Zuwanderung

Heiko Hendriks ist der erste Aussiedler-Beauftragte für NRW

Der Mülheimer CDU-Politiker Heiko Hendriks wurde zum Landesbeauftragten für Aussiedler und Vertriebene ernannt.

Foto: Kerstin Bögeholz

Der Mülheimer CDU-Politiker Heiko Hendriks wurde zum Landesbeauftragten für Aussiedler und Vertriebene ernannt. Foto: Kerstin Bögeholz

Düsseldorf.   Heiko Hendriks (CDU) aus Mülheim kümmert sich auf Honorarbasis um die Interessen von Zugewanderten. Über 650.000 Aussiedler leben in NRW.

In NRW gibt es seit heute einen Aussiedler- und Vertriebenenbeauftragten. Heiko Hendriks (51), CDU-Politiker aus Mülheim, wird auf der Basis einer Nebentätigkeit zwei Tage in der Woche im Kulturministerium arbeiten und sich um die Interessen von deutschen Heimatvertriebenen sowie von (Spät-)Aussiedlern kümmern.

Der Unternehmensberater und Ex-Landtagsabgeordnete wird mit einem freien Dienstvertrag ausgestattet. Er engagiert sich seit Jahren innerhalb der CDU für Zugewanderte aus Osteuropa. Diese Menschen wünschten sich mehr „Wertschätzung“, sagte Hendriks bei seiner Vorstellung. Die meisten Spätaussiedler aus Russland oder Staaten der ehemaligen Sowjetunion seien „hervorragend integriert“ und „Staatsbürger im besten Sinne“.

Viele Aussiedler aus der früheren Sowjetunion

Zum Teil fühlten sie sich aber nicht ernst genommen oder stießen auf Hindernisse in Behörden. Hendriks will für sie eine „Lotsenfunktion“ einnehmen und Menschen helfen, die zum Beispiel Probleme bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen haben oder ihre Kultur weiterhin pflegen möchten. Den Kommunen empfiehlt er, Personen zu benennen, die sich gezielt um die Belange von Aussiedlern kümmern.

In NRW leben rund 650.000 (Spät-)Aussiedler, mehr als die Hälfte von ihnen stammt aus den Staaten der früheren Sowjetunion. Im vergangenen Jahr kamen rund 1500 dieser Zuwanderer, rund 7300 seit dem Jahr 2010. Überdurchschnittlich viele Aussiedler wohnen in Ostwestfalen, im nördlichen und östlichen Ruhrgebiet sowie im Bergischen Land. Hendriks bestätigte, dass sich Rechtspopulisten um die Aufmerksamkeit dieser Bürger bemühten. Es gebe aber keine auffällige Nähe von Aussiedlern zu extrem rechten Positionen.

Postenvergaben sorgen für Streit

Um die Posten von Landesbeauftragten hat es oft Streit gegeben, zuletzt um den „Brexit“-Beauftragten Friedrich Merz. Der von der rot-grünen Vorgängerregierung geschaffene Posten eines hauptamtlichen Behindertenbeauftragten empörte die Union, weil es sich zuvor nur um ein Ehrenamt handelte. Die CDU vermutete einen „Versorgungsposten“ für Ex-Landtagsabgeordnete. Inzwischen beschäftigt Schwarz-Gelb einen hauptamtlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen und Patienten.

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