Ruhrkonferenz

14 Ideen: So soll der Verkehr im Ruhrgebiet besser werden

Der tägliche Frust: Die Staus sind ein Sinnbild für die dramatische Verkehrssituation in der Region.

Der tägliche Frust: Die Staus sind ein Sinnbild für die dramatische Verkehrssituation in der Region.

Foto: David Young

Essen/Düsseldorf.  Ruhrkonferenz konkret: Das Themenforum „Mobilität“ hat jetzt eine Liste mit 14 Vorschlägen erarbeitet. Was umgesetzt wird, ist aber noch unklar.

Im wichtigen Themenfeld Mobilität hat die Ruhrkonferenz erstmals konkrete Projektideen vorgelegt. Das NRW-Verkehrsministerium veröffentlichte am Donnerstag eine Liste von insgesamt 14 Experten-Vorschlägen zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Region. Die Liste reicht vom „Ruhr-Navigator“ für Lkw bis zum Aufbau einer „Mobilitätszentrale Ruhr“.

Welche Ideen umgesetzt werden, will die Landesregierung in der zweiten Jahreshälfte entscheiden. Zuvor hat der Bürger das Wort. In einem Online-Forum (dialog.ruhr-konferenz.nrw/neue-mobilitaet) können die Projektideen bewertet werden. Die Aktion läuft bis 12. Juni. „Mit den Anregungen der Bürger entwickeln wir die Projekte weiter und entscheiden dann, welche konkreten Projekte ab 2020 in die Umsetzung gehen“, sagte der für die Ruhrkonferenz zuständige NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU). Hier die Projektvorschläge im Überblick:

1. Ruhr-Navigator: Ohne Steckenbleiben und Wendemanöver: Die Navigation liefert Routen, auf denen Lkw problemlos durch die Städte und Gemeinden fahren können.

2. Quartiershub: Weniger Warnblinklichter, weniger Rückstau: Depots im Stadtteil ermöglichen, dass Pakete zentral gesammelt und mit Lastenrädern statt Lieferfahrzeugen zugestellt werden. Wohnquartiere sollen dadurch entlastet werden.

3. Digitale Schiene Ruhr: Die Digitalisierung des Schienennetzes im Ruhrgebiet soll zusätzliche Zugfahrten ohne Streckenneubau ermöglichen und somit mehr Kapazitäten auf die Schiene bringen

4. Mobil.Ruhr: Einsteigen, einchecken, losfahren: Eine App erfasst sämtliche Fahrten mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und berechnet automatisch den besten Fahrpreis.

5. Moderne Stadtbahn Ruhr: Geplant ist ein „System-Upgrade“ des Stadtbahn- und Straßenbahnnetzes im Ruhrgebiet.

6. Bus2RRX: Ein Schnellbussystem soll auch Kommunen ohne Schienenanschluss an das künftige Netz des Rhein-Ruhr-Express anbinden.

7. Job-Mobil: Als Maßnahme gegen den Pendelfrust gedacht: Mitarbeiter müssen mobil und ihre Arbeitsstellen gut erreichbar sein. Modernes Mobilitätsmanagement soll dafür Lösungen liefern.

8. Mobilstation.Ruhr: Hierbei geht es um die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel: Aus Bussen, Bahnen und Car-Sharing-Angeboten sollen ein „Netz der Möglichkeiten“ gewebt werden.

9. Grüne Säulen: der Ausbau der Ladeinfrastruktur für alternative Kraftstoffe, insbesondere für die Elektromobilität.

10. Parkpilot Ruhr: Ein regionales Parkraummanagement soll dafür sorgen, dass vorhandene Stellplätze optimal genutzt werden.

11. Kompetenzcenter Nahmobilität: Das regionale Radwegenetz soll ausgebaut, die Städte fußgängerfreundlich umgestaltet werden. Das Kompetenzcenter Nahmobilität bündelt und koordiniert die Planung und Umsetzung.

12. Baustellenmanagement Ruhr: Die Koordinierung aller Baumaßnahmen im Ruhrgebiet – sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße – soll für eine bessere Steuerung des Verkehrs sorgen.

13. Mobilitätszentrale Ruhr: Sie soll die Verkehrsinformationen der gesamten Region bündeln und eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Mobilität sein.

14. Mobiles Quartier: Sharing- und Shuttle-Angeboten, Fahrradparkplätze ÖPNV-Anbindung – soo soll die Lebensqualität im Quartier.


>>>> Info: So geht es weiter mit der Ruhrkonferenz

Das Land hat die Ruhrkonferenz auf mehrere Jahre angelegt. Noch bis Sommer sollen in den 20 Themenforen Ideen gesammelt werden. Bis Ende 2019 soll dann eine „Entscheidungsphase“ folgen. Mit Finanzhilfen des Bundes und der EU ist ab 2020 die Umsetzung der wichtigsten Leit- und Einzelprojekte geplant.

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