Diesel

Gerichte entscheiden nun über Fahrverbote in NRW

Darf weiterhin jeder mit seinem Diesel in die Stadt fahren?

Darf weiterhin jeder mit seinem Diesel in die Stadt fahren?

Foto: Arne Dedert

Essen.   Die Wochen der Entscheidung sind da: Kommen Diesel-Fahrverbote in NRW-Städte? Mit welchen Rabatt-Rekorden Hersteller derzeit werben.

Während die Autobauer mit Rekordrabatten für den Tausch alter Diesel gegen Neuwagen werben, stehen den NRW-Kommunen mit hoher Schadstoffbelastung entscheidenden Wochen bevor. Gerichte müssen entscheiden, ob Diesel-Fahrverbote nötig sind, um die Luft sauberer zu bekommen. Gegen Städte, in denen überhöhte Stickoxid-Belastungen gemessen werden, klagt die Deutsche Umwelthilfe.

Umweltschützer halten Fahrverbote für unumgänglich

Während Dortmund, Bochum, Essen und Gelsenkirchen versuchen, mit

Alternativen wie Tempolimits und Lkw-Sperrungen breite Fahrverbote zu verhindern, halten Umweltschützer sie für unumgänglich. Die Ruhrgebietsstädte erwarten eine erste Vorentscheidung bei der Verhandlung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen am 15. November. Bereits diese Woche geht es in Köln um Fahrverbote in Köln und Bonn.

Da im Falle gerichtlich angeordneter Fahrverbote Einsprüche höchst wahrscheinlich sind, dürften rechtskräftige Entscheidungen noch auf sich warten lassen. Für Fahrer älterer Diesel, die den Kauf eines neuen Autos erwägen, verlängert das die Ungewissheit. Allein die Angst vor Fahrverboten hat den Wert ihrer Pkw deutlich gemindert. Tatsächliche Fahrverbote oder aber die Gewissheit, dass sie doch nicht kommen, hätte erhebliche Auswirkungen auf den Restwert ihrer Autos.

Auto-Hersteller locken mit Rekord-Rabatten

Laut der jüngsten Studie des Car-Instituts der Uni Duisburg-Essen locken die Hersteller in den „Belastungsregionen“ aktuell mit Rekord-Rabatten.

Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer nennt als Beispiel einen VW Golf Trendline, der in besagten Kommunen im Internet mit bis zu 51 Prozent Rabatt zu haben sei. Auf einen Ford C-Max gebe es bis zu 45 Prozent Nachlass, auf einen Audi A4 bis zu 35 Prozent. Stets mit der Bedingung, einen alten Diesel der Schadstoffnormen Euro 1 bis 4 verschrotten zu lassen. Auf die Preise drückten zusätzlich auch riesige Bestände an Eigenzulassungen.

Was Diesel-Besitzer jetzt wissen müssen

Ein Interview mit dem Autoexperten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer.
Was Diesel-Besitzer jetzt wissen müssen

Die Duisburger werten Rabatte von Neuwagen-Internethändlern aus. Die Autohändler vor Ort gehen mit den teils komplizierten Hersteller-Rabatten sehr unterschiedlich um, sträuben sich vor allem gegen den Ankauf von Euro 5-Dieseln, die kaum verkäuflich sind.

Was Verbraucher für diese Modelle bekommen, ist aber entscheidend dafür, ob sich Umtauschprämien für sie wirklich lohnen. Dudenhöffer rät, sich vor dem Kauf sehr gut zu informieren, denn: „Die Intransparenz ist für den Verbraucher sehr hoch.“

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