Bevölkerungsprognose

Das Ruhrgebiet schrumpft – fast überall

Uni-Städte wie Dortmund und Essen haben offenbar bessere Chancen bei der Einwohnerentwicklung.

Uni-Städte wie Dortmund und Essen haben offenbar bessere Chancen bei der Einwohnerentwicklung.

Foto: Franz Luthe

Düsseldorf.  Immer weniger Einwohner, das ist der Trend in vielen Revierstädten. Aber Essen und Dortmund durchbrechen den Trend. Hier geht es aufwärts.

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Zuwanderung und zum Teil steigende Geburtenzahlen können den großen Trend wohl nicht stoppen: Den meisten Städten des Ruhrgebietes steht einer Studie zufolge bis 2035 ein deutlicher Bevölkerungsrückgang bevor. Die Zahl der Einwohner dürfte zum Beispiel in Oberhausen, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Duisburg und im Kreis Wesel um fünf bis zehn Prozent sinken, heißt es in der Studie „Die demografische Lage der Nation“ vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Noch immer steckten viele dieser Städte mitten im Strukturwandel, die Wertschöpfung sei vielerorts gering, Bottrop stelle sogar das „ökonomische Schlusslicht“ dar mit einem jährlichen Bruttoinlandsprodukt je Einwohner von 21.000 Euro. Aber die Forscher sehen auch Orte im Revier, die sich, was die Einwohnerzahl betrifft, erheblich besser entwickeln.

Zwei bis vier Prozent mehr in Dortmund und Essen

Dortmund und Essen stechen hier hervor. Sie verzeichneten seit etwa neun Jahren wieder ein Einwohnerplus. „Allmählich zahlt sich der Ausbau der Hochschul- und Forschungslandschaft im Ruhrgebiet auch demografisch aus“, loben die Verfasser der Studie. Junge Menschen blieben gern in einer Stadt, in der sie gut ausgebildet werden und anschließend gute Jobs finden. Essen und Dortmund böten solche Voraussetzungen.

„Die Einwohnerzahlen haben jüngst kräftig zugelegt und dürften bis 2035 weiter wachsen“, heißt es in der Prognose. In Dortmund um 2,5 und in Essen um vier Prozent. Für Bochum sagen die Wissenschaftler nur einen leichten Bevölkerungsrückgang voraus. Eine große Forschungs- und Hochschullandschaft zahlt sich auch hier offenbar aus, wenn auch nicht in dem Maße wie in den großen Nachbarstädten

Dass eine enorme wirtschaftliche Stärke nicht automatisch dazu führt, dass Menschen in einer Region bleiben, ist am Beispiel Südwestfalen zu sehen. „Allein Job und Geld locken oder halten junge Menschen nicht mehr in der Mittelgebirgsregion“, steht in der Studie. Die Region verliere seit der Jahrtausendwende Einwohner, ein Ende sei nicht in Sicht. So könne bis 2035 die Zahl der Einwohner im Märkischen Kreis weiter um zehn bis 15 Prozent sinken.

Wohnraum wird am Rhein noch viel knapper

Ganz anders ist die Lage in Münster, einem der großen „Wanderungsgewinner“, sowie in den Großstädten am Rhein. Münster, Düsseldorf, Köln und Bonn dürften weiter kräftig wachsen, was die Wohnungsnot dort weiter verschärfen würde. Köln und Bonn sind seit der Jahrtausendwende um mehr als zehn Prozent gewachsen. Düsseldorf hat laut der Studie um acht Prozent zugelegt. „Bis 20135 dürften es für Köln und Bonn weitere neun und für Düsseldorf 7,5 Prozent sein“, so die Experten. Auf einen ähnlich großen Zuwachs müsse sich Münster einstellen.

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