Monate darauf warten. Kritik an der Bundesregierung.

Die im November von der Bundesregierung groß angekündigte Offensive in der Elektromobilität verzögert sich um mehrere Monate. Mit einem um 2000 Euro erhöhten Umweltbonus sollte der Verkauf von E-Autos deutlich attraktiver und gesteigert werden, aber noch immer weiß niemand, wann die neue Prämie beantragt werden kann, geschweige denn ausgezahlt wird.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) kritisiert eine „Hängepartie, die das Vertrauen in staatliche Zusagen erschüttere“, in SPD-Kreisen ist von einer peinlichen Blamage die Rede, für die Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) verantwortlich sei.

Viele Kunden warten auf die höhere E-Auto-Prämie

Weil die Zugabe um insgesamt 2000 Euro pro E-Fahrzeug steigen soll, halten sich die Kunden momentan mit Kaufentscheidungen zurück. Das ersticke die Nachfrage und Fortschritte bei der E-Mobilität, so der ZDK.

„Bei Privatkunden macht sich bei vollelektrischen Neuwagen die Verzögerung der Umweltprämie signifikant bemerkbar. Private Neuwagenkäufer bleiben dem Markt fern“, sagt Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Bei Neuzulassungen von E-Autos hat er einen Einbruch von bis zu 50 Prozent ermittelt. Inzwischen haben einige Händler wie Renault, Hyundai und Nissan die Kaufprämie von sich aus erhöht.

Unterlagen erst vergangene Woche an die EU-Kommission übermittelt

Hintergrund der Verzögerung ist, dass das zuständige Wirtschaftsministerium erst in der vergangenen Woche die für eine Erhöhung der Prämie erforderlichen Unterlagen an die EU-Kommission übermittelt hat. Brüssel muss die staatliche Zugabe beihilferechtlich prüfen. „Dies ist ein notwendiger Schritt im Verfahren, keine Verzögerung“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Allerdings hatte das Ministerium bereits vor Wochen mit der Aussage für Irritationen gesorgt, es hätte die Unterlagen bereits übermittelt.

Wie lange die Prüfung in Brüssel dauert, ist unklar. Experten gehen von bis zu drei Monaten aus. Ihr Geld vom Staat bekommen die Kunden anschließend noch immer nicht zeitnah: Die Bearbeitungsgebühr beim zuständigen BAFA beträgt mehrere Monate. Derzeit würden noch Anträge aus dem vergangenen Jahr bearbeitet, teilte das Amt mit.

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