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Schulen in NRW: Präsenzunterricht nach den Ferien geplant

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NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) rechnet damit, dass die Schulen nach den Sommerferien „in voller Präsenz“ in das neue Schuljahr starten können.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) rechnet damit, dass die Schulen nach den Sommerferien „in voller Präsenz“ in das neue Schuljahr starten können.

Foto: Christoph Soeder/dpa (Symbolbild)

Düsseldorf.  Die Planungen für das neue Schuljahr laufen. Die Kultusminister erwarten, dass die Schulen nach den Ferien im Präsenzunterricht starten können.

Monatelange Schulschließungen wie in diesem Jahr soll es im nächsten Schuljahr nicht mehr geben. Die Kultusminister der Länder vereinbarten am Donnerstag bei einer Videoschalte, dass alle Schulen nach den Sommerferien „dauerhaft im Regelbetrieb (...) mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden“ besucht werden sollen. Das geht aus einem Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Regelbetrieb bedeute, dass Unterricht in der Schule ohne weitere Einschränkungen erteilt und das schulische Leben wieder ermöglicht werde. Auch außerschulische Angebote wie Schulfahrten würden wieder in „vollem Umfang“ ermöglicht, heißt es in dem Beschluss weiter. „Wir werden alle für einen dauerhaften Regelbetrieb und die Vermeidung weiterer Schulschließungen kämpfen“, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Der Schulbetrieb soll dabei nicht daran geknüpft werden, ob Schülerinnen und Schüler geimpft sind oder nicht.

NRW-Schulministerin Gebauer ist zuversichtlich

Nicht ausgeschlossen wird allerdings, dass auch im neuen Schuljahr weiterhin Masken getragen werden müssen. Jeder wolle davon so schnell wie möglich weg, sagte ein Teilnehmer der Beratungen. Grundsätzlich müsse aber der Einsatz von Mitteln zur Eindämmung der Pandemie, wie Tests und Masken, weiter in Betracht gezogen werden, da die weitere Entwicklung unklar sei. „Aber auch eine Maskenpflicht ist immer noch absolut vorzugswürdig gegenüber einer neuerlichen Schulschließung.“

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NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist zuversichtlich, dass die Schulen nach den Sommerferien „in voller Präsenz“ in das neue Schuljahr starten können. „Trotzdem bleiben wir weiter vorsichtig“, sagte Gebauer am Donnerstag vor der Konferenz. Die Vorgaben für Hygiene und der Infektionsschutz mit Corona-Tests „werden uns noch eine Zeit lang begleiten“. Die Regeln müssten aber stets angepasst werden. Dazu gehöre auch, dass Schulen, wenn es das Infektionsgeschehen zulasse, wieder ohne Mund-Nasen-Maske besucht werden könnten.

„Die Pandemie darf die Bildungswege unserer Schülerinnen und Schüler nicht noch einmal so stark beeinträchtigen“, betonte die FDP-Politikerin. Der Lockdown habe lange genug gedauert und die Kinder und Jugendlichen erheblich beeinträchtigt. „Hier wünsche ich mir auch ein Umdenken auf allen Ebenen, insbesondere der Bundesregierung.“

GEW-Vorsitzende glaubt nicht an erneute lange Schulschließungen

Die neue Chefin der größten deutschen Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, verwies darauf, dass die Lage nicht vorherzusagen sei. Insgesamt rechnet sie aber nicht damit, dass es erneut zu solch drastischen Einschränkungen kommen werde wie in diesem Schuljahr. Das sei eigentlich unvorstellbar. „Ich glaube nicht, dass wir noch einmal in eine Situation kommen, in der Schulen mehrere Monate geschlossen werden müssen.“

Derweil rechnen Experten damit, dass der Distanzunterricht der letzten Monate noch langfristige Probleme mit sich bringt. Die Lernrückstände aufzuholen dürfte „zwei bis drei Schuljahre dauern. Man kann nicht die Lern-Defizite aus 15 Monaten Pandemie in zwölf Monaten aufholen“, sagte Andreas Tempel, Leiter einer großen Solinger Gesamtschule, am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. » Lesen Sie dazu: Schulleiter: Pandemiefolgen belasten NRW-Schulen noch Jahre (dpa)

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