Lehrer und Pflegekräfte

Tarifverhandlungen für Landesbeschäftigte werden heftig

Erst 2018 hatten die Pflegekräfte der Unikliniken in Düsseldorf und Essen für mehr Fachkräfte und Entlastung gestreikt. Die jetzige Tarifrunde der Länder betrifft auch sie.

Erst 2018 hatten die Pflegekräfte der Unikliniken in Düsseldorf und Essen für mehr Fachkräfte und Entlastung gestreikt. Die jetzige Tarifrunde der Länder betrifft auch sie.

Foto: Oliver Berg

Essen/Berlin.   Am Montag starten die Tarifverhandlungen für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder. Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaften haben zuletzt ein sattes Lohnplus für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Bund und Städten erreicht – nun wollen sie auch für die rund 800.000 Angestellten der Länder mehr Gehalt erstreiten. Am Montag startet in Berlin die erste Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft der Länder – vorab zeichnen sich schwierige Gespräche ab.

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro und für Azubis 100 Euro. Die Krankenpflege soll ein größeres Lohnplus bekommen. Die Forderungen summieren sich laut Beamtenbund und Tarifunion (DBB) auf 6,4 Milliarden Euro. Der DBB stellte eine harte Verhandlung in Aussicht: „Die Beschäftigten im Landesdienst haben ein Recht auf gutes Geld für ihre gute Arbeit“, so DBB-Chef Ulrich Silberbach.

Länder weisen Forderungen zurück

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) kündigte Widerstand an. Die Forderungen der Gewerkschaft seien „nicht finanzierbar“, sagte Matthias Kollatz (SPD), Berlins Finanzsenator und Verhandlungsführer für die Länder ohne Hessen. Sie summierten sich seiner Darstellung nach auf zehn Prozent Lohn- und Gehaltssteigerung pro Jahr. Der TdL-Vorstandschef mahnte eine „bezahlbare“ Lösung an: „Die Arbeitnehmervertreter wissen, dass das nicht das Ergebnis sein wird.“

Vom Tarifabschluss würden in NRW rund 190.000 angestellte Lehrer sowie Beschäftigte in Polizeipräsidien, Unikliniken oder Landesämtern profitieren. Wird das für März erwartete Ergebnis auf Beamte ausgerollt, würde sich der Kreis auf 2,3 Millionen Menschen bundesweit und rund 756.000 Beschäftigte in NRW erweitern.

Mehr Gleichheit bei Lehrern gewünscht

Ziel der Gewerkschaften ist, angestellte Lehrer besser zu stellen. Anders als bisher sollen sie in ihrer Entgeltordnung genauso eingruppiert werden wie Beamte. Das komme einem Lohnplus von 300 bis 500 Euro im Monat gleich, rechnete Jutta Endrusch von der Gewerkschaft VBE NRW vor. Sie verweist auf den akuten Personalmangel. „Uns fehlen 1100 Grundschullehrer.“ Das Land müsse nachbessern.

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