Neue Zahlen

Camorra, Ndrangheta und Co. – So aktiv ist die Mafia in NRW

Die Duisburger Mafia-Morde von 2007 zeigten brutal, wie aktiv die organisierte Kriminalität in NRW ist. Jetzt gibt es neue Mitgliederzahlen der italienischen Mafia.

Die Duisburger Mafia-Morde von 2007 zeigten brutal, wie aktiv die organisierte Kriminalität in NRW ist. Jetzt gibt es neue Mitgliederzahlen der italienischen Mafia.

Foto: Peter Wijnands

Düsseldorf  NRW-Innenminister Reul bilanziert für den Landtag die Mitgliederzahlen der italienischen Mafia. Mit einer besonders mächtigen Organisation.

In Nordrhein-Westfalen sind den Sicherheitsbehörden 122 Mitglieder von italienischen Mafia-Organisationen bekannt. Das hat Innenminister Herbert Reul (CDU) unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) in einer Vorlage für den Innenausschuss des Landtags aufgelistet.

Demnach agieren bundesweit 344 Mitglieder für die mächtigste Mafia-Organisation „Ndrangheta“, allein 71 davon in NRW. 89 Mitglieder der sizilianischen „Cosa Nostra“ sind aktenkundig, davon 36 an Rhein und Ruhr. Nach BKA-Erkenntnissen gibt es in Deutschland 87 Mitglieder der ältesten Mafia-Organisation „Camorra“ aus dem Raum Neapel, darunter 12 in NRW. Außerdem hat man bundesweit 18 Mitglieder der „Sacra Corona Unita“ aus Apulien registriert, die eine kleine Zelle von 3 Akteuren auch in NRW halten soll. Das BKA weist daraufhin, dass die Anzahl der Mafia-Mitglieder auch jene umfasst, die bereits hinter Gittern sitzen.

Mafia-Zellen unterstehen Führung in Italien

Welche die Bedeutung die Ableger in NRW haben, ist offenbar schwer einzuschätzen. Laut Innenministerium sind italienische Mafiaorganisationen hierarchisch strukturiert. Örtliche „Mafia-Zellen“ agierten zwar außerhalb Italiens voneinander unabhängig, unterstünden allerdings den Führungsebenen in den Heimatregionen.

Zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität arbeiten die Behörden in Europa grenzüberschreitend zusammen. In NRW sind mit Auswertungen und Ermittlungen vor allem Spezialkräfte des Landeskriminalamtes und des Polizeipräsidiums Oberhausen befasst.

Ende 2018 hatte eine Großrazzia gegen die „Ndrangheta“ auch in NRW für Schlagzeilen gesorgt. Die Ermittler werfen der Organisation Drogenhandel im großen Stil vor. Der schwerste Mafia-Vorfall in NRW ereignete sich 2007 in Duisburg, als vor einem Restaurant sechs Mitglieder der „Ndrangheta“ im Kugelhagel starben. Der spektakuläre Fall wird gerade vom ZDF mit Heino Ferch in der Hauptrolle verfilmt.

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